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Sie öffnet schöpferisch Tore zur Schulbildung

Mit dem Spendenerlös für den Bakumer Kunstkalender erhofft sich Gertrud Tegeler weitere Hilfe für indische Mädchen alleinstehender Mütter. Denn: Nur wenige von ihnen haben eine berufliche Perspektive.

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Helfender Jahrweiser: Mit den Erlösen für den selbst kreierten Kalender erhofft sich die 63-jährige Bakumerin Fördermittel für die Indienhilfe. Foto: Meyer

Helfender Jahrweiser: Mit den Erlösen für den selbst kreierten Kalender erhofft sich die 63-jährige Bakumerin Fördermittel für die Indienhilfe. Foto: Meyer

Eigentlich wäre Gertrud Tegeler jetzt im indischen Bangalore. So wie in den vergangen 10 Jahren. Um indische Mädchen und deren alleinstehende Mütter zu unterstützen. Doch wie so vielen hat auch ihr die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Kein Hindernis für die 63-Jährige, aus etwa 10.000 Kilometer Entfernung im Bakumer Homeoffice fleißig Spenden zu sammeln. Mit dem jährlich erscheinenden Kunstkalender für die Indienhilfe erhofft sie sich weitere finanzielle Möglichkeiten, um vor Ort, im Süden Indiens, Hilfe leisten zu können. Gemeinsam mit der Sozialarbeiterin Agnes, die in Bangalore alles koordiniert, setzt sie sich für indische Mädchen alleinstehender Mütter ein, um jungen Frauen Bildung zu ermöglichen und sie damit unabhängiger in ihrem Leben zu machen. 

Foto: Meyer
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Dass die diesjährige Reise in den Süden Indiens nicht stattfinden konnte, war zunächst ein kleiner Dämpfer, mit dem sich die 63-Jährige aber schnell arrangiert hatte. "Es ist natürlich schön, alles vor Ort mitzuerleben", weiß sie aus Erfahrung. Aber in Zeiten einer Pandemie ist das nur schwerlich möglich. Handwerkliche Tätigkeiten sowie der Papierkram und Dienstfahrten fallen für dieses Jahr aus. Und das Geld bleibt nach wie vor knapp.

"Die indische Regierung gibt zwar vor, die Kinder zu unterstützen. Die Realität sieht anders aus."Gertrud Tegeler, Künstlerin

Deshalb hofft die gebürtige Bakumerin nun umso mehr, dass die teilweise stark prekär lebenden Mädchen weitere Hilfen durch Spenden bekommen können. Denn: Vielen jungen Inderinnen bleibt die Chance auf Bleibe und Bildung verwehrt, weiß Tegeler.

"Die indische Regierung gibt zwar vor, die Kinder zu unterstützen. Die Realität sieht anders aus", konsterniert die Künstlerin. Kleidung, Bücher und alles, was zum indischen Schulalltag gehört, müssen finanziert werden. "Das von der Regierung versprochene Geld hierfür kommt aber meist erst nach einem Jahr", erklärt die 63-Jährige.

Hier kommt die gebürtige Bakumerin ins Spiel. Als Nichtregierungsorganisation vor Ort ist es ihr und der Projektleiterin Agnes gelungen, den jungen Frauen eine Perspektive zu geben. Seit 6 Jahren steht sogar ein Haus im Süden Indiens, in dem derzeit 5 Kinder beherbergt werden. Doch damit nicht genug: Externe sowie die Mütter der Mädchen erhalten ebenfalls Hilfe von der Organisation. "Zurzeit werden 30 Kinder von uns unterstützt", berichtet Tegeler.

Corona hat für die Indienhilfe etwas Positives

Damit diese Betreuung auch weiterhin möglich bleibt, stellt die Künstlerin ihre eigenen Werke zum Verkauf. Viele der Malereien sind während Tegelers Aufenthalte in Indien entstanden.

"Und auch Corona hat für die Indienhilfe etwas Positives", sagt die Bakumerin. Durch den Verkauf von eigens hergestellten Mund-Nase-Schutzbedeckungen sind bislang schon 5000 Euro zusammengekommen. Die Bakumerin hofft auf noch viele weitere Erlöse, mit denen sie jungen indischen Frauen bessere Perspektiven für ihr Leben ermöglichen kann.

  • Info: Der Kunstkalender ist im Kunst-Atelier Getrud Tegeler, der Volksbank, der Praxis Dr. Meis sowie bei Blumen Heyermann und Schreibwaren Kuper in Bakum erhältlich. In Vechta gibt es den Jahrweiser bei Maria Böske Floristik sowie Volvo Eilers zu kaufen. Der Kostenpunkt liegt bei 20 Euro.

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