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Valentin Moritz ist der neue Vechtaer Artist in Residence

Der 34-jährige Literat sucht nach Gemeinsamkeiten und plant multimediale Lesungen. Er will dabei mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

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Von Oktober an in Vechta: Valentin Moritz. Foto: Stadt Vechta

Von Oktober an in Vechta: Valentin Moritz. Foto: Stadt Vechta

Auch für dieses Jahr haben Stadt und Universität Vechta an ihrem gemeinsamen Artist-in-Residence-Programm festgehalten und ein Stipendium für junge Künstler ausgeschrieben. Durchsetzen konnte sich bei der Jury in diesem Jahr bei einer Reihe unterschiedlicher künstlerischer Konzepte der aufstrebende Literat Valentin Moritz, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Vechta.

Der 34-jährige Schriftsteller hat Literaturwissenschaften in Berlin studiert, nach einer fünfjährigen Tätigkeit als Literaturagent arbeitet er nun seit 2019 als freischaffender Autor. Valentin Moritz ist bereits mit einigen Stipendien ausgezeichnet, darunter mit dem Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg für sein erstes Buch "Kein Held", das im Frühjahr 2020 erschienen ist.

Von Oktober an ist Moritz in Vechta. Wie er sein Stipendium gestalten will, dazu gibt es bereits erste Ideen: "Als Artist in Residence möchte ich Gespräche mit den Menschen vor Ort führen und mir die Gegend künstlerisch erschließen", sagt der Künstler. Am Ende plant er, eine multimediale Lesung zu gestalten, die die Erlebnisse und Beobachtungen seines Aufenthalts widerspiegeln. "Das literarisch-audiovisuelle Zusammenspiel dieser Elemente soll Vechta und seine Umgebung in einer untergründigen, uneindeutigen Gesamtschau vielfältig abbilden", sagt Moritz.

Künstler hat sich schon im Vorfeld mit Vechta auseinandergesetzt

Der Künstler überzeugte die fünfköpfige Jury mit Bürgermeister Kristian Kater, Unipräsident Prof. Dr. Burghart Schmidt, der Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriele Dürbeck, dem Verleger Alfred Büngen und dem ehemaligen Intendanten Gerhard Hess mit einem direkten Bezug zur Ausschreibung und zeigte so bereits im Vorfeld eine detaillierte Auseinandersetzung mit Vechta und der Region, dies in überzeugender sprachlicher Ästhetik und inhaltlicher Dichte, heißt es in der Pressemitteilung.

Moritz zeigte sich erfreut über die Zusage aus Vechta. Die Ausschreibung, die unmittelbar Bezug auf die Veränderungsprozesse aufgrund der Corona-Pandemie nimmt und die Frage nach neuen Lebensentwürfen und Gemeinsamkeiten stellt, hat ihn besonders interessiert: "An der Ausschreibung für das Programm in Vechta hat mich vor allem gereizt, das sie meinen Widerspruch herausforderte – das sie Fragen formulierte, die bei mir weitere Fragen aufwarfen: Wo sind unsere Gemeinsamkeiten?, hieß es dort – aber was, dachte ich, wenn es gar keine Gemeinsamkeiten mehr gibt? Oder umgekehrt: Was, wenn der zunächst positive Wunsch nach mehr Gemeinschaft uns in eine Welt führt, die sich eben nicht durch Diversität und Respekt für andere Lebenskonzepte und -hintergründe auszeichnet – sondern durch Homogenisierung und Vereindeutigung?“

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