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Nach der Pandemie gibt es ein Wiedersehen

Liedermacher Florian Voigt ist unter dem Künstlernamen „Floeffect" aktiv. Mit seinem neuen Song spricht der Vechtaer vielen Menschen aus der Seele.

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Musik über leer gefegte Straßen: Liedermacher Florian Voigt geht in seinem neuen Song auf die Auswirkungen des aktuellen Lockdowns ein. Foto: Speckmann

Musik über leer gefegte Straßen: Liedermacher Florian Voigt geht in seinem neuen Song auf die Auswirkungen des aktuellen Lockdowns ein. Foto: Speckmann

Die große Party an Silvester ist ausgeblieben, die heimischen Einkaufsstraßen sind leer gefegt, die Kontaktbeschränkungen halten weiter an. Florian Voigt muss sich wie jeder Bürger mit dem aktuellen Lockdown abfinden, doch bei aller Tristesse macht er Hoffnung auf eine Zeit nach der Corona-Pandemie: „Wir werden uns wiedersehen, abends losziehen um 10 und beim Tanzen durchdrehen“, singt der Liedermacher in seinem neuesten Song.

Der 41-jährige Vechtaer, auch bekannt unter dem Künstlernamen „floeffect“, spricht den Menschen mit seinem Titel „Wiedersehen“ aus der Seele. Die Zeilen sind eine Beschreibung der Gegenwart und zugleich ein Mutmacher für die Zukunft. Davon können sich alle Musikfreunde auf der Videoplattform „Youtube“ überzeugen, wo der Songwriter das neue Lied auch in bildlicher Form treffend in Szene setzt.

Die Virusbekämpfung erfordert, dass sich Menschen einschränken, disziplinieren und soziale Kontakte begrenzen. Eine gesellschaftliche Herausforderung, die auch an ihm persönlich zerrt, wie der Alleinstehende ganz offen zugibt: „Als Single sehnt man sich nach Kontakten, einer Umarmung, einem Kuss.“ Aber er zeigt sich zuversichtlich und bringt das auch in seinem Lied zum Ausdruck: „Die Zeit wird sich ändern, irgendwann wird es besser werden.“

Mit Spaß bei der Sache: Florian Voigt hat schon fast 30 Songs geschrieben. Nun träumt er vom ersten Album. Foto: Speckmann Mit Spaß bei der Sache: Florian Voigt hat schon fast 30 Songs geschrieben. Nun träumt er vom ersten Album. Foto: Speckmann 

Gefühle spielen eine große Rolle bei „floeffect“. Der Künstlername kommt nicht von ungefähr. Er soll ausdrücken, dass alles im „Flow“, also in einem Fluss ist. „Meine Lieder beschreiben Situationen, die mir widerfahren sind und die ich in meiner Musik gut verarbeiten und umsetzen kann. Nebeneffekt ist dabei ohne Frage, dass es mir sehr viel Spaß macht und ich sehe, dass meine Stücke gefallen“, erläutert Voigt.

Das Songschreiben bereitet dem gebürtigen Cloppenburger schon seit einigen Jahren große Freude. Angefangen hat alles während seines Lehramtsstudiums an der Universität Vechta. In einem Praxisseminar unter der Leitung von Tino Trubel sollten Voigt und seine Mitstreiter eigene Lieder entwickeln und in einem Tonstudio auch selbst produzieren. Somit machte er sich mit dem Genre vertraut.

Erste Auftritte während des Studiums

Zu seinen ersten Werken gehören die Songs „Es ist dein Leben“ und „Weißt du wie“, die er damals gemeinsam mit seinen Kommilitonen einstudierte und der Öffentlichkeit präsentierte. An die Auftritte erinnert sich Voigt noch heute gern. „Das waren Highlights und der Opener, um weiter Musik zu machen“, erklärt der Pädagoge, der sich seit seinem Studium verstärkt als Liedermacher betätigt.

Mit Hilfe seiner Gesangslehrerin Beate Stanko habe er sich stimmlich weiterentwickelt. Das Gitarrenspiel habe er sich mit Unterstützung von Kursen quasi selbst beigebracht, zudem könne er mit Schlagzeug und Klavier umgehen. „Es reicht für meine Zwecke. Ich kann meine Lieder selbst einspielen“, sagt der 41-Jährige. In seinem Arbeitszimmer hat er eine Ecke eingerichtet, wo er über die technischen Aufnahmemöglichkeiten verfügt.

Mit dem Produzieren der Songs ist es bei dem Vechtaer nicht getan. Er stellt seit einiger Zeit auch die dazugehörigen Videos her. Mit einer HD-Kamera nimmt er einzelne Szenen auf, benutzt dabei ein Stativ oder sein Handy mit Selfiestick, wenn er sich selbst filmt. Am Anfang sei es nicht so einfach gewesen, das Ton- und Bildmaterial zu verbinden. Schließlich müssten die Aufnahmen synchron zur Stimme sein.

„Für mich ist Musik ein Ventil. Wenn mich etwas beschäftigt, dann schreibe ich darüber. Das tut mir gut.“Liedermacher Florian Voigt (41)

„Für mich ist Musik ein Ventil. Wenn mich etwas beschäftigt, dann schreibe ich darüber. Das tut mir gut“, erläutert Voigt. Er versuche durch seine Lieder eine Botschaft herüberzubringen. Die Melodien sind eingängig, haben laut seinen Fans Ohrwurmcharakter, sind aber nicht unbedingt tanzfähig, sondern fordern das Publikum eher auf, aufmerksam zuzuhören, eigene Erkenntnisse zu ziehen und aus den Texten etwas zu lernen.

Neben melancholischen Klängen hat der Grundschullehrer auch fröhliche Songs im Repertoire, etwa das Lied „Gute Laune“, das er zusammen mit weiteren Titeln während einer vorübergehenden Abordnung an der Grundschule Halen eingespielt hat. Mittlerweile ist der Pädagoge wieder in Cappeln tätig, wo er mit den Grundschülern im vergangenen Jahr gerne wieder ein Musical einstudiert hätte. Wegen Corona wurden stattdessen Songs eingesungen und Videos aufgenommen. „So etwas nehmen die Kinder dankend an.“

Bewerbung bei „The Voice of Germany“

Inzwischen hat der Vechtaer fast 30 Lieder verfasst, hauptsächlich in deutscher Sprache. Englisch würde ihm nicht so gut liegen. Das habe er im Februar 2019 von einer Jury erfahren, als er sich bei „The Voice of Germany“ beworben habe. Beim Casting in Hamburg habe er den Klassiker „Fly me to the moon“ von Frank Sinatra gesungen. Die Qualifikation für die Fernsehshow habe er damals verpasst.

Im Rampenlicht stand Voigt schon bei einem eigenen Konzert im September 2018 im evangelischen Gemeindehaus oder bei vielen kleineren Auftritten in der Schule, in Kirchen sowie bei diversen Feierlichkeiten. Er kann sogar einen Erfolg beim Straßenmusikfestival in Osnabrück vorweisen, wo er im Sommer 2018 für seine Lieder den Kritikerpreis des Feuilletons erhielt. Die Durchführung einer solchen Open-Air-Veranstaltung, wo Kleinkünstler ihre eigenen Werke präsentieren, könne er sich übrigens auch für die Stadt Vechta vorstellen.

Sein Wunsch für das neue Jahr ist es, die eigenen Songs in einem professionellen Studio aufzunehmen und ein Album herauszubringen. „Es wäre auch schön, wieder ein paar Auftritte zu machen“, sagt Voigt. Zurzeit bleiben ihm und vielen anderen Künstlern die Bühne aufgrund der Pandemie verwehrt. Aber der Vechtaer ist davon überzeugt: „Wir werden uns wiedersehen!“

Studio im Kleinformat: In seinem Arbeitszimmer produziert Florian Voigt die Lieder und stellt auch entsprechende Videos her. Foto: SpeckmannStudio im Kleinformat: In seinem Arbeitszimmer produziert Florian Voigt die Lieder und stellt auch entsprechende Videos her. Foto: Speckmann

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