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Plattdeutsch lässt die Kinderherzen höher schlagen

Der Nachwuchs hat beim Kulturfrühstück seinen großen Auftritt. 3000 Euro Erlös durch Tischset-Verkauf.

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Spielerisch zum Plattdeutschen: Gertrud Grotegers (vorne links) vermittelt den Kindergartenkindern mit Fingerspielen und leicht verständlichen Liedern die niederdeutsche Sprache. Foto: Röttgers

Spielerisch zum Plattdeutschen: Gertrud Grotegers (vorne links) vermittelt den Kindergartenkindern mit Fingerspielen und leicht verständlichen Liedern die niederdeutsche Sprache. Foto: Röttgers

„Es macht mir einfach einen Riesenspaß, das Plattdeutsche weiterzugeben“, erklärte Gertrud Grotegers anlässlich des „Kulturfrühstücks up Platt“ in der Gaststätte Suntken. Alle in ihrer Familie hat Groetegers mit ihrem Plattdeutsch-Fieber angesteckt. Selbst die fünf Jahre alten Enkel Ella und Abby Grotegers erlebten ihren herzlich niedlichen Auftritt zur Freude aller im Saal: „Wer im Leben Platt schnacken kann, der ist besser dran!“, lautete unisono die Botschaft der jungen Zwillinge. Stefanie und Anke Homrighausen sangen passend zum Weltfrauentag Lieder über Herzschmerz, „Alltagswehwehchen“, die beliebtesten Wörter auf Plattdeutsch und brachten lustige Begebenheiten zu Gehör.

Die Kinder des Kindergartens St. Catharina mit Erzieherin Theresia Lögering sowie Handpuppe „Heini“ hatte die „Botschafterin des Plattdeutschen“ mit Fingerspielen an die niederdeutsche Sprache herangeführt. „Moin, Moin“ und „Fier lütke Fiske“ waren einfache Mitmachlieder für Herz und Hand, die die Jüngsten bei ihrem Auftritt mit purer Begeisterung vormachten. Da war natürlich anschließend auch unter großem Beifall eine Zugabe fällig.

Das Duo Ludger Baumann und Matthias Trumme präsentierte Hannes Waders „Dei Groffschmitt“ und luden mit „Ziru-ziru-zierallala“ ebenfalls das begeisterte Publikum zum Mitsingen ein. Musikalisches gab es zudem von Hans Burwinkel am Keyboard, der bekannte Lieder „up Platt“ in einer kleinen Liederfibel getreu dem Motto „Kumm eis in, sett di daol, un loop nich forts all wedder weg!“ zum Schunkeln und Mitsingen zusammengestellt hatte.

Ganz zum Schluss hatte die wohl mit zweieinhalb Jahren jüngste Teilnehmerin Janne Bruchmann noch ihren großen Auftritt. Sie durfte bei einer Verlosung von plattdeutschen Accessoires die Glücksfee spielen.

Gertrud Grotegers, eine der vier Plattdeutschbeauftragte der Stadt, kommt übrigens jeden Freitag in den Kindergarten St. Catharina und gibt ihre Erfahrungen weiter. „Je jünger, desto besser klappt es“, erklärt die 66- jährige Erzieherin, die das Plattdeutsche im Morgenkreis mit Fingerspielen Kindern im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren mit auf den Weg geben möchte. Ihr Motto dazu lautet: „Über die Worte in die Sprache kommen!“ Sie selbst komme sich sogar nach eigenen Worten ein bisschen wie der „Rattenfänger von Hameln“ vor, da sie bereits über 60 Kinder mit ihrem Plattdeutsch-Fieber angesteckt und in ihren Bann gezogen habe.

Der Verkauf des plattdeutschen Tischsets, das Gertrud Grotegers, Anke Homrighausen und Andreas Seebeck entworfen hatten, hat einen Erlös von 3000 Euro eingebracht. Diese Summe wird für die Organisation „Target“ von Rüdiger Nehberg eingenommen. „Target“ setzt sich gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen ein. Täglich werden 8000 Mädchen ihrer Genitalien und Würde beraubt. Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen betroffen.

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