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Plattdeutsch sprechen heißt auch Heimat

Rainer Haberland wohnt in Calveslage. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Rainer Haberland wohnt in Vechta. Der 49-Jährige ist Gastwirt.

„Heimat ist für mich zum Beispiel der Stoppelmarkt. Am Montag muss ich einfach da hin. Da trifft man Leute, die man manchmal ein ganzes Jahr nicht gesehen hat. Manchmal wechselt man bloß drei Worte, manchmal wird es eine halbe Stunde. Das gehört für mich einfach dazu.

Ich verbinde mit meiner Heimat den Begriff Bodenständigkeit. Ich wohne seit 50 Jahren am gleichen Ort, in meinem Elternhaus in Calveslage. Vor Jahren haben wir mal überlegt, berufsbedingt nach Cloppenburg zu ziehen. Aber das haben wir verworfen. Unser Haus mit Garten, das ist unser Stückchen Land. Wenn ich nach Hause komme, weiß ich: Hier habe ich jetzt Ruhe, weit entfernt von dem Stress, den wir als Gastronomen haben. Viel hat sich verändert im Laufe der Zeit. Als Kind wohnten wir am Waldrand, jetzt wohnen wir mittendrin. Aber das ist in Ordnung. Warum sollen nicht auch andere Leute so schön wohnen? Manchmal befürchte ich aber, dass uns im Laufe der Zeit die Industriegebiete zu nahe rücken.

Früher hätte ich mir durchaus vorstellen können, dass ich später woanders hinziehe. Aber meine Mutter war früh Witwe und dann kam es so, dass ich als jüngstes Kind als Einziger von den Geschwistern noch zuhause war. Dann hat es sich so ergeben, dass ich auch dort geblieben bin. Jetzt könnte ich nicht mehr wegziehen. Wir leben hier ja auch in einer sehr sicheren Gegend. Mit Umwelt- oder Naturkatastrophen müssen wir nicht rechnen.

Heimat sind für mich auch die Menschen hier. Ich weiß, wie sie denken und in welche Richtung die Dinge laufen. Unsere Nachbarn sind noch die gleichen wie am Anfang, auch wenn es jetzt einen Generationenwechsel gibt. In unserer Gaststätte ,Maria Rast’ in Bethen sollen sich alle wohl fühlen, die Gäste und die Mitarbeiter. Wir sind eine große Gemeinschaft.

Meine Frau und ich sprechen Plattdeutsch, das macht vieles einfach. Im Plattdeutschen kann man vieles einfacher sagen. Auch wenn man sich ärgert, hört es sich freundlicher an. Ich hoffe, dass ich in meinen vier Wänden wohnen bleiben kann, so lange ich lebe.“

Fakten

  • Das Projekt Heimat.Los der OV und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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