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Vor 40 Jahren: Als "Eintracht" Mühlen eine Tournee in Japan machte

Ostern 1982 verbrachten etwa 30 Mitglieder des Gemischten Chores eine einmalige Zeit im Land der aufgehenden Sonne. Sie fungierten als Botschafter der deutsch-japanischen Freundschaft.

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Erinnerungsstück: Eine Eintrittskarte zu einem Konzert des Gemischten Chors „Eintracht“ Mühlen in Japan. Foto: Archiv Völkerding

Erinnerungsstück: Eine Eintrittskarte zu einem Konzert des Gemischten Chors „Eintracht“ Mühlen in Japan. Foto: Archiv Völkerding

An diesem Osterfest jährt sich zum 40. Mal die Japanreise des Gemischten Chors "Eintracht" Mühlen. Etwa 30 Männer und Frauen des damals 57 Mitglieder starken Ensembles unter der Leitung von Dirigent Konrad Zinnecker absolvierten vom 28. März bis 14. April 1982 eine Konzertreise. Die Eindrücke dieser Tournee im Fernen Osten sind allen Teilnehmern nachhaltig in Erinnerung geblieben, wie Alfons Völkerding berichtet. In einem dicken Album hat er viele Fotos und Memorabilien gesammelt.

Aber warum überhaupt Japan? Das hing mit dem Bruder des Dirigenten zusammen, dem Franziskanerpater Raimund "Willehad" Zinnecker. Dieser war Ostern 1957 als Missionar nach Japan entsendet worden. In Osaka gründete und leitete er die "Caritas Osaka" und versuchte, den dortigen Flüchtlingen aus Vietnam und Korea zu helfen. Er rief eine Telefonseelsorge ins Leben und kümmerte sich besonders um behinderte Kinder.

Mit der Tournee wollte der Gemischte Chor "Eintracht" Mühlen die missionarischen Tätigkeiten von Pater Willehad unterstützen. Etwa 18 Monate bereiteten sich alle Sängerinnen und Sänger auf die Reise vor.

Missionar in Japan: Pater Raimund Willehad Zinnecker. Foto: Archiv VölkerdingMissionar in Japan: Pater Raimund "Willehad" Zinnecker. Foto: Archiv Völkerding

Als Generalprobe absolvierte der Chor ein Konzert mit fast 300 Besuchern im Saal Möhlmann-von Wahlde in Steinfeld. 22 Liedvorträge umfasste das Programm. Das Publikum honorierte die Leistung und das Engagement des Ensembles mit Applaus und einer Kollekte zugunsten von Pater Willehad, die 3000 Deutsche Mark (DM) einbrachte. Später folgte ein weiteres Konzert in Mühlen. Insgesamt 14.000 DM kamen an diesen Abenden sowie durch private Spenden zusammen.

Dirigent Konrad Zinnecker kleidete das Ziel der Japanreise in passende Worte: "Wir wollen versuchen, mit unserem Gesang einen kleinen Beitrag zur Völkerverständigung und friedlichen Begegnung mit anderen Menschen zu leisten."

Auftritt mit dem berühmtesten Männerchor Japans

Von Hamburg aus ging es für die 29 Reisenden über Alaska nach Japan. Am Flughafen empfing eine 20-köpfige Delegation mit Pater Willehad an der Spitze die Chormitglieder. Die japanische Gastfreundschaft überwältigte die Mühler. Sie wurden wie Staatsgäste behandelt, sagt Völkerding. Zum ersten Höhepunkt gehörte das Konzert vor 800 Besuchern in der Yumiori-Fernsehhalle in Osaka. Zusammen mit dem Mühler Ensemble trat der berühmteste japanische Männerchor auf, der "Neumond-Verein", der zur damaligen Zeit sonst fast ausschließlich im Fernsehen zu sehen war. Der Erlös dieses Abends: 10.700 DM.

Der Aufenthalt in Fujidera stand ebenfalls voll im Zeichen der deutsch-japanischen Freundschaft. Der Gemischte Chor absolvierte verschiedene Stationen und konzertierte dann vor 1500 Menschen in der voll besetzen Stadthalle. Unter den Gästen war auch der Generalkonsul der Bundesrepublik.

In Takada erlebten die Reisenden einen Abend in japanischen Familien. In Tanto-cho weihte der Chor mit einem Konzert die neue Sporthalle mit 500 Zuschauern ein. Nachhaltigen Eindruck hinterließ der sich anschließende Abend im „Haus der Berge“ mit japanischem Essen und traditionellen Liedern.

Reise zeigte auch die Schattenseiten des Landes

Missionararbeit vor Ort erlebten die Mühler in den Slums von Osaka, dem Wirkungsfeld von Pater Heinrich Schnusenberg aus Wiedenbrück. Open Air sang der Chor, auch für ein tags zuvor tot aufgefundenes Kind. Nach all dem Glanz zeigten diese Erlebnisse, dass auch das Land der aufgehenden Sonne seine Schattenseiten hat.

Ob der Besuch in Japans größtem Waisenhaus, die Besichtigung der von Pater Willehad aufgebauten Telefonseelsorge, der Abstecher nach Hiroshima oder der Auftritt im japanischen TV: Die Japanreise war für jeden Teilnehmer etwas Einmaliges. Noch heute ist Alfons Völkerding jeder Ortsname im Gedächtnis präsent. Mehr als zehn offizielle Konzerte absolvierte "Eintracht" Mühlen während dieser besonderen Tournee.

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