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Visbeker Liedgut ergänzt Ausstellung

In der Landesbibliothek Oldenburg dreht es sich ab Mai um "Singen in der Region". Der Heimatverein Visbek konnte dazu einiges beisteuern.

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Symbolfoto: dpa/Günther

Symbolfoto: dpa/Günther

Visbeker Liedgut wird Teil einer Ausstellung: Die Landesbibliothek Oldenburg (LBO) bereitet für den Mai dieses Jahres eine Ausstellung mit dem Titel „Singen in der Region“ vor. Kurator Dr. Eberhard Nehlsen, ausgewiesener Experte des Themas, hat für das Projekt drei Schwerpunkte ausgewählt: erstens Singen bei privaten, halböffentlichen und öffentlichen Anlässen – zum Beispiel zu Neujahr, bei Hochzeiten, Jubiläen, Dorffesten, Wanderungen oder auch Kohlfahrten; zweitens Orts- und Regionalhymnen; drittens Druckschriften regionaler Herausgeber – zum Beispiel Liedzettel, Liederhefte oder Liederbücher.

Nach entsprechender Recherche haben Archivar Franz-Josef Debbeler und Bernd Koopmeiners relevante Dokumente aus dem Fundus des Heimatvereins Visbek bearbeitet und jetzt dem Kurator für die geplante Ausstellung in der LBO zur Verfügung gestellt. Nehlsen bedankte sich für die Dokumente aus Visbek und erklärte: „Zu Visbek und Umgebung gibt es ja wirklich reichhaltiges Material.“

Zum „Visbeker Liedgut“ gehört zunächst ein „Visbeker Kampflied“, geschrieben von Kaplan Johannes Mathias Seling aus Osnabrück (1792 bis 1860). Der Geistliche warb ab 1844 im Oldenburger Münsterland (unter anderem in Bakum, Dinklage, Holdorf, Langförden, Lohne, Vechta und in Visbek) in volkstümlichen Reden, Predigten und Liedern für Alkoholverzicht („Mäßigkeit“). Der Branntwein richte bei Betroffenen unermesslichen Schaden an. Im Kirchspiel Visbek gab es damals sechs private Branntweinbrenner. Selings Lied, das nach der Melodie „Auf, auf zum fröhlichen Jagen...“ gesungen wurde, begann mit dem Vers: „Schon früh im Altertume scholl Visbeks Name laut.“

Das Visbeker Heimatlied: Der Text ist vom Visbeker Eduard Nordmann.  Die Melodie ist die der Lieds Hohe Tannen“. Foto: KoopmeinersDas Visbeker Heimatlied: Der Text ist vom Visbeker Eduard Nordmann.  Die Melodie ist die der Lieds „Hohe Tannen“. Foto: Koopmeiners

Domvikar und Domchordirektor August Mensing (1867 bis 1943), Osnabrück, gebürtig aus Visbek, vertonte das Gedicht „Visbeker Braut“. Im Jahr 1906 widmete er seine Komposition dem Männergesangverein (MGV) von 1873 Visbek. Im MGV Visbek wurde 2007 ein „Visbeker Lied“ – auf Plattdeutsch – in Anlehnung an „Heaven is a wonderful place” von L.C. Lambert (London) kreiert und wird seither gern gesungen.

Polizeioberkommissar a.D. Eduard Nordmann, Visbek, Sänger im Kirchenchor St. Vitus und passionierter Posaunist im Musikverein, verfasste 1996 das „Visbeker Schützenlied“, das alljährlich beim Schützenfest intoniert und mit Inbrunst gesungen wird. Nordmann hat 2021 auch den Text für ein „Visbeker Heimatlied“ geschrieben.

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