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„ ... und diesen will man mir verwehren?“

„Jedermann“: Schauspieler Wilhelm Hagena schlüpft bereits zum zweiten Mal in die Rolle des Teufels. Sechs Aufführungen sind für den Herbst in Langförden geplant. Premiere ist am 3. September.

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Eine kleine, aber für das Stück entscheidende Rolle: Wilhelm Hagena mimt im Stück „Jedermann“ im Herbst den Teufel. Foto: Fülbier-Floren

Eine kleine, aber für das Stück entscheidende Rolle: Wilhelm Hagena mimt im Stück „Jedermann“ im Herbst den Teufel. Foto: Fülbier-Floren

„Es ist üblich, dass Darsteller auch Rollen spielen, die sie schon einmal gespielt haben“, sagt Wilhelm Hagena. Von Beginn an ist er Mitglied in der Jedermann- Theatergruppe. Im Jahr 2003 spielte er bei der allerersten Aufführung die Rolle des Teufels in Hugo von Hoffmannsthals „Jedermann“ vor der Kirche in Langförden.

Und jetzt? Vor der neuen Aufführung im Herbst dieses Jahres? „Alle Schauspieler haben Wünsche geäußert – ich wünschte für mich einen kleinen Part, die Rolle des Teufels.“

Es sind einige Schauspieler dabei, die bereits 2003 mitgespielt haben. Die meisten aber sind zum ersten Mal dabei. So gilt es viele Rollen zu besetzen. Die Entscheidung darüber trägt letztendlich die Regisseurin Dr. Sigrid Heising. Die Rolle des Teufels ist nur eine kleine Rolle, aber für das Verständnis des Stückes eine sehr entscheidende. Alle Rollen sind doppelt besetzt und der „Jedermann“ von 2003, Berthold Knipper, schlüpft ebenfalls in die Rolle des Teufels. „Anders als noch vor 17 Jahren wenden wir uns verstärkt dem Publikum zu. Wir sprechen mit ihm und wir fragen es.“

Warum wird „Jedermann“ dem Mammon hörig und darüber die Menschlichkeit vergessend, nicht fraglos dem Teufel überantwortet? Der nämlich ist ganz sicher, den durch den Mammon gesteuerten Sünder zu sich holen zu können. Und er ist erschüttert, dass ihm der Zugriff mehrfach verweigert wird. „ ... und diesen will man mir verwehren?“, fragt der Teufel. Warum? Diese Frage stellt sich der Teufel. Diese Frage wird sich ebenfalls das Publikum stellen.

Das Stück hat Allgemeingültigkeit und ist in die heutige Zeit übertragbar. Empathie ist für „Jedermann“ keine Kategorie. Geiz und Habgier treiben ihn. Selbst einem von ihm in die Armut getriebenen Mann gibt er auf inständiges Bitten lediglich ein kleines Almosen, das nicht helfen kann. „Jedermann“ ist abhängig von seinem Reichtum, den er, teilweise unehrenhaft, erworben hat. „Die Zuschauer dürfen gespannt sein, wenn wir sie in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mitnehmen“, sagt Wilhelm Hagena.

„Jedermann“ von Hugo von Hofmannsthal wird vor der Laurentiuskirche in Langförden immer um 20 Uhr am 3. September (Donnerstag/Premiere); am 4. September (Freitag); am 5. September (Samstag); am 6. September (Sonntag); am 11. September (Freitag) und am 12. September (Samstag) aufgeführt.

Die Karten können bei Reservix, der Landessparkasse zu Oldenburg in Vechta, Langförden und Visbek sowie beim Reisebüro Höffmann an der Großen Straße in Vechta gekauft werden. Die Preise inclusive Programmheft pro zwei Karten liegen ermäßigt bei 20 Euro für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung sowie für nicht ermäßigte Karten bei 25 Euro. Bei allen Aufführungen gilt freie Platzwahl.

Wer die Premiere besuchen möchte, sollte in der nächsten Zeit Karten erwerben, die Vorstellung ist bereits fast ausgebucht.

Info:

Bei der LzO kann überall bestellt werden, die Eintrittskarten werden dann an die entsprechende Filiale geliefert. Wer sich über die Homepage informieren möchte, kann http://www.theater-fuer-jedermann.de aufrufen.

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