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Vorbereitungen für "Jedermann": Die Technikcrew trägt ihren Teil zum Theaterstück bei

Projektionen, Licht und Ton spielen bei den Aufführungen im September eine große Rolle. Die bewährte Zusammenarbeit besteht seit Jahren. Jetzt besprach sich die Regisseurin vor Ort mit den Technikern.

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Eingespieltes Team (von links): Mirko Heil-von Limburg, Nils von Walcke-Schuldt und Ingo Dietzel. Foto: privat

Eingespieltes Team (von links): Mirko Heil-von Limburg, Nils von Walcke-Schuldt und Ingo Dietzel. Foto: privat

Ingo Dietzel von der Illuminationsmanufaktur Panirama, Nils von Walcke-Schuldt und Mirko Heil-von Limburg von Amphire trafen sich jetzt mit den Verantwortlichen des "Theaters für Jedermann" in Langförden. Genauer gesagt mit Dr. Sigrid Heising. Sie inszeniert den "Jedermann" und hat klare Vorstellungen über die Umsetzung des Stückes von Hugo von Hoffmannsthal. Eigentlich sollte das Werk, dessen erste Leseproben 2017 stattfanden, bereits 2020 aufgeführt werden. Nun wird es im September vor dem Langfördener Dom gezeigt.

Mit dem technischen Team arbeitet der Verein schon länger zusammen. Das erweist sich nicht nur in der aktuellen Situation als Vorteil. "Es ist eine Herzensangelegenheit geworden", sagt Mirko Heil-von Limburg, doch durch die Pandemie habe sich die Lage in der Veranstaltungsbranche stark geändert. Die Personalkosten hätten sich verdoppelt und Freiberufler seien nicht mehr vorhanden. "Es ist katastrophal, da weder Material noch Personal zu haben ist." Da müsse man schauen, wie die Planungen, welche auf der letzten Aufführung beruhten, in der neuen Realität umgesetzt werden können.

In dieser Situation ist es ein echtes Plus, dass die drei die Lage in Langförden kennen. "Die Gegebenheiten sind ja unverändert", meint Ingo Dietzel. "Wir sind ein eingespieltes Team", ergänzt die Regisseurin. "Das ist unser größter Vorteil und macht das Ganze möglich", sagt Mirko Heil-von Limburg. Der Vorteil ist ganz einfach zu beschreiben: Man fange nie bei Null an, sondern könne auf die Erfahrungen aus den letzten Inszenierungen zurückgreifen und habe so eine gute Vorstellung, was möglich ist und was nicht umsetzbar ist.

Freuen sich auf die Premiere im September 2022 (von links): Uwe Salewski (Jedermann Ensemble I), Dr. Sigrid Heising (Regie) und Holger Meyer (Jedermann Ensemble II). Foto: PekelerFreuen sich auf die Premiere im September 2022 (von links): Uwe Salewski (Jedermann Ensemble I), Dr. Sigrid Heising (Regie) und Holger Meyer (Jedermann Ensemble II). Foto: Pekeler

Prinzipiell lässt sich über die Zusammenarbeit sagen, dass alle am selben Projekt arbeiten, aber das Unterfangen jeweils aus einer anderen Perspektive betrachten – also etwa der Beleuchtung oder der Beschallung, berichtet Mirko Heil-von Limburg. Auf der Bühne – sprich auf der Fläche vor dem Langfördener Dom – sollen dem Zuschauer drei Zeitebenen präsentiert werden. Wie dies technisch umgesetzt wird – ob per Dia-Projektion oder Video – daran tüfteln sie gerade noch.

Neben den verschiedenen Zeitebenen können die Besucher zwei unterschiedliche Interpretationen des "Jedermann" erleben. Auf der einen Seite ein junger Jedermann, gespielt von Holger Meyer, ein Macho mit seiner Geliebten, die noch etwas Unbekümmertes, aber keineswegs Naives hat. Auf der anderen Seite Uwe Salewski, der alte Jedermann, ein satter Bürger, der alles hat. Seine Geliebte, gespielt von Petra Pekeler, verfügt über einige Lebenserfahrungen.

Zum Inhalt: Für den reichen Jedermann sind Geld und Gut sein Abgott. Als er stirbt, merkt er, dass dies wahre Freundschaften nicht ersetzen kann. Sigrid Heising verlegt die durchaus zeitlose Handlung von der Renaissance in das Berlin der 1920er Jahre – eine Zeit mit dem "Lebenshunger eines Umbruchs", "einer ungesunden Lust am Reichtum" und einer "Kluft, die sich dadurch zwischen Arm und Reich aufgetan hatte".

Ein wichtiger Teil der Inszenierung ist die Technik. 2 Tage bräuchten sie für den ganzen Aufbau und dann komme der Lackmustest – die technische Probe. Einen Tag lang ginge es darum festzustellen, ob ihre Ideen und Pläne so umsetzbar sind, wie sie es sich vorgestellt haben. Und manches – wie Beleuchtung und Projektionen – können sie natürlich nur während der Dunkelheit ausprobieren, schildert Mirko Heil-von Limburg den Prozess. Danach folge die Haupt- und Generalprobe.

Rege Beteiligung am Probenwochenende im Mai im Haus Marienstein in Visbek. Foto: PekelerRege Beteiligung am Probenwochenende im Mai im Haus Marienstein in Visbek. Foto: Pekeler

Die Vorbereitungen für die Aufführung des "Jedermann" Anfang September vor dem Langfördener Dom schreiten auf allen Ebenen stetig voran. Eine wichtige Wegmarke für die Laiendarsteller war das Workshop-Wochenende im Haus Marienstein in Endel (Visbek). Dort arbeiteten rund 60 Akteure fleißig an ihrem Auftritt. Dabei wurde die Gelegenheit genutzt, das Stück samt Musikbegleitung durchzuspielen. Sigrid Heising hat den "Jedermann" in die 1920er Jahre gelegt und in diesem Stil inszeniert. Dazu müssen die Darsteller den Charleston lernen. Dies wollen sie in der Tanzschule Sandmann tun.


Info:

  • Die Premiere wird am 1. September (Donnerstag) um 20 Uhr gefeiert. Parallel dazu wird ein historischer Markt stattfinden.
  • Weitere Aufführungen sind am 2., 3. und 4. September sowie vom 9. bis 11. September.
  • Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen und online unter www.reservix.de.
  • Weitere Infos unter www.theater-fuer-jedermann.de

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