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Vermessungen einer Liebe: Valentin Moritz stellt sein neues Buch vor

Der Artist in Residence (AiR) 2021 präsentierte jetzt im Gulfhaus sein Werk. Inhaltlich geht es um AiRlebnisse des Künstlers und die Erzählung Götterbote - einer "tarantinoesquen Räuberpistole".

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Valentin Moritz ist zu einem Verfechter Vechtas geworden. Foto: Heinzel

Valentin Moritz ist zu einem Verfechter Vechtas geworden. Foto: Heinzel

Valentin Moritz ist ein gefragter Mann an diesem Abend; Autogrammstunde inklusive. Immer wieder kommen Gulfhaus-Gäste nach seiner Lesung zu ihm und wünschen eine Unterschrift in ihr frisch erworbenes Exemplar von "Vermessung einer Liebe".

"Vermessung einer Liebe" ist der Titel des Werkes, das Moritz in seiner Zeit als "Artist in Residence" (AiR) in Vechta geschrieben hat. Das dazugehörige Projekt hatten die Stadt und die Uni 2014 gestartet. Über ein Stipendium kommen seitdem jährlich wechselnd Künstlerinnen und Künstler nach Vechta, um dort für einige Wochen zu einem festen Thema zu arbeiten.

"Vielfalt und Wandel – Auf dem Weg zu neuen Gemeinsamkeiten" lautete Moritz' Thema

"Vielfalt und Wandel – Auf dem Weg zu neuen Gemeinsamkeiten" dokumentieren sollte Moritz 2021. „Er greift in frischer und ansprechender Weise aktuelle Themen auf und verbindet sie mit regionalen soziokulturellen Begebenheiten“, findet Christoph Janku nach der Lesung im Gulfhaus. Der Vortrag sei souverän und eindrucksvoll gewesen. Das Gehörte mache Lust aufs Lesen. Frank Rieken fasste den Abend in einem Wort zusammen: „Grandios!“

Das im hiesigen Geest-Verlag erschienene „Vermessung einer Liebe“ hat zwei Teile – die Erzählung „Götterbote“ und Ansichten aus dem Leben eines AiR. Letzteres sind Prosa-Miniaturen, die von Jan Franke illustriert wurden.

Verlagsleiter Alfred Büngen sagt über das Buch: „Es ist spannend, wie jemand, der nicht zum Mainstream gehört, auf Vechta blickt und soziokulturellen Gruppen eine Stimme gibt, die nicht direkt sichtbar sind.“ Bei der „tarantinoesquen Räuberpistole“ etwa geht es um Arne und Lasse, zwei "Partner in Crime". Die beiden verticken erschlichene Online-Versandware. Dann haut Lasse ab und Arne ist gezwungen, sich mit seiner Situation und seinem Leben auseinanderzusetzen.

„Götterboten“ wiederum erzählt die Geschichte zweier moderner Schelme, die es auf der Jagd nach der großen Liebe von Neukölln in die niedersächsische Provinz zieht, zum Ursprung ihrer Freundschaft. Am ehesten sei die Erzählung mit "Pulp Fiction" vergleichbar – also den sanften Szenen. Dabei spielt auch die Rivalität zwischen Vechta und Diepholz eine Rolle.

Zwei Perspektiven auf die Stadt Vechta: Valentin Moritz und seine Nachfolgerin als AiR Miriam Bornewasser. Foto: HeinzelZwei Perspektiven auf die Stadt Vechta: Valentin Moritz und seine Nachfolgerin als AiR Miriam Bornewasser. Foto: Heinzel

Mit dabei an diesem Abend: Miriam Bornewasser. Sie ist die AiR 2022. Es sei ungemein spannend, einen anderen Künstler-Blick auf Vechta kennenzulernen. Die Schriftstellerin hat letzte Woche ihre AiR-Zeit in Vechta gestartet. Am 14. September gibt es unter dem Titel „Kein Eis in Vechta“ eine Podiumsdiskussion mit ihr und weiteren Gästen zum Thema Klimaschutz. Denn Bornewasser möchte als Vechtaer Stadtpoetin über den Klimawandel und die Erfahrungen junger Menschen mit der Corona-Pandemie schreiben. Lyrik trifft Prosa, soll dabei gelten.

Alfred Büngen schätzt die Arbeit der Künstler mit ihrer ganz anderen Perspektive auf die Stadt Vechta. Er würde sich wünschen, dass jeder künftige AiR seine Arbeit während einer Vechtaer Ratssitzung präsentieren dürfte. In Essen sei dies Tradition.

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