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Unter Feinschmeckern: Die kulinarischen Feinheiten

Kolumne: Das Leben als Ernstfall – Über Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. Und über die Zusammensetzung von Gerichten ebenso...

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Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und manchmal gibt es auch kleine, aber feine Differenzen in der Ausgestaltung von Gerichten. Als mir jüngst bei einem Hallenfußballturnier der liebliche Duft eines frischen Mettbrötchens in die Nase kroch, waren für mich zwei Handgriffe sofort klar: Der eine ging zum Pott Zwiebeln, der andere zum Fondor.

Wenn man online nach Rezepten sucht, kommen über 2000 Arten für Mettbrötchen heraus. Dabei ist es doch so einfach. Sie brauchen Brötchen, Butter, viel Mett, Zwiebeln und Fondor. Alles nacheinander verarbeiten: Und zack. Fertig ist das perfekte Mettbrötchen. Doch nicht jeder ist solch ein Feinschmecker wie ich. Oftmals werden die Zwiebeln verachtet, andere nutzen wiederum Salz und Pfeffer als Gewürz. Es soll sogar Menschen geben, die ein paar Tropfen Maggi auf das Brötchen träufeln. Das allerdings bedarf keiner Worte mehr, ein Kopfschütteln reicht hier aus.

„Wer Nutella ohne Butter isst, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“Oliver Hermes

Ähnlich gestaltet sich die Butter-Frage beim Nutellabrot, dabei gibt es quasi einen Kulturstreit zwischen Befürwortern und Gegnern der zu lange geschlagenen Sahne. Wie ein Kollege jüngst verriet, gehört für ihn die Butter unbedingt dazu. Ich kann ihm da nur zustimmen, Fett ist ja schließlich auch Geschmacksträger. Und was würde eine zentimeterdicke Schicht Schoko-Creme besser abrunden? Zwingende Voraussetzung ist allerdings eine streichzarte Konsistenz, denn nichts ist schlimmer als ein eiskalter Klumpen, der die Scheibe Brot beim Schmieren in tausend Stücke reißt. Ich halte es jedenfalls wie Karl Lagerfeld bei der Jogginghose und sage: „Wer Nutella ohne Butter isst, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“.

Kommen wir nun zu einer Spezialität, die in keinem hiesigen Vorratsschrank fehlen darf: Die gute alte Mockturtle als „Haute Cuisine“ aus dem Oldenburger Münsterland. Ich könnte es verstehen, wenn da bald mal der Guide Michelin für den ersten Stern anklopft. Viele lassen sich allerdings vom Etikett leiten und essen diesen Gaumenschmaus als Suppe mit Brötchen. Aus sicherer Quelle, also aus meiner Kindheit, weiß ich allerdings, dass sie stilecht nur mit Nudeln verzehrt wird. Die Sauce schmiegt sich an die Spirelli und umgekehrt, beides kann es nur im Doppelpack geben. Ein positiver Nebeneffekt, der nicht zu verachten ist: Was der Spinat bei Popeye bewirkt, schafft diese Spezialität nach einem Kräfte zehrenden Vorabend allemal. Da kann selbst Ibuprofen einpacken.

Aber auch hier gibt es wieder Ausreißer, denn auf dem ein oder anderen Speiseplan soll Mockturtle mit Reis stehen. An dieser Stelle dürfen Sie wahlweise wieder mit dem Kopf schütteln oder sich mit der flachen Hand leicht vor die Stirn hauen. Verbunden mit dem Ausruf: „Wer macht denn sowas?“ Bei allen Varianten dürfte eines aber klar sein. Von eminent wichtiger Bedeutung ist das Blatt Petersilie, es gibt dem ganzen Gericht noch mehr Glanz und Glamour.

Man könnte die Liste noch ewig fortführen. Rouladen mit oder ohne Gurken, Pfannkuchen mit Marmelade und Zucker oder Schinken sowie Grünkohl mit oder ohne Pinkel. Eigentlich sowieso egal, Hauptsache es schmeckt. Und wie so oft im Leben gilt auch hier: Jeder, so wie er mag! Guten Appetit.


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