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Saterländer Schulleiter nimmt in eigener Show Kabarett aufs Korn

Seine satirische Seite entdeckte Klaus Finsterhölzl, Oberstudiendirektor des Laurentius-Siemer-Gymnasiums in Ramsloh, während des Studiums. Lässt die Pandemie es zu, steht er wieder auf der Bühne.

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Wortgewandt und wandelbar: Klaus Finsterhölzl schlüpft in unterschiedliche Figuren und Charaktere. Foto: Finsterhölzl

Wortgewandt und wandelbar: Klaus Finsterhölzl schlüpft in unterschiedliche Figuren und Charaktere. Foto: Finsterhölzl

Warum lädt Jesus nach der Hochzeit zu Kana zur Pressekonferenz ein und stellt sich in Giovanni-Trapattoni-Manier drängenden Fragen, während sein römischer Henker Pontius Pilatus plötzlich Österreicher wird? Wortgewandte Antworten liefert Klaus Finsterhölzl, mit dem man auch Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki überraschend anders erlebt, auf Rotkäppchen trifft und auf cholerische Hundebesitzer.

Wider den tierischen Ernst könnte es beim Oberstudiendirektor des Saterländer Laurentius-Siemer-Gymnasiums (LSG) auch heißen, der seine satirische Seite schon zu Studentenzeiten entdeckte.

Von den berühmten bayerischen Kabarettisten Karl Valentin und Gerhard Polt inspiriert, imitierte der gebürtige Landshuter während seines Theologie- und Lateinstudiums in Würzburg immer wieder mal seine Vorbilder und stellte dabei fest, dass "das nicht nur mir gefällt, sondern auch anderen." Vor 15 Jahren stand der 52-Jährige dann erstmals vor größerem Publikum auf der Bühne und möchte nach längerer Abstinenz nun wieder dort stehen.

Mit Karl Valentin im Büro: Klaus Finsterhölzl liebt den Humor des berühmten bayerischen Komikers, der 1948 starb. Foto: WimbergMit Karl Valentin im Büro: Klaus Finsterhölzl liebt den Humor des berühmten bayerischen Komikers, der 1948 starb. Foto: Wimberg

Die geplanten Auftritte in seiner Wahlheimat Edewecht und seinem beruflichen Wirkungsort Ramsloh wurden zwar coronabedingt abgesagt, doch in den April 2022 verschoben. "Ganz ausfallen lassen möchte ich sie auf keinen Fall", sagt der Schulleiter.

Seine One-Man-Show stammt ausschließlich aus der eigenen Feder und bleibt geheim. "Selbst meine Familie kennt das Programm nicht", verrät der verheiratete Vater von drei Söhnen lächelnd, der auch auf eine Generalprobe verzichtet. Er möchte nicht nur zum bloßen Schenkelklopfen animieren, sondern mit seiner Form der Kleinkunst wandelbar, geistreich und pointiert unterhalten. Kurzweilig, aber nicht plump präsentiert er ganz unterschiedliche vertraute Charaktere und schlüpft dabei durch einen Kleidungswechsel auch optisch in die Figuren. Sich über Menschen in seinem persönlichen Umfeld lustig zu machen oder über Leute, "die schwächer sind" kommt für ihn nicht infrage.

Sich selbst macht er bei seinen abendlichen Auftritten jedoch gut und gerne zum Deppen. Morgens ist er allerdings wieder der Kapitän im Kollegium und Unterricht, der bei aller Sympathie frei von Satire und nicht komisch ist. "Zwei Rollen, die ich trennen muss und kann", betont der LSG-Direktor, der ein Nebengewerbe angemeldet hat.

Macht sich gut und gerne zum Deppen: Der Oberstudiendirektor möchte dabei auch zum Nachdenken anregen. Foto: FinsterhölzlMacht sich gut und gerne zum Deppen: Der Oberstudiendirektor möchte dabei auch zum Nachdenken anregen. Foto: Finsterhölzl

Ideen für sein "Kabarett aufs Korn genommen" kommen ihm im Auto, beim Laufen oder Fahrradfahren. Einige Texte schreibt er komplett auf, bei anderen reichen Stichpunkte. Auswendig lernen war nie sein Problem.

"Das machst du auch noch", reagierten Freunde und Bekannte kopfschüttelnd und dachten vielleicht an ein Zitat von Karl Valentin, der mal sagte: "Kunst ist schön, macht aber auch viel Arbeit". Als Belastung sieht Finsterhölzl diese Arbeit als Hobby jedoch nicht. Vielmehr sei sie eine "Entlastung und durch sie bekomme ich den Kopf frei".

Außerdem möchte der Pädagoge seine Auftritte mit einer Botschaft verbinden und seine Schüler dazu motivieren, die eigenen Talente herauszufinden und sie auch auszuleben.

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