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Sina Rieken forscht zu Laienbühnen im Oldenburger Münsterland

Die 26-Jährige absolviert noch bis Ende 2023 ihr Volontariat am Kulturanthropologischen Institut in Cloppenburg. Am Ende dieser Zeit steht eine Ausstellung samt Publikation zu ihrem Forschungsprojekt.

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Laienspiel als Forschungsprojekt: Interviews werden ein Teil der Arbeit von Sina Rieken sein. Foto: Heinzel

Laienspiel als Forschungsprojekt: Interviews werden ein Teil der Arbeit von Sina Rieken sein. Foto: Heinzel

„De Neegste bidde“ oder "Ünner den Melkwold", "Um de Eck bi Trude" oder "Mit dei Fraulüe bin ick fartig": Mit Stücken wie diesen unterhalten Laienspieler im Oldenburger Münsterland ihre Fans. Nun richtet die Wissenschaft ihren Blick auf die Laienbühnen – und zwar in Person von Sina Rieken. 

Sina Rieken ist 26 Jahre und Kulturwissenschaftlerin. Sie hat gerade ihr 2-jähriges Volontariat am Kulturanthropologischen Institut Oldenburger Münsterland (KAI) in Cloppenburg angetreten. Ihr Forschungsprojekt ist den Laienbühnen in der Region, in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta, gewidmet. Ende 2023, zum Abschluss ihres Volontariats, werden die Forschungsergebnisse in einer Ausstellung im Museumsdorf sowie über einen Beitrag zur Schriftenreihe des KAI präsentiert. 

Rieken kommt aus Aurich. Nach ihrem Bachelor in Kulturanthropologie belegte sie den Masterstudiengang "Museum und Ausstellung" in Oldenburg. Sie arbeitete an der Schau „Fiktion Dorf? Zwischen Pixel und Pinselstrich“ mit; pandemiebedingt war das eine virtuelle Veranstaltung.

„Das Schöne am Volontariat ist, dass man nicht komplett alleine arbeitet, sondern Hilfe genau bekommt, wenn man sie braucht.“Sina Rieken

Das Volontariat, die Forschungsarbeit zu den Laienbühnen: Sina Rieken freut sich auf die kommenden Jahre. Vor der 26-Jährigen liege ein spannendes Projekt, finden auch Professorin Dr. Christine Aka und Dr. Thomas Schürmann vom KAI. Sie werden die 26-Jährige und ihr Vorhaben betreuen. „Das Schöne am Volontariat ist, dass man nicht komplett alleine arbeitet, sondern Hilfe genau bekommt, wenn man sie braucht“, sagt Sina Rieken.

Sina Rieken (links) wird bei ihrem Projekt von Professorin Dr. Christine Aka und Dr. Thomas Schürmann betreut. Foto: HeinzelSina Rieken (links) wird bei ihrem Projekt von Professorin Dr. Christine Aka und Dr. Thomas Schürmann betreut. Foto: Heinzel

Und wie kam Sina Rieken auf das Thema? Das Laienspiel habe einen festen Platz im Leben des Oldenburger Münsterlandes. Gespielt werde auf Platt- und auf Hochdeutsch. Die Dichte der Bühnen in der Region sei auffällig hoch, fast jede Ortschaft könne eine Gruppe vorweisen. Mindestens 40 Laienbühnen habe er allein nach Durchsicht der 23 kommunalen Homepages entdeckt, sagt Dr. Thomas Schürmann. „Das ist extrem viel für so eine Region“, stellt Professorin Aka klar. „Ich finde es interessant, dass die Laienbühnen im OM sehr jung besetzt sind. Das kenne ich aus Ostfriesland nicht“, sagt Sina Rieken.

Ein Plus der Laienbühnen: Zuschauer und Spieler kennen sich, vermutet Dr. Thomas Schürmann. Das wirke wie ein gesellschaftlicher Kitt, könnte aber ebenso erforscht werden wie etwa die Frage, unter welchen Umständen die Laienbühnen gegründet wurden? Was wurde früher gespielt, was heute? Was fasziniert die Menschen am Theaterspielen? Wie wird heute geplant und gearbeitet, wie früher? Viele Fragen, viel Arbeit für Sina Rieken. „Das ist in 2 Jahren nicht zu erforschen“, macht Aka klar. 

Sina Rieken sucht Interviewpartner und Materiallieferanten

Für Sina Rieken geht es in den nächsten Wochen erst einmal darum, sich einen Überblick zu verschaffen, ihre Fragestellung zu konkretisieren und Kontakte zu knüpfen. Die Volontärin plant nämlich innerhalb ihres Forschungsprojektes Interviews durchzuführen und sucht hierfür Gesprächspartner. 

„Ich finde es total spannend, hier am KAI wieder tiefer in die Forschungsarbeit einzusteigen“, sagt Rieken. Ihre Interviews möchte sie bis Sommer 2022 durchgeführt haben. Diese könnten helfen, ihre Fragestellung weiter zu präzisieren oder eventuell eine neue Perspektive eröffnen. „Empirische Forschung und das Schreiben der Publikation gehen ineinander über“, schildert Thomas Schürmann seine eigenen Erfahrungen.

"Ich finde es total spannend, hier am KAI wieder tiefer in die Forschungsarbeit einzusteigen."Sina Rieken

Neben der Arbeit an ihrem Beitrag zur Schriftenreihe muss Sina Rieken auch ihre Ausstellung im Blick haben. „Die Forschungsinhalte müssen dabei unterschiedlich verpackt werden“, sagt die Ausstellungsmacherin. Pragmatisch gesehen sei die „Publikation ein tieferes Eintauchen in die Ausstellung“. Und zwar im Sinne des KAI. Dr. Christine Aka sagt: „Wir publizieren sowohl für die wissenschaftliche Community als auch für jeden Bürger in der Region. Unser Ziel ist es, mit den Menschen hier in der Region in Kontakt zu bleiben.“

  • Info: Wer einer Laienspielschar angehört oder angehörte und Sina Rieken bei ihrer Forschungsarbeit helfen möchte, kann sich bei ihr telefonisch unter 04471/7010663 oder via E-Mail unter rieken@kai-om.de melden.

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