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Stiftung trägt Mut-Botschaft in den Alltag

Das Lebenswerk des Seligen Clemens August Kardinal von Galen als Inspiration für heutiges Handeln. Südoldenburger und ihre Gedanken zu Kreuz und Christentum:

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Gefunden auf einer Müllhalde und restauriert: In der Serie berichtet der Cloppenburger Wilfried Schöning, welche Bedeutung der beschädigte Korpus für sein Leben hat. Foto: M. Niehues

Gefunden auf einer Müllhalde und restauriert: In der Serie berichtet der Cloppenburger Wilfried Schöning, welche Bedeutung der beschädigte Korpus für sein Leben hat. Foto: M. Niehues

Die Kardinal-von-Galen-Stiftung – Burg Dinklage hat sich den Mut auf die Fahne geschrieben. Visionäre Leitfigur ist dabei der Selige Clemens August Kardinal von Galen. „Ich kann mein Gewissen bald nicht mehr zur Ruhe bringen“ – schrieb er 1941, nur wenige Monate vor seinen mutigen Predigten. In ihrem Arbeiten und Beten sind die Benediktinerinnen auf der Burg Dinklage seiner Lebenshaltung und seinem Wirken eng verbunden; schließlich leben sie in den Räumen seiner Kindheit.

Um sein Erbe mit möglichst vielen Menschen zu teilen, gründeten die Schwestern im Jahr 2009 die Kardinal-von-Galen-Stiftung – Burg Dinklage. In derem Leitsatz, „Unsere Botschaft heißt Mut“, wird die Mission auf den Punkt gebracht.

In den beiden Stiftungsausstellungen auf dem Burggelände lässt sich das breite Spektrum der Intention ablesen: Während im Backhaus die Lebensstationen des Kardinals, sein Wachsen und Reifen, auf Bild-Texttafeln vermittelt und erinnert werden, fordern in der Burgmühle die Exponate, Texte und eine Slideshow unter dem Gesamtthema „Mut woher? – Mut wozu?“ die Besucher zur persönlichen Auseinandersetzung heraus: Wo kommt es in meinem Leben auf meinen Mut an? Habe ich den Mut, aus der Masse herauszutreten; die Bequemlichkeit des Mainstreams und die Sattheit der Komfortzone aufs Spiel zu setzen? Kenne ich meine innere Stimme? Oder wären mal „Stimmbildung“ und „Hörübungen“ nötig? Dass Mut eine runde Sache ist, erschließt sich nicht jedem oder jeder. Doch wenn man Kindern die Frage stellt: „Was ist für dich Mut und wie sieht er aus?“, dann muss man sich nicht über unkonventionelle Antworten wundern.

Nach der Ausstellungseröffnung 2013 in der Burgmühle haben 2015 – im zweiten Mut-Projekt der Stiftung – Schülerinnen und Schüler zweier Dinklager Schulen, die beide den Namen des Kardinals tragen, zusammen mit dem Schmiedekünstler Alfred Bullermann Kunstmodelle entwickelt. Was sich dann prozesshaft entwickelte, war zum Staunen. Das Ergebnis: Die „Mutkugel“ wird auf einem Kreisverkehr realisiert, die elfjährige Ideengeberin Ella Kaiser darf sich ins Goldene Buch der Stadt Dinklage eintragen und die künstlerische Verwirklichung anderer Modelle steht auf der „To-do-Liste“. Die Veranstaltung „Selig die Mutigen“ im Herbst 2015 anlässlich des Jahrestags der Seligsprechung des Kardinals in der Burgkapelle bot sich als Übersetzung des Mutgedankens in die heutige Zeit an. Menschen der Region mit ganz unterschiedlichem Hintergrund – Bank, Gewerkschaft, Sozialarbeit, Kriegsflucht, Intensivmedizin, Verteidigungsministerium – buchstabierten je eine der biblischen Seligpreisungen vor dem Kontext ihres Alltag durch. Das war Glaubenszeugnis pur!

Von diesem eindrucksvollen Abend in der Burgkapelle war der Weg zum nächsten Thema „Mut zum Kreuz“ nicht weit. Der Hinweis auf den 80. Jahrestag des Oldenburger Kreuzkampfes wurde gerne aufgenommen und das Projekt „Meine Kreuz-Geschichte“ in Kooperation mit der OV und der MT ist die logische Weiterentwicklung der Stiftungsarbeit. Dem Eröffnungsabend im März 2016 mit authentischen Kreuzbekenntnissen folgte der Aufruf zum Mitmachen in den Medien. Mit einer so großen Resonanz hatte vorher niemand gerechnet und die Vielfalt der Menschen und ihrer persönlichen Geschichten über das Zeichen des Kreuzes füllen eine Schatzkammer!

Schon laufen die Planungen für die nächste Veranstaltung im November 2016, die unter dem Titel „Das Kreuz im Licht des aufgehenden Halbmondes“ steht und mit christlichen und muslimischen Augen auf die Veränderungen der europäischen Leitkultur schauen will. Noch ist nicht klar, was danach kommt. Genau darin liegt die Stärke der Stiftung: wach sein, hören, schauen, sich mutig inspirieren lassen von dem, was ihr begegnet, immer im Blick auf den Seligen Clemens August Kardinal von Galen. Seine Botschaft heißt Mut. Es ist derselbe Mut, der auch heute gelebt werden will.

Fakten

  • 13. Juli: Jakob Schrul aus Kroge.
  • „Mut zum Kreuz!“ ist ein Projekt der Kardinal-von-Galen Stiftung Burg Dinklage, der OV und der Münsterländischen Tageszeitung in Cloppenburg.
  • Anlass für das Projekt sind der 70. Todestag des Seligen Clemens August Kardinal von Galen im März 2016 und die Rückschau auf den Kreuzkampf im Oldenburger Münsterland vor 80 Jahren.
  • Der 1878 auf Burg Dinklage geborene Kardinal predigte gegen die Euthanasie-Morde der Nazis. Im Kreuzkampf protestierten 1936 Südoldenburger öffentlich und mit Erfolg gegen die von den Nazis angeordnete Entfernung der Kreuze aus katholischen Konfessionsschulen.
  • Ab dem 18. September findet eine Ausstellung auf Burg Dinklage statt.
  • Im November erscheint ein Buch zum Thema. M „Mut zum Kreuz!“ wird unterstützt von der LzO und der CEWE-Gruppe in Oldenburg.
  • Die Benediktinerin Schwester Ulrike Soegtrop lebt seit 22 Jahren auf Burg Dinklage. Die Theologin und Sozialwirtin ist für die Verwaltung des Klosters zuständig.
  • Hubertus Aumann ist Geschäftsführer der Kardinal von-Galen-Stiftung Burg Dinklage. Er ist Leiter des Stifterbüros des Bischöflichen Offizialats in Vechta.

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