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Sascha Trimpe macht mehr als Bum-Bum

Der Lohner hat sich als DJ dem melodischen Techno und House verschrieben. Im Interview erzählt er, was seinen Stil auszeichnet – und was sein großer Traum ist.

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Gibt Newcomern eine Bühne: Gemeinsam mit seinem Kumpel Hendrik Schulter betreibt Sascha Trimpe seit 2018 den Podcast "Set ohne Namen". Foto: Schöning

Gibt Newcomern eine Bühne: Gemeinsam mit seinem Kumpel Hendrik Schulter betreibt Sascha Trimpe seit 2018 den Podcast "Set ohne Namen". Foto: Schöning

Techno? Das ist doch eh nur Bum-Bum und Uzz-Uzz. . . Dieser Aussage widerspricht Sascha Trimpe energisch. Der Lohner hat sich als DJ und Produzent voll und ganz dem Genre verschrieben – mit einer Einschränkung: Der 33-Jährige legt viel Wert darauf, dass seine Tracks melodisch klingen. Im Interview erzählt er, was seinen Musikstil auszeichnet, was sich hinter dem Podcast „Set ohne Namen“ verbirgt – und warum sich seine letzte Chance als Glücksgriff erwies.

Herr Trimpe, wie sind Sie zur Musik gekommen?

Ich war schon immer davon fasziniert, wie man aus Gefühlen Tracks zaubert. Obwohl ich leider nie in den Genuss kam, ein Instrument spielen zu können beziehungsweise ich mich irgendwie nie für eines wirklich interessiert habe, wollte ich dennoch mal meine eigene Musik produzieren. Ich informierte mich und legte mir ein günstiges Midi-Keyboard, einen Laptop und die Musikproduktions-Software „Ableton Live“ zu. Als mir dann noch durch Umwege das Handwerk eines DJs näher gebracht wurde – ich muss mich besonders bei Mark Nuxoll bedanken, der mir das Auflegen beigebracht hat –, war der Grundstein gelegt.

Warum gerade Techno?

Erst einmal ist es bei mir nicht der übliche Techno, den jeder in der Gesellschaft als „Bum Bum“ beschreiben würde: Meine Genres heißen „Melodic Techno & House“ und „Progressive House“. Ich denke, man kommt da durch Freundschaften und Clubbesuche rein. Wenn man dann aber das Genre gefunden und es lieben gelernt hat, dann weiß man ganz genau, wo die Reise musikalisch hingeht.
Was zeichnet Ihren Stil aus? Bei meinen Tracks versuche ich, meine Gefühle in eine Melodie zu verwandeln, gepaart mit Drums und tiefen Bässen. Bei meinen Sets probiere ich, eine melodische Geschichte in Form einer Welle zu erzählen. Mal Höhen, mal Tiefen. Ich spiele nie ein Set, das konstant nur nach vorne geht, sondern auch mal ruhige Akzente hat, um auch das Ohr beziehungsweise das Publikum zu fordern.

Gemeinsam mit Hendrik Schulter betreiben Sie seit 2018 einen Podcast „Set ohne Namen“. Was verbirgt sich dahinter?

Ich kenne es sehr gut, dass Talente es schwer haben, ihre Sets öffentlich zu präsentieren. Viele Podcastreihen sind darauf ausgelegt, nur große DJs und Künstler zu präsentieren, um eine gewisse Reichweite zu erzielen. Doch Hendrik und ich möchten kleineren DJs und Newcomer die Chance geben, ihre Musik und ihr Können über unser Portal „Set ohne Namen“ zu präsentieren.

Was gibt es zu Ihren Tracks und Veröffentlichungen zu sagen?

„Karius“, der beim New Yorker Label „ICONYC Noir“ veröffentlicht wurde, war quasi meine letzte Chance. Ich wollte es nur noch einmal probieren, einen Track zu verschicken. Ich hatte einfach keine Kraft mehr, immer nur Absagen im Mailfach zu haben. Doch dann war plötzlich eine Zusage aus New York da. Die Produzenten wollten aber nur eine Two-Track-EP und keine One-Track-EP. Also produzierte ich eine ganze Nacht lang an einem zweiten Track, obwohl ich am nächsten Tag um 5 Uhr morgens zur Frühschicht musste. Es hat sich gelohnt. „Black Sunset“ stieg ein paar Tage nach der Veröffentlichung direkt in den Progressive House Top 100 Releases Charts ein und landete auf Platz 28. Meine zweite EP „We Will Run“, die ich mit der Stimme der Bakumerin Melanie Landwehr produzierte, wurde beim Label „IN2U Records“ aus Großbritannien released und sprang auch direkt auf Platz 50 der Top 100 Releases Charts. Meine dritte und aktuellste EP „Wylump“ ist vor kurzen bei „BC2 Records“ aus Belgrad veröffentlicht worden, worüber ich mich auch sehr freue. Über Veröffentlichungen in naher Zukunft darf und kann ich nicht reden aber eins kann ich verraten, die nächsten Tracks von mir sind schon bei diversen Labels unterzeichnet und stehen in den Startlöchern.

In welchen Clubs haben Sie schon aufgelegt?

In diversen Techno und House Clubs in Münster, Hamburg, Osnabrück, Hannover, Oldenburg und auch im Landkreis. Meine persönlichen musikalischen Highlights waren das Tante-Mia-Festival 2017 in Vechta und ein Liveauftritt in der Sendung „Push“ beim Radiosender „Bremen Next“.

Was ist Ihr großer Traum?

Kurz und knapp: Von meiner Musik leben zu dürfen und vielleicht dadurch die Welt zu erkunden; herumzureisen von Gig zu Gig. Das wäre echt traumhaft, aber davon bin ich noch weit entfernt.


Fakten:

  • Sascha Trimpe ist 33 Jahre alt und wohnt in Lohne. 
  • Er ist Maschinenbediener bei einem Lohner Kunststofftechnik-Unternehmen.
  • Seine Hobbys sind Musik machen, Fußball gucken und Freunde treffen.
  • Seine Musik ist den Genres Melodic House & Techno sowie Progressive House zuzuordnen.
  • Im September 2018 wurde er vom "Elevator", einem Fachhandel für DJ-Zubehör, zum "Artist of the Month" gewählt.

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