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Sebastian Krämer mischt im Kulturbahnhof Trauer mit beschwingten Melodien

Der Liedermacher aus Berlin war am Wochenende mit seinem Programm "Im Glanz der Vergeblichkeit" in Cloppenburg zu Gast. Das Resümee des Publikums fiel gemischt aus.

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Besonderer Humor: Der Berliner Liedermacher und Chonsonnier Sebastian Krämer stellte im Cloppenburger Kulturbahnhof sein Programm "Im Glanz der Vergeblichkeit" vor. Foto: Heidkamp

Besonderer Humor: Der Berliner Liedermacher und Chonsonnier Sebastian Krämer stellte im Cloppenburger Kulturbahnhof sein Programm "Im Glanz der Vergeblichkeit" vor. Foto: Heidkamp

Sebastian Krämer ist ein Liedermacher, ein Chansonnier, der davon lebt, viele Worte zu machen. Im Cloppenburger Kulturbahnhof stellte der Berliner seinem Publikum am vergangenen Wochenende das Programm "Im Glanz der Vergeblichkeit" vor.

"Sie hören heute Abend lauter Klagen im Glanz der Vergeblichkeit, vergnügte Elegien, es wird ein trauriger Abend", versprach Krämer seinem Publikum zu Beginn. Wohl eher mit einem Augenzwinkern. "Ja, ich wäre auch etwas verstört nach diesem Beginn", sagte Krämer nach dem ersten Lied, in dem es um die Puppe Puppiduppi geht. Im Garten vergessen, musste die Puppe daraufhin die Nacht im Garten verbringen.

"Wenn Sie jetzt Ihre Erheiterung an dieser Stelle zeigen, sagt das was über Ihre Jugend aus", erklärte Krämer schmunzelnd und zitierte gleich darauf den österreichischen Komponisten, Sänger und Dichter Georg Kreisler: "Pessimismus ist Optimismus auf lange Sicht." Bei der Auswahl seiner Texte seien Inspiration, ein wenig Muße oder im Hochsommer das Ausräumen seines Speichers sehr wichtig. Diese Aktionen würden ihn zu den Texten bewegen. Unter dem Deckmantel beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen bei Krämer Unheil, Trauer, Verlorenes und eben Vergebliches. Von fröhlichen Klavierklängen begleitet erzählt er von der todtraurigen Geschichte von "Patricks Zimmer", im dem alles bleibt, wie es ist. Oder er spricht von einem kleinkarierten Denken gegenüber Kannibalen.

Es dauerte etwas, bis sich das Kopfkino wieder beruhigt hatte

Als ein weltoffenes Kochbuch für die globalisierte Küche empfahl er ein auf seinem Speicher gefundenes Kochbuch über die schönsten Kannibalenrezepte. "Kannibalen, ei der Daus, sind nicht gerade Kostverächter, vieles sah sehr schmackhaft aus." Es dauerte wohl ein wenig, bis sich das Kopfkino im Publikum wieder beruhigt hatte. Krämer gab sich dann aber auch als Aufklärer: Morgens gibt es Butterbrote, freitags gibt es Fisch. Kannibalen brauchen ja auch Menschen, die ihnen die Mülltonnen lehren, die Steuern eintreiben und die Hausflure kehren. "Wenn sich da immer jeder jeden einverleibt, wer bleibt noch übrig, wer Kannibalenlieder schreibt?"

"Bei dem Programm musste wohl jeder ganz genau aufpassen, was der Künstler bringt. Für uns war es zwar unterhaltsam, aber auch ein wenig anstrengend", zog ein Ehepaar eine eher kritische Bilanz. Nicht den Fluchtweg nehmend, wie Krämer "gerade bei meinem Programm" zu Beginn dem Publikum empfohlen hatte. Das aber wieder mit einem Zwinkern.

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