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Nach 3 Jahren Coronapause wieder plattdeutsches Theater in Goldenstedt

Die Premiere ist am 4. März bei Klostermann. Dass dieser seine Räumlichkeiten verkaufen möchte, macht den Laiendarstellern Sorgen.

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Zoff im Treppenhaus: Eine Szene aus dem Jahr 2020 mit (von links) Renate Voges, Maria Zachau, Melanie Demski, Anne Tinzmann, Karin Benedde und Manfred Schneider. Foto: Lauer

Zoff im Treppenhaus: Eine Szene aus dem Jahr 2020 mit (von links) Renate Voges, Maria Zachau, Melanie Demski, Anne Tinzmann, Karin Benedde und Manfred Schneider. Foto: Lauer

3 Jahre hat die Corona-Pandemie der Goldenstedter Theatergruppe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun hoffen die Mitglieder, dass den Aufführungen im März nichts im Wege steht. Premiere des plattdeutschen Dreiakters „Dat Treppenhuus is Tüüge“ ist am 4. März (Samstag) um 19.30 Uhr.

In dem Stück von Helmut Schmidt (Oldenburg), bei dem sich Karsten Dörfer und Hannes Albers die Regie teilen, geht es um Tratsch im Treppenhaus eines Mietshauses, das in Goldenstedt an der Hauptstraße Nr. 16 steht (bezeichnenderweise die Adresse des Spielortes im Kinosaal Klostermann). Zum Originaltext leicht abgewandelt, gibt es während des Spiels immer wieder Beziehungen zu Goldenstedter Persönlichkeiten, Orten und Gegebenheiten, die die Zuschauer sicher wiedererkennen werden.

Gegenüber 2020 gibt es einige Um- beziehungsweise Neubesetzungen. Auf den Brettern stehen in diesem Jahr Renate Voges als Lästermaul Käthe Buchholz, Hannes Albers als neuer Mieter Volker Koch, Debütantin Johanna Voges (Tochter von Renate Voges), die in Doppelbesetzung mit Anne Tinzmann die vermeintlich betrogene Ehefrau Stefanie Liebermann spielt, Ralph Muhle als arbeitswütiger Ehemann Uwe Liebermann, Karin Benedde als Tratschtante Anna Käsebrecht, Berthold Wilkens als vergesslicher Thomas Winkelmann, Rita Henken als Gesine Schmiedenpenning, Manfred Schneider als Türke Kelal Ützgüll, Britta Middelbeck als Hausverwalterin Ramona Biberstein und Ludger Stolle als Postbote.

Keine Alternative, wenn Klostermann verkauft

Schon Anfang November habe die Gruppe mit den Proben begonnen, erzählt Vorsitzender Karsten Dörfer. Er dankt der Goldenstedter Feuerwehr, die für die „Trockenübungen“ wie in den Jahren zuvor einen Raum im Gerätehaus zur Verfügung gestellt habe. Vor Weihnachten sei man in Klostermanns Saal umgezogen. „Das Bühnenbild steht dort ja seit März 2020. Das brauchten wir nur abzustauben“, sagt Dörfer schmunzelnd. Damals habe man nur drei Aufführungen geben können, dann habe der Lockdown die Spielzeit schlagartig beendet.

Dass Johannes Klostermann sein Restaurant und den Kinosaal verkaufen möchte, „sorgt bei uns für große Sorgenfalten“, so Dörfer. Bisher sehe es aber so aus, als ob der Saal in diesem Jahr noch bespielt werden könnte. „Es gibt auch keine wirkliche Alternative“, so der Chef der Theatergruppe. Während der Pandemie habe er kurz einmal über die Bühne am Badesee nachgedacht. Eine Freiluftveranstaltung dort wäre bei den Einschränkungen vielleicht möglich gewesen. Dort könne man aber witterungsbedingt im März nicht spielen. Später im Jahr sei es aber schwierig, alle Akteure zu den Proben zusammenzubekommen. Schließlich seien die Aufführungen das Wenigste. „Am zeitintensivsten sind die Proben, und die macht man am besten, wenn draußen der Wind weht und schlechtes Wetter ist“, weiß Dörfer.

Der Kartenvorverkauf läuft bereits

Als im März 2020 die Spielzeit abgebrochen werden musste, habe die Theatergruppe allen, die schon Karten erworben hatten, angeboten, diese zurückzugeben, blickt Karsten Dörfer zurück. Nur wenige hätten davon Gebrauch gemacht. Viele hätten nur einen Teil der Kosten wiederhaben wollen, eine große Gruppe habe den Eintrittspreis gespendet. „Deshalb konnten wir damals – trotz des Lockdowns – jeweils 1000 Euro an die drei Heimatvereine in der Gemeinde spenden“, so Dörfer.

Einen Vorverkauf vor Weihnachten wie in den Jahren vor Corona habe es diesmal nicht gegeben, sagt der Vorsitzende. Zu jenem Zeitpunkt sei noch nicht endgültig sicher gewesen, ob das Stück in diesem Jahr gezeigt werden könne. Nun startete der Vorverkauf am Montag (6. Februar). Karten zum Preis von 10 Euro gibt es bei Papier Eschke in Goldenstedt, beim Heide-Kauf in Goldenstedt-Heide und in der Jacobus-Apotheke in Lutten.

  • Info: Geplant sind zwölf Aufführungen, und zwar am 4., 5., 8., 10., 11., 12., 15., 17., 18., 22., 24. und 25. März, an den beiden Sonntagen 5. und 12. März um 15 Uhr, alle anderen Termine jeweils um 19.30 Uhr.

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