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Ulla Moormann herrscht über tausende Bücher

Zusammen mit ihrem Team engagierter Helferinnen bereitet Ulla Moormann gegenwärtig die Buchausstellung vor. Auf dem Leseabend am 5. November geht es in die "Goldenen 20er Jahre".

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Hofft auf viele Besucher: Büchereileiterin Ulla Moormann. Foto: Vorwerk

Hofft auf viele Besucher: Büchereileiterin Ulla Moormann. Foto: Vorwerk

"49 Jahre Buchausstellung" ist der Flyer getitelt, der auf die Veranstaltung in der Emsteker Bücherei verweist. "Eigentlich hätten es 50 Jahre sein müssen, aber im vergangenen Jahr ist sie leider ausgefallen", erklärt Büchereileiterin Ulla Moormann. Dafür soll es vom 31. Oktober bis 11. November in vormals gewohnter Form wieder Neuheiten aus der Belletristik und dem Sachbuchmarkt geben, die im Saal des Pfarrheims gezeigt werden. Hinzu kommen Kinderbücher, Spiele und noch einiges mehr. Es gilt dabei die 2G-Regel, von der Kinder bis 16 Jahren ausgenommen sind.

Auf eine Zeitreise nimmt Moormann die Teilnehmer des Leseabends mit, wenn es in "Die goldenen 20er" geht. Die Idee zum Thema kam ihr, als der Heartchor aus Emstek sich dieses Motto für ein Konzert gewählt hatte. Entsprechend wird es nicht nur ausgewählte Texte geben, sondern auch Lieder der Musikgruppe unter der Leitung von Miriam Humphreys. "Eine besondere Beziehung zu den 20ern habe ich eigentlich nicht, aber es ist eine interessante Zeit und es gibt einige sehr schöne Bücher, die zumindest in Teilen vor 100 Jahren spielen." Als Beispiel nennt sie "Fräulein Hedy träumt vom Fliegen", aber auch biographische Erzählungen von Frieda Kahlo oder Marlene Dietrich, die diese Dekade berühren. Für den Leseabend am 5. November (Freitag) um 19.30 Uhr sind Anmeldungen bis zum 1. November in der Bücherei erforderlich. 

Ausstellung ist auch Werbung für die Bücherei

Die Buchausstellung dient nicht nur dem Verkauf von Medien, an dessen Erlös die Bücherei beteiligt wird, um Neuanschaffungen zu tätigen. Sie soll auch Werbung sein, denn die zurückliegenden Corona-Monate haben das Nutzerverhalten geändert. Die "Onleihe", bei der Hörbücher und E-Books bequem von zu Hause ausgeliehen werden können, boomt. Der Besuch in der Bücherei an der Anton-Wempe-Straße hat hingegen ein wenig nachgelassen. "Einige scheuen sich  vielleicht noch, an Orte zu gehen, wo sie mehrere Menschen treffen", mutmaßt Ulla Moormann. 

Familien sind allerdings weiterhin da und nicht zuletzt über die Kinder, mit denen die Leihbücherei durch die Grundschule in Kontakt steht, werden auch die Väter und Mütter angelockt. Moormann beobachtet, dass viele ehemalige Kunden den Weg wieder zu ihr und ihrem engagierten Team ehrenamtlicher Helferinnen finden, wenn sie eigene Kinder haben. Mit einer Auswahl an Spielen, Tonie-Figuren und Bilderbüchern ist man auch auf diese Klientel eingestellt.

Umblättern kann eine neue Erfahrung sein 

Lehrreich sind solche Besuche in jedem Fall. Die Leiterin hat einmal ein Kind beobachtet, dass ein Bilderbuch auf den Knien hatte und versuchte, mit einem Fingerwisch weiterzublättern. Ulla Moormann zeigte ihm dann erst einmal, wie man ein Bilderbuch aufschlägt. Ein Ausnahmefall, der sie amüsiert und gleichzeitig die Daseinsberechtigung von Büchereien unterstreicht. 

Was die Nachfrage angeht, hat sich das Leseverhalten in den vergangenen Jahren nicht geändert. "Krimis gehen immer und ich finde, sie haben sich gut entwickelt." Romane aus der Kriegs- und Nachkriegszeit sind ebenfalls beliebt. Häufiger in jüngster Zeit stammen diese aus der Feder von Autorinnen und sie haben auch Frauen als Hauptfiguren. Bei Kindern sind es die Klassiker. Fantasy-Geschichten beherrschen die Ausleihe und wenn Tiere und Menschen gemeinsam darin vorkommen, steigert das die Beliebtheit noch einmal. Jugendliche greifen hingegen zu Lektüre, in der es um Zwischenmenschliches geht und die Suche nach der eigenen Identität.

Vieles aus der Ausstellung geht auch in die Ausleihe

Die Auswahl ist groß, denn das gesamte Sortiment umfasst rund 11.000 Medien. Das ist für die Größe der Bücherei und die Einwohnerzahl des Ortes auch das Limit. Einige Hundert neue kommen demnächst aber hinzu, denn die meisten ausgestellten Bücher gibt es anschließend auch zur Ausleihe. Ob Ulla Moormann alle Bücher auch selber liest? "Das nicht, aber vieles lese ich an und wenn man die Autoren kennt, dann weiß man meistens auch, in welche Richtung es geht. Viele Kunden wollen auch beraten werden und das macht fast am meisten Spaß." 

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