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Musikverein Oythe zeigt Kreativität in Krisenzeiten

In der Corona-Pandemie muss das Orchester den angestammten Proben-Raum verlassen. Nun gefällt den Musikern die neue Form unter freiem Himmel richtig gut. Auch die Anwohner haben etwas davon.

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Ob Gärten, Reithalle oder Stadien: Die Musiker proben nun überall wo es geht. Foto: Musikverein Oythe

Ob Gärten, Reithalle oder Stadien: Die Musiker proben nun überall wo es geht. Foto: Musikverein Oythe

Seit nunmehr 17 Monaten prägt die Corona-Pandemie den Alltag der Menschen auf der ganzen Welt. Auch die Vereine in der Region mussten sich deutlich einschränken. Der Musikverein Oythe ging in den vergangenen Monaten besonders kreativ mit der Situation um: Er probte an vielen verschiedenen Orten in der Stadt. 

Viele Proben fanden in Gärten der Mitglieder statt. Musik gemacht wurde auch auf der Tribüne des Stadions „An der Hasenweide“ oder in der Reithalle auf dem Hof Rötepohl. Wenn es draußen dunkel, kalt und nass war, durften die Musikanten auch im Foyer der Ludgerus-Schule proben. 

Diese alternativen Probenorte wählten die Oyther vor allem aus, weil der Probenraum, die „Aiter Musikwarkstae“, im katholischen Pfarrheim in Oythe nicht genug Platz und Luft bietet, um in der Coronazeit sicher proben zu können. Da brauchte es schnell gute Lösungen. Alle Projekte, um auch im Lockdown musikalisches Vereinsleben zu pflegen, ersetzten allerdings keine gemeinsame echte Probe, bestätigen viele Vereinsmitglieder.

Die neue Form der Probe gefällt den Mitgliedern

„Es gefällt uns richtig gut, an wechselnden Orten zu üben. Deshalb möchten wir im Sommer – ganz freiwillig – noch häufiger mit Sack und Pack von Ort zu Ort ziehen“, erklärt Heinrich Windhaus, der Vorsitzende des Vereins. Jeden Montagabend werden seit 4 Wochen immer an einem anderen Ort die Notenständer ausgepackt und der gemeinsame Takt gesucht. „Mit unserer Probentournee erfüllen wir gleich mehrere Vorhaben“, berichtet Ulrich Wichmann, Geschäftsführer des Vereins und Organisator der Outdoor-Proben. „So sehen wir viel von unserer Heimat, und vor allem können die Menschen in Oythe uns sehen und hören“, kündigt der Tubist mit großer Vorfreude an.

„Wir gehören zu Oythe, seit inzwischen 40 Jahren“, erklärt Wichmann. „Und natürlich machen wir am liebsten gemeinsam, live und für andere Musik.“ Schon 2019 habe der Verein Freunde und Interessierte zu einer offenen Probe eingeladen - damals noch ohne Corona, in den Garten des Kindergartens St. Marien.

Für jede Probe gibt es Einladungen vom Verein 

„Die Erfahrungen waren super“, erzählt Windhaus. Es seien reguläre Übungseinheiten. Es komme alles vor, was zu einer Probe dazugehört und was man bei echten Auftritten möglichst vermeidet. Es gebe falsche Töne, rhythmische Herausforderungen oder Momente der Notensuche. „Das ist ganz egal. Wir können proben und Musik machen. Die Leute, die uns hören, freuen sich. Was wollen wir mehr?“

In den nächsten Wochen werden noch weitere Orte angesteuert. Auf dem Spielplatz in Telbrake, am Dorftreff in Holzhausen, war das Orchester schon, oder am vergangenen Montag in der Sackgasse bei Kallagen Hof. Auf jede Probe mit Zuhörern folgten weitere Einladungen, berichten die Vereinsmitglieder.

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