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Veranstalter setzen roten Hilferuf ab

Die bundesweite Aktion weist auf drohende Pleiten in der Veranstaltungsbranche hin. Auch im Oldenburger Münsterland haben sich Einrichtungen, Geschäfte und Künstler beteiligt.

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Rot illuminiert: Die Stadthalle Cloppenburg hat sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“ beteiligt. Foto: Hermes

Rot illuminiert: Die Stadthalle Cloppenburg hat sich an der bundesweiten Aktion „Night of Light“ beteiligt. Foto: Hermes

Mit einer bundesweiten Aktion haben die Veranstaltungsbranche und Künstler auf eine drohende Pleitewelle durch die Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. In der Nacht zu Dienstag waren über 9000 Gebäude rot illuminiert, auch im Oldenburger Münsterland beteiligten sich zahlreiche Einrichtungen, Geschäfte oder Künstler.

In Cloppenburg war unter anderem die Stadthalle mit dabei. „Wir sind zwar eine städtische GmbH und dadurch etwas abgesichert. Wir wollen uns aber solidarisch zeigen“, sagte Geschäftsführer Alfons Lücking im Gespräch mit der Redaktion. Man hoffe, dass der Kultur in Deutschland geholfen werde.

Veranstaltungen rechnen sich unter Auflagen nicht

Zurzeit würden sich Veranstaltungen nicht rechnen. „Mit dem Abstandsgebot und Hygienekonzept passen nicht einmal 100 Besucher in die Halle. Das ist nicht wirtschaftlich“, so Lücking weiter. Auch Open-Air-Veranstaltungen beispielsweise im Stadtpark seien mit den zurzeit erlaubten 250 Besuchern nicht zu realisieren.

Ebenfalls dabei: Das Haus Uptmoor in Lohne. Foto: Tombrägel
Die Firma Road Sound hatte für die Aktion am Haus Uptmoor rund 35 LED-Scheinwerfer  aufgebaut. Foto: Road Sound | Dickebohm
Macht mit: Der Partyservice Többen“ in Cloppenburg. Foto: Többen
Auch das Rathaus in Goldenstedt wurde rot angeleuchtet. Foto: Samir
Auch das Rathaus in Goldenstedt wurde rot angeleuchtet. Foto: Samir
Zudem beleuchtete die Firma Road Sound ihre Logistkhalle mit rund 30 Scheinwerfern. Foto: Road Sound |  Dickebohm
Blick auf das Haus Uptmoor vom Brunnen Ego. Foto: Road Sound | Dickebohm
Auch das Rathaus in Vechta wurde von örtlichen Veranstaltungstechnikern für die Aktion rot inszeniert. Fotos: Stadt VechtaKläne

Möglich sind im Moment kleinere Tagungen oder Treffen von politischen Gremien. „Der Cloppenburger Stadtrat war bei uns und auch der Kreistag tagt im Juli hier“, erklärt der Stadthallen-Geschäftsführer.

Wie Michael Többen vom „Partyservice Többen" erklärt, müsse man zurzeit überlegen, wie man in diesem Jahr das kleinste Minus macht: entweder unter Auflagen aufmachen oder geschlossen lassen. „Vieles rechnet sich nicht“, sagt der Inhaber eines Partyservices in Cloppenburg.

Er wolle sich aber nicht nur beschweren, man habe in den vergangenen Jahren auch gutes Geld verdient. Zudem habe die Möglichkeit der Kurzarbeit geholfen und es gab Unterstützung vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), das unter anderem einen Berater zur Seite gestellt hat. „Man versucht, über Werbung und in den sozialen Netzwerken im Gespräch zu bleiben“, so Többen.

Sauer aufgestoßen sind ihm hingegen unterschiedliche Aussagen über Auflagen, die er aus Hannover bekommen hat. „Man braucht Klarheit“, sagt Többen. Als Geschäftsführer lebe er selbst zurzeit vom Ersparten und beziehe kein Gehalt. Hoffnung habe er, dass zumindest in diesem Jahr noch Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys stattfinden können.

Wie die Organisatoren der Aktion mitteilen, mache die Veranstaltungswirtschaft seit Mitte März keinen Umsatz mehr. Anders als im produzierenden Gewerbe könnten weggefallene Umsätze nicht mehr nachgeholt werden, es könne auch nichts „auf Lager“ produziert werden.

Neben der Stadthalle Cloppenburg wurde beispielsweise auch das Rathaus Goldenstedt, das Haus Uptmoor in Lohne und das Rathaus in Vechta illuminiert. Nachdem die Firma Stagekonzept Eventtechnik aus damme bereits am vergangenen Freitag spektakulär den St. Viktor Dom rot angestrahlt hatte, erleuchtete sie am Montag zudem ein Windrad in der Signalfarbe.


Die Farbe Rot soll folgendes ausdrücken:

  • Die Veranstaltungswirtschaft befindet sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen.
  • Alarmstufe Rot - ein Milliardenmarkt und Millionen Arbeitsplätze sind in Gefahr.
  • Ein flammender Appell an die Öffentlichkeit
  • Die Farbe Rot steht für die Leidenschaft für unseren Beruf: „Wir brennen für das, was wir tun!“

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