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Theaterwerkstatt bastelt an neuen Ideen

Was ist möglich? Die Quakenbrücker Theatermacher diskutieren alternative Darstellungsformen

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Das vorerst letzte Mal: Die Generalprobe zu „Der Gockel“ konnte noch durchgeführt werden. Danach war Corona-bedingt Schluss in der Theaterwerkstatt. Foto: Filiz Yilmaz

Das vorerst letzte Mal: Die Generalprobe zu „Der Gockel“ konnte noch durchgeführt werden. Danach war Corona-bedingt Schluss in der Theaterwerkstatt. Foto: Filiz Yilmaz

Eigentlich wäre die aktuelle Spielsaison der Theaterwerkstatt Quakenbrück im Mai mit den letzten Gastspielen zu Ende gegangen. Ein Großteil der Veranstaltungen konnten die ehrenamtlichen Theatermacher bis März noch durchführen. "Fast alle Veranstaltungen waren mehr als ausverkauft und sorgten für großen Zuspruch", sagt Uwe Berning vom Theaterwerkstattteam. Die nun anstehende Mitgliederversammlung und das Streichen der Bühne, welche traditionell den Beginn der Sommerpause markieren, müssten jedoch pandemie-bedingt verschoben werden.

Über die Grenzen des Landkreises bekannt

Die Theaterwerkstatt ist schon lange überregional bekannt und hat sich zu mehr als einem Geheimtipp bei Publikum und Künstlern entwickelt. "Es macht einen schon ein bisschen stolz, bekannte Gesichter im Fernsehen oder auf den Bühnen der großen Hallen zu sehen, die ihre Karriere in unserem kleinen Haus begonnen haben", so der 1. Vorsitzende Stefan Heil.

Gleichwohl haben selbst Urgesteine der Theaterwerkstatt, wie der für die Technik verantwortliche Oliver Franke, eine solche Situation in den letzten 30 Jahren noch nicht erlebt. "Dass aufgrund der Pandemie von jetzt auf gleich der Stecker gezogen werden musste und nicht nur den Spielbetrieb, sondern auch das komplette Vereinsleben lahm gelegt worden ist, war schon erschütternd,“ so Franke, "wenngleich auch unvermeidlich und vernünftig."

Mehrere Gastspiele und zehn Vorführungen der Eigenproduktion „Der Gockel“ wurden abgesagt. „Sehr bedauerlich natürlich für das Ensemble“, fügt das Vorstandsmitglied Wolfgang Riebold hinzu, selbst Mitglied der hauseigenen Schauspielgruppe. „Wir haben die Generalprobe noch hinbekommen, dann war leider Schluss.“ Die Kulturbranche vom Künstler bis zum Veranstalter stehe derzeit vor großen Herausforderungen. Die aktiven und passiven Mitglieder des Vereins habe aber der Mut nicht verlassen.

"Wir haben die Generalprobe noch hinbekommen, dann war leider Schluss."Wolfgang Riebold, Vorstandsmitglieder der Theaterwerkstatt

Ob und wie jedoch die kommenden Veranstaltungen ab September stattfinden können, werden die Verantwortlichen schnellstmöglich bekannt geben. Die Planungen für die Spielsaison 2020/21 waren größtenteils schon vor der Corona-Pandemie abgeschlossen, sodass viele Künstler gebucht sind. 15 Gastspiele, Aufführungen des Ensembles, Kinder-, Jugend- und Schulveranstaltungen, offene Bühne des Musikerforums und vieles mehr stehen auf dem Programm. Allerdings: „Sollte die 1,50 m Abstandsregel weiterhin Bestand haben, stellt uns die räumliche Beschaffenheit unseres Theaters vor große Herausforderungen“, weiß Stefan Heil.

In einem Punkt ist sich das motivierte Team der Theaterwerkstatt jedoch einig: "Irgendwann wird wieder so etwas wie Normalität einkehren. Bis dahin machen wir weiter, zwar anders, aber mit ebenso viel Begeisterung und Engagement wie immer."  Inzwischen wage sich das Ensemble in neue, für sie bislang unbekannte Genres: Ideen für alternative Darbietungsformen und Veranstaltungen würden momentan gesammelt und diskutiert.

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