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Peter Sieve erklärt, wie sich Körper und Geist in Einklang bringen lassen

Als junger Mann entdeckte Peter Sieve ein Buch des japanischen Zen-Meisters Taisen Deshimaru. Nun ist der Lohner überzeugter Buddhist und teilt sein Wissen über die Meditationstechnik Zazen gerne.

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Einklang von Körper und Geist: Das habe Peter Sieve vom Buddhismus überzeugt.    Foto: Gerwanski

Einklang von Körper und Geist: Das habe Peter Sieve vom Buddhismus überzeugt.    Foto: Gerwanski

Peter Sieve ist bekannt als ehemaliger Leiter der Musikschule Lohne. Doch es ist dieses Mal nicht die Musik, die den 67-Jährigen veranlasst, zu Veranstaltungen in das Ludgerus-Werk einzuladen. Vielmehr rückt dabei sein spirituelles Interesse in den Mittelpunkt, das den praktizierenden Buddhisten und Experten für die Praxis der Meditationstechnik Zazen bewegt.

"Ich hatte immer ein spirituelles Interesse am Leben", betont Peter Sieve. Wenn er an seinen ursprünglichen christlichen Hintergrund denke, berichtet er, so sei ihm in Erinnerung, dass er zum Beispiel als 8-Jähriger gerne in die Kirche gegangen sei. Auch die Zeit als Schüler in einem katholischen Internat sei bedeutend gewesen. Als junger Mann sei er dann aber in der Bremer Stadtbibliothek sozusagen "über ein Büchlein gestolpert". Der Inhalt dieses Büchleins von Taisen Deshimaru, einem japanischen Zen-Meister, habe ihn überzeugt. "Diese Darstellung des Einklangs von Körper und Geist erkannte ich als die Lösung für meine Spiritualität", erklärt Sieve. Damals, vor etwa 40 Jahren, sei Zen für westliche Menschen durchaus exotisch gewesen. Mittlerweile wisse man hier auch, dass der Buddhismus unterschiedliche Ursprünge habe und nach wie vor verschiedene Richtungen. Peter Sieve selbst gehört der Zen-Vereinigung e. V. an. Diese Vereinigung zählt etwa an die 600 Mitglieder.

"Es ist doch meistens so, dass wir im Alltag von einer Realität ausgehen, die wir uns selbst gestaltet haben."Peter Sieve

Doch zurück zu Taisen Deshimaru: "Die Meditationstechnik des Zen-Buddhismus, das Zazen, darf man nicht mit Japan oder der Lebensweise dort gleich setzen", sagt Sieve. "Diese Praxis kann überall gelten." Deshalb gebe er auch im heimischen Lohne gerne sein Wissen weiter. "Es ist doch meistens so, dass wir im Alltag von einer Realität ausgehen, die wir uns selbst gestaltet haben", gibt der Experte zu bedenken. "Das ist aber wahrscheinlich nicht die Realität, zumindest nicht die ganze. Andere Menschen sehen die Realität anders. Auch sie haben sich ihre eigene Realität selbst gebaut." Wahrnehmungsprobleme entstünden. Kein Mensch könne alles erfassen, könne scheitern.

Um seine Kenntnisse einem interessierten Publikum zu vermitteln, bietet Peter Sieve einen Abend über "Die zwölfgliedrige Kette der Erkenntnis" an. Neben diesen "Buddhistischen Einsichten", wie die Veranstaltung im Untertitel heißt, lädt er ebenfalls zu einer fünfteiligen "Einführung in die Praxis des Zazen – Erleuchtung durch Sitzmeditation" an. Ein wenig schmunzeln muss Peter Sieve dann doch, als er den Begriff Erleuchtung verwendet. "Man bekommt dabei ja keinen Heiligenschein", sagt er. "Es ist eher wie ein Aufwachen, wie ein nüchternes Feststellen, dass die Welt wunderbar ist."


Fakten:

  • Die Veranstaltung "Die zwölfgliedrige Kette der Erkenntnis – Buddhistische Einsichten" findet am 26. Januar (Mittwoch) statt. Sie beginnt um 19 Uhr und dauert circa 90 Minuten. Der Eintritt kostet 8 Euro.
  • Die Veranstaltung "Einführung in die Praxis des Zazen – Erleuchtung durch Sitzmeditation" findet ab dem 2. Februar (Mittwoch) fünf Mal jeweils mittwochs statt. Der Kurs beginnt jeweils um 19 Uhr und dauert circa 60 Minuten. Er kostet 42 Euro. Teilnehmer benötigen weite dunkle Kleidung, Meditationskissen und eine Decke.
  • Die Kurse finden im Ludgerus-Werk, Mühlenstraße 2, statt.
  • Anmeldungen unter Telefon 04442/93900 oder Email verwaltung@ludgerus-werk.de

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