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Pavel Möller-Lück erlebt mit seinem Figurentheater donnernde Beifallsstürme

Der Schau- und Puppenspieler führte "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" in Visbek auf. Die Zuschauer waren gefesselt von der Darbietung und begleiteten die humorvollen Dialoge mit viel Lachen.

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Pavel Möller-Lück erweckte seine kleinen Figuren vor allem mit seiner wandelbaren Stimme zum Leben. Foto: Heinzel

Pavel Möller-Lück erweckte seine kleinen Figuren vor allem mit seiner wandelbaren Stimme zum Leben. Foto: Heinzel

Leise ist eine tickende Uhr zu hören. Ein Kellner des Café de la Poste stellt Stühle auf, sein Lieferant kommt, trinkt einen Kaffee und fragt: Habe ich Dir eigentlich schon die Geschichte von Monsieur Ibrahim erzählt? Die Antwort ist: nein. Es ist der Beginn der Aufführung von „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Das Theater Laboratorium Oldenburg gastierte mit Pavel Möller-Lück und Karim El-Korhaly im vollbesetzten Visbeker Rathaussaal. Der Kulturkreis der Gemeinde hatte die Veranstaltung und den Zusatztermin einen Tag später organisiert.

Schau- und Puppenspieler Pavel Möller-Lück fesselte mit seinem Figurentheater das Publikum. Am Ende gab es minutenlangen, donnernden Applaus. Dem charismatischen Herrn der Puppen gelang es, durch die chamäleonhafte Modulation seiner Stimme, die einzelnen Figuren zum Leben zu erwecken, ihre Emotionen wie Verzweiflung oder Freude zu verdeutlichen und ihnen dabei etwas individuelles zu verleihen.

Kombiniert mit den vor Wortwitz sprühenden Dialogen war es eine faszinierende Inszenierung. Sie wurde noch reizvoller durch die ernsten Themen wie Religion, Rassismus, Adoption und Toleranz sowie tragischen Momenten wie einem Selbstmord, die auf humorvoll-traurige Weise präsentiert wurden. In der Erzählung gibt es aber auch stets die andere Seite wie Liebe und Freundschaft. Das Ganze wurde sehr effektvoll durch die gelungene Musikauswahl unterstützt und verstärkt.

Monsieur Ibrahim ist einer der Protagonisten der Geschichte. Foto: HeinzelMonsieur Ibrahim ist einer der Protagonisten der Geschichte. Foto: Heinzel

Zum Inhalt: Der 11-Jährige jüdische Junge Moses wächst in Paris bei seinem lieblosen Vater auf. Einem „Rechtsanwalt ohne Frauen und Fälle“, der von Moses Mutter verlassen wurde. Der Junge beginnt seinen Vater und den über 70-jährigen Besitzer des Kolonialwarenladens Monsieur Ibrahim zu bestehlen. Letzterer „war ja nur ein Araber.“ Worauf der ältere Moses meint: „Ja, so einen Scheiß habe ich gedacht.“ Doch aus ihm und Monsieur Ibrahim werden Freunde und später auch Vater und Sohn. Der Ältere bringt bringt dem Jüngeren den Koran und vieles andere näher.

Zwei Monate brauchte Pavel Möller-Lück, um die Erzählung von Eric-Emmanuel Schmitt umzusetzen. „Es ist auch meine Geschichte, denn ich habe das Gleiche erlebt“, sagt er. Als er die Buchvorlage gelesen hatte, wusste er: „Das muss ich spielen.“ Diese Authentizität und Intensität war spürbar. Die Vorführung unterstrich die von Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer zur Begrüßung getätigte Aussage: „Kunst ist nicht nur system- sondern lebensrelevant.“

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