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Streaming-Konzert im Cloppenburger Kulturbahnhof

Esther Filly und Gitarrist Dethy Borchardt spielen das nächste Video im Kulturbahnhof ein. Dabei groovt die Soul-Queen mit rotnasigem Rentier.

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„V“ wie Vorfreude: Esther Filly beim Sound-Check mit „Dethy“ Borchardt. Foto: Kreke

„V“ wie Vorfreude: Esther Filly beim Sound-Check mit „Dethy“ Borchardt. Foto: Kreke

Der Sound-Check läuft so professionell ab wie das Konzert – allerdings beides ohne Publikum. Esther Filly mahnt „mehr Monitor“ an. Gitarrist Dethy Borchardt hätte den Sound gern „trockener“. Tontechniker Jens Haase regelt nach, als ob gleich die Massen in den Saal strömen würden. Nur eine Handvoll maskierter Helfer verfolgt die Szene.

Das Duo, das sonst nie in dieser Konstellation auftritt, hat am Sonntag das zweite Streaming-Konzert im Cloppenburger Kulturbahnhof eingespielt: 20 Minuten gegen den Konzert-Stillstand, der die ganze Branche lähmt. „Wir sind mehr oder weniger aus Verzweifelung darauf gekommen“, räumt Holm Diederichs, der Vorsitzende des Fördervereins Kulturbahnhof, ein. Überzeugen musste der Vorstand niemanden mehr: „Die Künstler waren durch die Bank begeistert“, sagt Diederichs. Weil‘s „nur“ 20 Minuten (trotz des vollen Aufwands) sind, verzichteten die Musiker auf einen Teil der gewohnten Gage. Das Kuturform, der Dachverband der Kulturtreibenden in Cloppenburg, zahlt einen Zuschuss.

Dass es ihr nicht ums Geld geht, ist der Frau auf der Bühne anzumerken: Esther Filly, gebürtige Hamburgerin, scherzt und schäkert mit ihrer warmen, vollen Stimme, die gerade in den Niederlanden zum besten Soul-Gesang international gewählt worden ist. Den selben Titel hat die in Oldenburg lebende Musikerin schon in Deutschland eingeheimst.

Zeichnet die Kleinkonzerte auf: Anuschka Bačić aus Vechta. Foto: KrekeZeichnet die Kleinkonzerte auf: Anuschka Bačić aus Vechta. Foto: Kreke

Ihr spontaner Duopartner liebt es sonst härter: Dethy Borchardt heizt mit „Stay Hungry“ in normalen Zeiten Hardrock-Fans ein. Aber im Bahnhof begleitet der Oldenburger perfekt, als Esther Filly „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ anstimmt. Filly, die Soul, alten Jazz und Motown zu einem eigenen Stil gemixt hat, singt selbst Amy-Whinehouse-Titel ohne Kopie-Charakter.

Hinten im Saal kommt Gastwirt Peter Blase ins Grübeln. Gern wäre er in der Lockdown-Reihe selbst aufgetreten mit seiner Haus-Band „Last Train“. Aber die strengen Lockdown-Regeln erlauben nur Profi-Musikern die (eng beschränkte) Bühnen-Präsenz.


Alle Video-Termine im Überblick:

1. Advent: „Gitman“ Karsten Bölting hat seinen Auftritt mit Popmusik zur Vorweihnachtszeit schon hinter sich. Die Premiere geriet etwas langatmig, weil der Vorstand des Fördervereins vorab die Aktion erklärte. Das fällt nächstes Mal flach.

2. Advent: Dethy Borchardt und Esther Filly - Musik und Sketche zum Nikolaustag

3. Advent: Captain Candy – Rock ‚n‘ Roll zur 3. Kerze. Die Band nutzt die Aufnahme zugleich für ihr erstes Profi-Demo-Video.

4. Advent: Gudrun Wagner und Konstanze Kuß – Harfe und Flöte zur Weihnachtszeit

1. Weihnachtstag: Ludwig Kleinalstede und Heinrich Dickerhoff – Klavier und Erzählungen

Neujahr: SySanLi – Gospel-Pop zum neuen Jahr

Zu hören auf www.kulturbahnhof-cloppenburg.de

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