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„Viele besuchen das Kreuz im Raum der Stille“

Heute: Gregor Osterloh aus Vechta. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum: Das ist der Stoff der Serie „Mut zum Kreuz“.

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Schon seit dem Jahr 2000 ist Gregor Osterloh mit den Vechtaer Maltesern auf vielen Großveranstaltungen im ganzen Land im Einsatz. In den vergangenen acht Jahren war der „Raum der Stille“ für die Helfer dabei ein Anlaufpunkt zum Kraftschöpfen und zum Ruhe finden – in seinem Mittelpunkt steht ein Kreuz.

„Auf einigen Großveranstaltungen kommen 400 bis 600 Helfer der Malteser zusammen. Mit dabei sind auch immer Seelsorger, also ein Kaplan oder ein Pfarrer. Sie sagten einmal, dass es schön wäre, einen Rückzugsraum zu schaffen. Daraus entstand der Raum der Stille. Zu Beginn gestaltete er sich bei jedem Einsatz unterschiedlich, je nachdem, was gerade verfügbar war. Die Idee war dann, einen immer gleichen Raum der Ruhe und Einkehr zu schaffen.

Das Kreuz für diesen Raum habe ich in meiner Freizeit und in Arbeitspausen hergestellt, wann immer ich etwas Zeit hatte. In seiner Mitte ist eine Steinkugel, ein Karneol aus Madagaskar. Steinheiler sagen ihm nach, dass er Standfestigkeit, Idealismus und Gemeinschaftssinn fördert. Außerdem soll er durch seine pragmatisch-realistische Art dabei helfen, Probleme zu lösen – also eigentlich genau das Richtige für uns Helfer. Zum Raum der Stille gehören noch ein ewiges Licht, Kerzenständer und Blumenvasen. Mittlerweile auch ein Bibelhalter, da wir zur Segnung des Kreuzes eine große Bibel geschenkt bekommen haben.

Als wir den Raum das erste Mal in dieser Form bei einem Einsatz aufgebaut haben, fanden ihn die Einsatzleitung und der Kaplan auf Anhieb toll. Mittlerweile wird dieser Ort bei Einsätzen von Helfern gut angenommen. Einige fragen sogar, ob wir den Raum der Stille dabei haben und freuen sich darüber.

Wie viele Helfer den Raum der Stille besuchen, ist schwer zu sagen, da er 24 Stunden am Tag offen steht. Wir haben aber viele gläubige Helfer, die gerne kommen. Etwas Besonderes ist es, wenn eher distanzierte Leute kommen und still beten. Auch nach acht Jahren hat sich die Idee nicht abgenutzt.

Mit dem Kreuz wollte ich denen, die im Einsatz sind, einen Rückzugsort bieten. Wenn wir auf Großveranstaltungen wie zum Beispiel Kirchentage fahren, haben viele Helfer kaum Zeit. Im Einsatz erleben sie die Gottesdienste ganz anders als beim privaten Kirchbesuch: als manchmal sehr anstrengende Momente gelebten Glaubens.

Im Raum der Stille können sie neue Kraft schöpfen und Ruhe finden. Wenn dann nur fünf Leute zu mir sagen, es ist toll, dass es den Raum und das Kreuz gibt, hat sich mein Einsatz gelohnt.“

Fakten

  • 4. Oktober: Ulrich Fox aus Lohne.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Seit dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema.
  • „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.

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