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Orgel erklingt ab Sonntag wieder in Löninger Pfarrkirche St. Vitus

Kirchenmusiker Oliver Strauch wird im Hochamt am Sonntag wieder für klangvolle Momente auf der Orgel sorgen. Nach dem Gottesdienst gibt es eine Orgelführung in der Löninger Pfarrkirche.

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Bald wieder im Einsatz: Am Sonntag wird Oliver Strauch im Hochamt wieder an alter Wirkungsstätte für die Gemeinde spielen. Foto: Wienken

Bald wieder im Einsatz: Am Sonntag wird Oliver Strauch im Hochamt wieder an alter Wirkungsstätte für die Gemeinde spielen. Foto: Wienken

Klangvoll und festlich geht es ab sofort wieder zu in der Pfarrkirche St. Vitus in Löningen: Nach fast 3-monatiger Sanierung kann Kirchenmusiker Oliver Strauch nun endlich auf der neu gestimmten Orgel spielen. "Der Unterschied ist deutlich zu hören. Die Orgel klingt insgesamt weicher und die Töne sind viel voller und satter im Klang als vorher", sagt der Organist. Zuvor seien beim Spielen zum Teil die Tasten hängengeblieben und die Registerzugmotoren ausgefallen.

Eine Generalüberholung der Orgel war damit unumgänglich geworden. Nun kann sich die Gemeinde am Sonntag im Hochamt von der wiederhergestellten Klangqualität überzeugen. Bei der Sanierung ist unter anderem der Spieltisch umgestaltet worden. Dadurch könnten sich insbesondere Gastorganisten schnell zurechtfinden, erklärt Oliver Strauch. Die Tasten seien darüber hinaus fester und damit wesentlich präziser zu bedienen.

Insgesamt verfügt die Orgel über 37 Register, die jetzt wieder guten Gewissens gezogen werden könnten. "Mithilfe der Register ist es mir als Organist theoretisch möglich, ein komplettes Orchester zu spielen. Von Blockflöte bis hin zur Trompete, es lassen sich verschiedene Klangfarben einstellen", so der Kirchenmusiker. Für den Klang spielt natürlich auch der Innenraum der Kirche eine wichtige Rolle. Dafür herrschen in der größten pfeilerlosen Saalkirche Deutschlands optimale Bedingungen, sagt Strauch.

Mit vereinten Kräften: Die Orgelbauer entnehmen die 5 Meter hohe und circa 100 Kilogramm schwere Pfeife, um sie zu reinigen und wieder in Form zu bringen. Foto: StrauchMit vereinten Kräften: Die Orgelbauer entnehmen die 5 Meter hohe und circa 100 Kilogramm schwere Pfeife, um sie zu reinigen und wieder in Form zu bringen. Foto: Strauch

Große Pfeifen sind rund 5 Meter hoch und wiegen rund 100 Kilogramm

Insgesamt 2740 Pfeifen wurden im Rahmen der Sanierung gereinigt und intoniert. "Die Intonation allein dauert schon 4 Wochen. Schließlich muss jede Pfeife gestimmt und entsprechend auch auf die anderen abgestimmt werden", weiß Oliver Strauch. Gerade bei den sehr kleinen Pfeifen, also den hohen Tönen, sei dies besonders aufwendig. Ein Staubkorn zu viel oder einmal nicht richtig hingehört, schon klinge der Ton schief. Hierfür benötigen die Orgelbauer entsprechend viel Ruhe und nicht zuletzt ein gutes Gehör.

Und auch die großen Pfeifen können Probleme bereiten: "Die großen, etwa 5 Meter hohen Pfeifen wiegen zum Teil über 100 Kilogramm und verformen sich mit der Zeit durch ihr eigenes Gewicht“, sagt Strauch. Daher reinigt der Orgelbauer sie nicht nur, sondern bringt sie auch wieder in die richtige Form. Ansonsten könnten die Pfeifen im schlimmsten Fall eines Tages aus der Orgel herausfallen, so Strauch.

"Nicht zuletzt aufgrund dieser Feinheiten zählt der Beruf des Orgelbauers zum immateriellen Weltkulturerbe. Man braucht handwerkliches Geschick und muss sich darüber hinaus auch mit der Elektronik, Mechanik und mit Materialien wie Holz und Metall auskennen“, sagt Strauch. Die Firma Rudolf von Beckerath Orgelbau aus Hamburg nahm sich der Sanierung an. Der Betrieb kümmerte sich nicht nur um die Reinigung und Nachintonation der Pfeifen, sondern baute darüber hinaus auch die neue Setzeranlage ein.

An der neuen Anlage: Bevor es am Sonntag wieder losgeht, überzeugt sich Oliver Strauch von der Klangqualität. Foto: WienkenAn der neuen Anlage: Bevor es am Sonntag wieder losgeht, überzeugt sich Oliver Strauch von der Klangqualität. Foto: Wienken

"Ab sofort ist es auch wieder möglich, guten Gewissens laut zu spielen", sagt Oliver Strauch. Als Organist agiere man für die Gemeinde meist nur im Hintergrund, daher habe die Musik immer etwas Andächtiges, fast schon Mystisches, findet der Kirchenmusiker. Als besonders herausfordernd beim Musizieren sieht Oliver Strauch das Zusammenspiel von Händen und Füßen an. "Für Musiker, die das Orgelspielen lernen wollen, ist es von Vorteil, wenn sie Klavierspielen können, aber letztlich hängt es von der jeweiligen Person ab und wie lernfähig sie ist."

Info: Nach dem Hochamt am Sonntag bietet Kirchenmusiker Oliver Strauch für interessierte Gemeindemitglieder eine Orgelführung an.

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