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Südoldenburger Festkultur kommt ins Museum im Zeughaus

Eine neue Ausstellung präsentiert die Festkultur der Jugendlichen im Oldenburger Münsterland. Das verantwortliche Institut erhofft sich dadurch eine höhere Bekanntheit in Vechta.

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Zwischen Abtanzballkleidern und Hose vergraben: Die Geschäftsführerin des KAI-OM, Christine Aka, und Museumsleiter Kai Jansen präsentieren die neue Ausstellung.  Foto: Kessen

Zwischen Abtanzballkleidern und Hose vergraben: Die Geschäftsführerin des KAI-OM, Christine Aka, und Museumsleiter Kai Jansen präsentieren die neue Ausstellung.  Foto: Kessen

Das Museum im Zeughaus ist um eine Attraktion reicher geworden: Von 18. Februar bis zum 3. Juli macht die Sonderausstellung "Zusammen ist man nicht allein – wie junge Menschen feiern" des Kulturanthropologischen Instituts Oldenburger Münsterland (KAI-OM) Halt in Vechta. Zuvor war die Ausstellung von August bis November 2021 im Museumsdorf Cloppenburg zu sehen.

Die Sonderausstellung ist Teil eines Projekts der ehemaligen Volontärin Malaika Winzheim, die während ihrer Zeit beim KAI-OM die Alltags- und Festkultur junger Menschen in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta untersuchte. Entstanden sind daraus ein 143-seitiges Buch sowie die nun im Museum im Zeughaus stehende Ausstellung.

Zu sehen sind unter anderem Flaschenkränze und Geburtstagsschilder

Im Mittelpunkt der Sonderausstellung stehen die Jugendlichen selbst mit ihren vielseitigen und kreativen Bräuchen und Ritualen. "Das geht von Ereignissen im eigenen Lebenslauf, wie Geburtstagen oder Schulentlassungen, bis hin zu Festen im Jahresverlauf, etwa die Maigänge und Schützenfeste", erklärt die Geschäftsführerin des KAI-OM, Prof. Dr. Christine Aka. Dargestellt werde die Jugendkultur hauptsächlich durch Objekte und Fotografien, die der Ausstellung als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden: bunte Geburtstagsschilder, Flaschenkränze oder Fotos von Abschlussbällen. 

Kreative Abimottos: Auch einige Abizeitungen sind Teil der Ausstellung Zusammen ist man nicht allein – wie junge Menschen feiern“. Foto: KessenKreative Abimottos: Auch einige Abizeitungen sind Teil der Ausstellung "Zusammen ist man nicht allein – wie junge Menschen feiern“. Foto: Kessen

Grundlage für die Ausstellung bilden die Interviews von Winzheim, die sie mit jungen Menschen aus dem gesamten Oldenburger Münsterland geführt hat. Museumsleiter Kai Jansen lobt die Arbeit von Winzheim: "Es ist toll, dass sie das so geschafft hat, vor allem unter den Bedingungen der Corona-Pandemie." Generell habe die Ausstellung eine hohe Qualität und das Museum sei dankbar für die Möglichkeit, die Ausstellung nach Vechta holen zu können. "Die Pandemie konterkariert so ein bisschen das Thema der Ausstellung – aber gerade die Reaktionen darauf machen es so charmant", befindet Jansen.

Stadt erhofft sich mehr Zulauf von jüngeren Leuten

Auch Bürgermeister Kristian Kater hat sich schon ein Bild von der Sonderausstellung gemacht. "Es geht darum, dass man Geschichte erlebbar macht", sagt Kater in der aktuellen Folge des Rathaus-Podcasts. Jansen ergänzt, dass sich die Stadt durch die neue Attraktion mehr Zulauf von jüngerem Publikum erhoffe.

Seitens des KAI-OM ist mit dem Engagement im Museum im Zeughaus das Ziel verbunden, das Institut im Landkreis Vechta bekannter zu machen. "Wir sind zwar dem Museumsdorf in Cloppenburg angegliedert und haben dort auch unser Büro, wir sind aber für das gesamte Oldenburger Münsterland zuständig", betont Aka. Deshalb sei sie nun auch froh, mit einer Ausstellung des KAI-OM im Landkreis Vechta präsent zu sein.

Institut forscht seit 3 Jahren an der Kultur des OM

Das Institut, das finanziell von den beiden Landkreisen Cloppenburg und Vechta getragen wird, gibt es seit 3 Jahren. "Das Team umfasst außer mir noch den wissenschaftlichen Mitarbeiter Thomas Schürmann sowie zwei Volontäre", sagt Aka. Neben den Projekten der Volontäre forschen auch Schürmann und Aka über die Kultur des Oldenburger Münsterlandes: So schreibt Aka zum Beispiel derzeit ein Buch über Missionarinnen aus Südoldenburg; Schürmann hat ein Buch zur Hofnachfolge im OM veröffentlicht.

Die Sonderausstellung könnte nun der Anfang einer Kooperation zwischen dem KAI-OM und dem Museum im Zeughaus werden. "Das war ein wunderschöner erster Aufschlag und ich kann mir gut vorstellen, dass die kommenden Ausstellungen des KAI-OM auch bei uns zu sehen sein werden", ist Jansen optimistisch. Jetzt geht es für ihn erstmal darum, die aktuelle Sonderausstellung bei den Schulen zu bewerben. "Ab Freitag fallen bei uns einige Corona-Beschränkungen weg, sodass wir wieder größere Gruppen empfangen können."

  • Info: Die Sonderausstellung ist bis zum 3. Juli im Museum im Zeughaus zu sehen (Adresse: Zitadelle 15, 49377 Vechta). Der Eintritt in das Museum kostet 2,50 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder und 5 Euro für Familien.

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