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Premiere im Herbst: Virtuelles Musical der Lohner Bühnentalente erhält weitere Förderung

Die VR-Bank Dinklage-Steinfeld unterstützt das innovative Kulturprojekt mit 19.000 Euro. Die Produktion macht derweil große Fortschritte. Die Aufführungen finden auf der neuen Kleinkunstbühne statt.

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Großzügige Unterstützung: VR-Bank-Vorstand Benno Fangmann (links) übergab Vincent Kaufmann (Mitte) und Werner Fangmann von den Bühnentalenten am Samstag während der Generalprobe einen symbolischen Scheck in Höhe von 19.000 Euro. Foto: Stilkenböhmer

Großzügige Unterstützung: VR-Bank-Vorstand Benno Fangmann (links) übergab Vincent Kaufmann (Mitte) und Werner Fangmann von den Bühnentalenten am Samstag während der Generalprobe einen symbolischen Scheck in Höhe von 19.000 Euro. Foto: Stilkenböhmer

Endlich ist die Kultur auf die Bühne in der Aula des Gymnasiums Lohne zurückgekehrt: Am Wochenende probte der Verein Bühnentalente für die Aufnahmen seines virtuellen Musicals. Die Darsteller, allesamt Ehemalige der Musical-AG der Schule, sangen unter anderem ein Lied aus der Produktion "Songs For A New World" von Jason Robert Brown. Die Leitung oblag den Gymnasiallehrern Alexander Eik (Musik) und Stefan Middendorf (Regie).

Lieder für eine neue Welt – die deutsche Übersetzung des Titels passt sehr gut zu dem, was seit einigen Monaten auf maßgebliche Initiative des Bühnentalente-Vorsitzenden Vincent Kaufmann entsteht. Mit der innovativen Verknüpfung von Virtual Reality und Musical will der Verein eine neue Perspektive auf Kultur eröffnen – und das trotz oder gerade wegen der Corona-Pandemie.

Kaufmann fungiert als Produktionsleiter. Er sagt: "Der Zuschauer soll das Gefühl erhalten, er sei wirklich ein Teil der Szene." Die Umsetzung erfolgt mittels 360-Grad-Kamera, welche die Schauspieler aufnimmt. "Geplant sind erst einmal 6 inszenierte Songs."

Inszenierung im 3D-Raum: (von links) Carolin Schewe-Middendorf, Stefan Middendorf und Max Möhlmann proben an der 360-Grad-Kamera. Foto: StilkenböhmerInszenierung im 3D-Raum: (von links) Carolin Schewe-Middendorf, Stefan Middendorf und Max Möhlmann proben an der 360-Grad-Kamera. Foto: Stilkenböhmer

Das Eingangslied geht beispielsweise thematisch auf die Pandemie ein. Für ein solches Projekt müsse man Praktiker sein, sagt Kaufmann, und intuitiv vorgehen, da ein Ergebnis der Proben nicht sofort erkennbar sei. Das Team erstellt bis zu 10 Takes und analysiert später das Resultat. "Das Ausprobieren ist eine essenzielle Aufgabe", erläutert der Mühler, der momentan in Berlin lebt.

Das Ziel, das die Bühnentalente mit dem virtuellen Musical verfolgen, ist es, besonders den ländlichen Raum mit technischen Innovationen vertrauter zu machen und den Menschen die neue Möglichkeiten näherzubringen. Das Projekt startete vor circa einem Jahr.

Filmproduktion ist für das Team völliges Neuland

Der Lockdown zu Beginn des Jahres hatte es den Teilnehmern der Produktion nicht leicht gemacht. Als alles heruntergefahren war, berichtet Kaufmann, musste jeder für sich arbeiten. "Es war ein anstrengender Prozess in mehreren Etappen." Allein die Erfahrung aller Beteiligten habe zum Gelingen beigetragen. Die Audioaufnahmen wurden bereits im Tonstudio angefertigt.

Die Inszenierung eines Songs findet beispielsweise digital auf einem Bauernhof in Dinklage statt. Der Zuschauer befindet sich auch dort, sobald er die Brille mit den zugehörigen Kopfhörern aufsetzt. Die Umsetzung war aufwendig und hat mehr als 3 Tage in Anspruch genommen. "Die Filmproduktion ist Neuland für das Team und wir lernen immer noch viel dazu“, konstatiert Kaufmann.

Nach seinen Angaben zeichnet sich die Produktion eines digitalen Musicals durch den stetigen Wandel aus. Man müsse immer wieder mit neuen Herausforderungen umgehen. „So entfällt natürlich die direkte Reaktion vom Publikum, wie man sie sonst gewohnt ist", sagt Kaufmann.

"Wir wollen die Zuschauer in ein neues Universum entführen."Vincent Kaufmann, Vorsitzender des Vereins Bühnentalente und Produktionsleiter des virtuellen Musicals

Bei der Inszenierung geht es um jedes Detail. Denn, anders als in einem "normalen" Video, befindet sich der Zuschauer während der Rezeption in einem virtuellen, 3-dimensionalen Raum, in dem er in alle Richtungen blicken kann. "Bei den Proben selbst entwickeln wir neue Ideen und feilen stets an Verbesserungsmöglichkeiten, um dem Besucher ein überzeugendes Erlebnis präsentieren zu können."

Dank der Immersion, des vollständigen Eintauchens des Users in die virtuelle Welt, entsteht ein „atemberaubendes und interaktives Live-Erlebnis“, verspricht Kaufmann. Die Kopfhörer schotten den Rezipienten von der Außenwelt ab und verstärken das Klangerlebnis. Für die Dauer der Aufführung wolle man den Zuschauer "in ein neues Universum entführen", sagt der 24-Jährige.

Atmosphärische Inszenierung: Eine Szene aus der Produktion des virtuellen Musicals des Vereins Bühnentalente. Foto: KroneAtmosphärische Inszenierung: Eine Szene aus der Produktion des virtuellen Musicals des Vereins Bühnentalente. Foto: Krone

Die Bühnentalente haben schon einige finanzielle Unterstützer für das Projekt gewinnen können. Am Samstag gesellte sich nun auch noch die VR-Bank Dinklage-Steinfeld dazu. Vorstand Benno Fangmann überreichte einen symbolischen Scheck in Höhe von 19.000 Euro. Er sagte, er freue sich darauf, die Zukunft des Theaters erleben zu dürfen.

Das virtuelle Musical kann auch in einer pandemischen Lage zur Aufführung gebracht werden. Dies ist möglich aufgrund der wenigen Zuschauer im VR-Veranstaltungsraum. Bis zu 12 Personen können auf der neuen Kleinkunstbühne in Lohne, die in der Immobilie Heilmann an der Bahnhofstraße entsteht, in bequemen Drehstühlen Platz nehmen. Sie erhalten die Ausrüstung und eine kurze Einführung. Dann kann es auch schon losgehen.

Vorführungen sind nach Angaben von Kaufmann an den Wochenenden vorgesehen. Die Premiere ist für den Herbst geplant. Innerhalb von 30 bis 60 Minuten werden die 6 Stücke abgespielt. Für die Zukunft haben die Bühnentalente schon weitere Ideen, die mit der ständigen Verbesserung der technischen Möglichkeiten einhergehen. "Wir wollen noch mehr Produktionen realisieren. Vorstellbar wären bald auch interaktive Geschichten oder sogar der Gang im digitalen Raum", kündigt Kaufmann an.

Konzentrierte Generalprobe: (von links) Carolin Schewe-Middendorf, Stefan Middendorf, Max Möhlmann, Johannes Vallo, Luisa Fangmann und Vincent Kaufmann. Foto: StilkenböhmerKonzentrierte Generalprobe: (von links) Carolin Schewe-Middendorf, Stefan Middendorf, Max Möhlmann, Johannes Vallo, Luisa Fangmann und Vincent Kaufmann. Foto: Stilkenböhmer

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