Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Neues Buch: Otger Eismann über die "Stunde null" und das erste Kaugummi

Der 88-jährige Friesoyther knüpft an die bereits veröffentlichten "Kinderjahre im Schatten des Hakenkreuzes" an und beschreibt nun die Zeit zwischen 1945 und 1950.

Artikel teilen:
Zeitzeuge: Otger Eismann berichtet zum Teil sehr persönlich über das Kriegsende und die Zeit danach. Foto: Wimberg

Zeitzeuge: Otger Eismann berichtet zum Teil sehr persönlich über das Kriegsende und die Zeit danach. Foto: Wimberg

Mit Krieg sind sie aufgewachsen, Frieden spielen kannten sie nicht und wussten allein mit dem Begriff wenig anzufangen. "Frieden, was ist das eigentlich?“ Eine Frage, die Otger Eismann kurz nach den Schrecken der Nazizeit auch seinen Eltern stellte und sie heute als Titel für sein neues Buch gewählt hat.

Eine Fortsetzung von "Kinderjahre im Schatten des Hakenkreuzes", das der Friesoyther im vergangenen Jahr "mit einem unerwarteten Erfolg" herausbrachte. "Und das hat mich dazu veranlasst weiterzumachen", sagt der 88-Jährige als Kind der "Stunde null".

Die eigenen Erlebnisse für die nachfolgenden Generationen und vor allem für die Jugend festzuhalten, sind für den früheren Konrektor der Marienschule und Diakon der St.-Marien-Gemeinde die entscheidenden Beweggründe, die Geschichte aufzuschreiben.

Fortsetzung: Auf rund 200 Seiten knüpft der Autor mit Frieden, was ist das eigentlich? an die Veröffentlichung von 2020 an.Fortsetzung: Auf rund 200 Seiten knüpft der Autor mit "Frieden, was ist das eigentlich?" an die Veröffentlichung von 2020 an.

Auf rund 200 Seiten beschreibt er jedoch nicht nur seine persönlichen Erfahrungen zwischen 1944 und 1950, sondern lässt auch Zeitzeugen und Weggefährten aus seiner Heimat Gescher sowie aus Friesoythe, wo er bereits seit Jahrzehnten lebt, zu Wort kommen. Darunter auch die Erzählungen seiner Ehefrau Maria, mit der er seit 61 Jahren verheiratet ist.

Das Aufatmen der Menschen, als die Waffen schwiegen, das Verhältnis der neuen Machthaber zur Bevölkerung und umgekehrt, der Aufbruch der Jugend, die wirtschaftlichen Sorgen und die Verwirklichung demokratischer Strukturen zählen zu zentralen Inhalten.

"Sind wir nun besetzt?" fragten Eismann und seine Freunde beispielsweise zu Ostern 1945, als sie die "neuen Herren der Besatzungsmacht" sahen. Am Abend des 8. Mai erlebten sie dann britische Soldaten, die auf dem Schulhof ausgelassen den Sieg über Nazi-Deutschland feierten. Schokolade hatten sie schon ewig nicht mehr gegessen, Kaugummi kannten sie noch nicht, aber die Amerikaner "hatten immer genug von beidem".

Erstes Gehalt beträgt gerade einmal 25 Mark

Eismann berichtet auch von grausamen Überfällen ehemaliger russischer und polnischer Kriegsgefangenen, über den Neustart der Schulen, sein Engagement in der neu formierten Jugendarbeit und die Lehrjahre mit einem Gehalt von gerade einmal 25 Mark, die keine Herrenjahre waren.

Grundsätzlich soll sein Buch auch warnen, "vor den neuen Braunen und den neuen roten Chaoten, die aus der Geschichte nichts gelernt haben und unsere Demokratie gefährden".

  • Info: „Frieden, was ist das eigentlich?“, ist ab sofort in der Buchhandlung Schepers in Friesoythe zum Preis von 16 Euro erhältlich. Der Erlös kommt sozialen Zwecken zugute.

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Neues Buch: Otger Eismann über die "Stunde null" und das erste Kaugummi - OM online