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"Schlager und Rap kommen nicht infrage"

Mit Cover-Songs haben sechs junge Musiker sich als Band gefunden. Jetzt will Broken Fan mit selbst komponierten Stücken einen eigenen Stil entwickeln.

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Broken Fan: Der Name der Band von (von links) Julius Trippner, Lars Lammers, Nico lammers, Jan Niemann, Jantje Lindner und Jens Deeken geht auf einen kaputten Ventilator im Probenraum zurück.   Foto: Stix

Broken Fan: Der Name der Band von (von links) Julius Trippner, Lars Lammers, Nico lammers, Jan Niemann, Jantje Lindner und Jens Deeken geht auf einen kaputten Ventilator im Probenraum zurück.   Foto: Stix

Das Ziel ist klar formuliert: Ehrliche, handgemachte Musik will die neue Friesoyther Band Broken Fan abliefern. „Vieles von dem, was man im Radio hört, ist am Computer entstanden“, sagt Gitarrist Julius Trippner. Das aber komme für die sechs Musiker nicht infrage. Lieber nehmen sie einen Song 30-mal auf, als ihn zu bearbeiten. „Es soll natürliche Musik bleiben, betont Trippner. „Wir wollen ja auch live gut klingen.“

Für die Maitage war der erste Live-Auftritt der Band geplant

Broken Fan – der Name geht auf einen kaputten Ventilator (englisch „broken fan“) im Probenkeller zurück – hat sich den wahrscheinlich schlechtesten Zeitpunkt für eine Bandgründung ausgesucht. Kaum hatten sich die sechs Anfang des Jahres zusammengefunden, kam die Coronakrise. Selbst gemeinsame Proben im Bandkeller waren anfangs unmöglich, von Auftritten ganz zu schweigen. Die Maitage hätten der erste Aufschlag als Live-Band sein sollen, stattdessen blieb mehr Zeit zum Üben. Und für die Suche nach dem eigenen Stil.

Der nämlich steht noch nicht fest. „Wir hören alle unterschiedliche Musik“, sagt Drummer Lars Lammers, „aber wir können alle gute und gut gemachte Musik erkennen“. Fest steht allerdings schon, was nicht gespielt wird. „Schlager und Rap kommen nicht infrage“, sagt Keyboarder Jan Nieman, der die Band mit Lars Lammers ins Leben rief.

„Wir haben in Friesoythe nach Leuten gesucht, die ihre Instrumente so richtig gut beherrschen“Lars Lammers, Schlagzeuger

Die 21-Jährigen kennen sich seit Grundschulzeiten, beide haben im Alter von fünf Jahren mit ihren Instrumenten angefangen. Da lag die Idee, eine gemeinsame Band zu gründen, irgendwie nahe. „Wir haben dann in Friesoythe nach Leuten gesucht, die ihre Instrumente so richtig gut beherrschen“, erzählt Lammers.

Einen davon, seinen zwei Jahre jüngeren Bruder Nico, fand er gleich in der Familie. „Der ist an der Gitarre richtig klasse“, lobt der Ältere den Jüngeren. Der 17-jährige Julius Trippner (Gitarre) empfahl sich durch seine eigenen Videos bei Youtube, den Bassisten Jens Deeken (31) kennt Lammers aus DLRG-Zeiten.

„Die Musik, die ich höre und die ich machen will, passt in das Konzept.“Jantje Lindner, Sängerin

Fehlt noch die Sängerin. Da gebe es, erfuhr Lammers von einem Bekannten, bei der Big Band Bösel eine junge Frau, die er sich mal anhören sollte. Jantje Linder (17) überzeugte auf Anhieb und hatte selbst auch Lust darauf, in der Band mitzumachen. „Die Musik, die ich höre und die ich machen will, passt in das Konzept“, sagt sie.

Der gemeinsame musikalische Nenner der sechs Bandmitglieder ist die amerikanische Band Toto. „Das ist am nächsten bei dem, was wir unter richtig guter Musik verstehen“, sagt Jan Niemann. „Damit oder auch mit Garry Moore können sich alle identifizieren, deren Stil können wir aufgreifen“, ergänzt Linder.

Die ersten Videos waren Cover-Songs von Toto und Garry Moore

Folgerichtig suchte sich die Band für ihre ersten beiden Videos Songs von Toto und Moore aus. „Liveauftritte sind nicht möglich“, sagt Jens Deeken. „Das müssen wir kompensieren.“ Was leichter gesagt ist als getan. „Wir wollten da nicht einfach ein Mikro in die Mitte stellen“, sagt Nico Lammers. „Wir wollen richtig gut abgemischte Musik liefern.“

Coronakonform spielten die Musiker den Gesang und die einzelnen Instrumente getrennt voneinander ein. Lars Lammers gab mit dem Schlagzeug den Takt vor, diese Sounddatei nutzten die anderen, um ihren Beitrag passgenau abzuliefern. Kein leichtes Unterfangen, genauso wie die Aufgabe, Videos und Musik synchron zu schneiden.

Die Cover-Songs haben den Musikern geholfen, sich als Band zu finden. Nun sollen die ersten eigenen Songs kommen. „Wir sind dabei, unseren Weg zu finden“, sagt Lars Lammers. „Jetzt müsste nur Corona noch vorbei sein.“

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