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Philipp von Froberg hatte einen starken Einfluss auf die Geschichte Rixheims

Eine Ausstellung im Industriemuseum Lohne beleuchtet das Leben seiner Familie und die wechselvolle Geschichte der Commanderie von Rixheim als Kaserne, Gefängnis, Spital und Tapetenfabrik.

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Benoît Meyer sprach mit Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet während der Ausstellungseröffnung über die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit. Foto: Heinzel

Benoît Meyer sprach mit Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet während der Ausstellungseröffnung über die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit. Foto: Heinzel

Rixheim, die französische Partnerstadt Lohnes, beteiligt sich an den 16. Lohner Kulturtagen mit einer Ausstellung im Industriemuseum Lohne. 3 Wochen sei die Schau zu sehen, erklärte Leiterin Ulrike Hagemeier während der Eröffnungsfeier. Sie bezeichnete solche Ausstellungen zwischen Partnerstädten als Basisarbeit für Europa. Lohnes Bürgermeisterin Dr. Henrike Voet sprach in ihrer Rede davon, dass sich „über die Jahre ein enges Band der Freundschaft zwischen den Bewohnern gebildet“ habe. Barbara Herbaut, die stellvertretende Bürgermeisterin von Rixheim, sagte über Ausstellungsmacher Benoît Meyer: „Die Geschichte von Rixheim ist ihm eine Herzensangelegenheit.“ Der langjährige Archivar der Stadt Rixheim erläuterte anschließend sein Werk und dankte Werner Steinke für seine Übersetzungen.

Benoît Meyer bezeichnete Philipp von Froberg – oder wie er auf Französisch heißt: Philipp de Montjoie – als eine der Hauptpersonen in der Geschichte Rixheims. Er sei der Erbauer der Commanderie, die als Wohnsitz, Kaserne, Gefängnis, Spital und Tapetenfabrik diente. Das Gebäude sei das Symbol für die Stadt und wurde 1797 zur Heimat der Tapetenfirma Zuber & Co, welche die älteste in diesem Bereich sei, so Benoît Meyer. Eine ihrer Tapeten hängt im Weißen Haus in Washington.

3 Jahre forschte Benoît Meyer unter anderem in Münster, München, Colmar, Paris und Altshausen. Das Ergebnis: 23 illustrierte Tafeln mit Texten in deutscher und französischer Sprache, die aus der Perspektive von Philipp von Froberg geschrieben wurden. „Ich finde es lebendiger und die Menschen können dadurch gut in die Geschichte eintauchen“, erklärte Benoît Meyer.

Benoît Meyer (Mitte, stehend) gab einen Überblick über das Leben Philipp von Frobergs und die Ausstellung. Foto: HeinzelBenoît Meyer (Mitte, stehend) gab einen Überblick über das Leben Philipp von Frobergs und die Ausstellung. Foto: Heinzel

Die Ausstellung: Sie beginnt mit den Ursprüngen der Familie und setzt sich über wichtige Mitglieder wie Ludwig von Froberg, dem Großneffen des Gegenpapstes Clemens VII und einem Minnesänger, welcher im Codex Manesse, einer Sammlung höfischer Liebeslieder, vertreten ist, fort. Philipp von Froberg (1687 bis 1757) und sein Architekt Johann Caspar Bagnato werden später unter anderem in ihrer Funktion für den Deutschen Orden, zu dem es einen Exkurs gibt, thematisiert. Philipp von Froberg lebte in der Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und erlebte beispielsweise den spanischen und österreichischen Erbfolgekrieg.

Benoît Meyer verbindet individuelle und allgemeine Geschichte und zieht als Fazit seiner Ausstellung, dass Philipp von Froberg und sein Architekt Johann Caspar Bagnato auf beiden Seiten des Rheins wirken konnten. Er sagte, dies sei ein schönes Symbol für Europa.

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