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Rhythmus im Lockdown: "Zebu" greift wieder vermehrt zur Gitarre

Der Friesoyther Band- und Chorleiter spielt längst vergessene Stücke und bereitet neue für Auftritte vor. Wann sie stattfinden, bleibt abzuwarten, aber ein Klagelied will er nicht anstimmen.

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Musik ist für ihn absolut analog: "Zebu" Klaus Dieter Hildebrandt an der Gitarre. Foto: Claudia Wimberg

Musik ist für ihn absolut analog: "Zebu" Klaus Dieter Hildebrandt an der Gitarre. Foto: Claudia Wimberg

Wenn er morgens von seiner großen Runde mit dem Rad nach Hause kommt, heizt er den Kamin an und greift zur Gitarre. „Damit ich nicht einroste und fit bleibe“, beschreibt „Zebu“ alias Klaus-Dieter Hildebrandt seinen Rhythmus im Lockdown. Sportlich wie musikalisch.

Bei den Auftritten ist eigentlich das Klavier sein Instrument, aber seine Leidenschaft für die akustische Gitarre, an der er im Studium seine Prüfung abgelegt hat, ist geblieben. Mal greift er zur Westernvariante, mal zum klassischen Konzertinstrument, spielt Stings „If you love somebody set them free“ und Prince‘ „Purple rain“ als neue Songs im Repertoire seiner „Gnus“ oder studiert „äußerst spezielle“ südamerikanische Klänge für „A Mano“, seine zweite Combo, ein. Nicht zu vergessen die Altenoyther „JoVi-Singers“, die als Dritte im Bunde unter seiner Leitung stehen und mit denen er ebenfalls kreative Ideen umsetzen möchte.

Zebu and the Gnus: Seit rund 35 Jahren gibt es die Band mit wechselnden Mitgliedern. Foto: Passmann"Zebu and the Gnus": Seit rund 35 Jahren gibt es die Band mit wechselnden Mitgliedern. Foto: Passmann

Normalerweise steht der 65-Jährige mit seinen beiden Bands an jedem zweiten Wochenende auf Bühnen oder dem Kneipenparkett, wenn er nicht mit dem Gospel-Chor Konzerte und Feierlichkeiten gestaltet. Aber da in Coronazeiten nichts normal ist, „fällt zurzeit ja wieder alles weg, das vermisse ich natürlich sehr, aber es geht nicht anders und ich kann mich gut alleine beschäftigen“, sagt der pensionierte Pädagoge, der an der früheren Altenoyther Hauptschule sowie am Schulzentrum Saterland unterrichtete.

Seine Bandmitglieder sind auch seine Freunde und die Treffen zur Probe somit immer von Geselligkeit und persönlichem Austausch geprägt. Der läuft jetzt eher medial und ein Klagelied will Klaus Dieter Hildebrandt ohnehin nicht anstimmen. „Denn wir müssen nicht von unseren Auftritten leben“, unterstreicht der gebürtige Krumhörner, der seit über 50 Jahren Musik macht. Da sieht es bei Kollegen, die als Berufsmusiker unterwegs oder auf einen Doppelverdienst angewiesen sind, ganz anders aus, weiß der in der Szene bestens vernetzte Friesoyther.

„Für manche eine Katastrophe und Gleiches gilt auch für unsere Kneipenwirte, bei denen wir seit vielen Jahren spielen“, betont Hildebrandt, für den Musizieren „absolut analog und eine soziale Interaktion ist, die auf Gemeinschaft setzt“. Digitale Aufnahmen kommen für ihn selbst nicht infrage. „Aber vielleicht bin ich dafür auch schon zu alt“, gesteht er lächelnd. Grundsätzlich zählt sich der Band- und Chorleiter zu den Optimisten und hofft darauf, dass der Impfstoff „als Segen“ den Alltag einführt und er mit „Zebu and the Gnus“, „A Mano“ und die JoVi-Singers touren kann.

Nach der Pandemie "vielleicht viel mehr Lust" 

Darüber hinaus freut er sich auf seine Keyboardklassen am Schulzentrum, die er nach wie vor begleitet „und ich im Zusammenspiel mit den Schülern meine Arbeit am besten erkenne“.

Doch bei allen Defiziten, die die Krise gerade in der Breitenkultur auf dem Land auslöse, bewirke sie vielleicht aber auch eines: „Dass alle danach viel, viel mehr Lust haben, zu musizieren, zu üben und zu den Proben zu kommen, weil die Wertschätzung dafür viel größer geworden ist.“ Und Zebu verbindet die Hoffnung mit dem Wunsch, „dass wir uns ohne Ausnahme alle wiedersehen, schnell wieder loslegen können, um gut zu unterhalten.“

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