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Musikverein baut sich Erinnerungsort

Der Musikverein Molbergen stattet in Zeiten von Corona eine Bude als „analogen Chatroom“ aus. Die Holzhütte soll nach und nach bis Weihnachten mit Gegenständen und Geschichten gefüllt werden.

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Begegnung mal anders: Die MVM-Bude soll sich bis Weihnachten noch weiter mit Erinnerungsstücken füllen. Fotos: Schrimper

Begegnung mal anders: Die MVM-Bude soll sich bis Weihnachten noch weiter mit Erinnerungsstücken füllen. Fotos: Schrimper

Still ist es durch die Corona-Pandemie um viele Vereine geworden. Die sonst so lebendige Gemeinschaft kann nicht mehr gelebt werden, Aktivitäten sind bis auf Weiteres ausgesetzt. Ein Zeichen, dass es trotz widriger Umstände weitergeht, sendet in diesen Tagen der Musikverein Molbergen (MVM) mit einer originellen Aktion: Auf dem Parkplatz vor dem Pfarrheim hat der Verein eine MVM-Weihnachtsbude aufgestellt, die an das Vereinslebens vor der Coronakrise erinnert.

„Das ist eine Art Chatroom für uns – aber nicht digital, sondern analog“, erläutert die Vereinsvorsitzende Jutta Tellmann. Mit der Bude habe man einen „Erinnerungs- und Kommunikationsort“ schaffen wollen. Das begehbare und festlich geschmückte Holzhäuschen soll sich bis Weihnachten mit Gegenständen und Geschichten füllen, die das vielfältige Vereinsleben vor dem ersten Lockdown widerspiegeln. „So können wir Begegnung stattfinden lassen, ohne dass wir uns begegnen“, beschreibt Tellmann die coronakonforme Grundidee.

„Es kommt auf die leisen Töne an“

Die Vorsitzende geht davon aus, dass sich in der Bude bis Weihnachten noch einiges tun wird und diese so immer wieder zum Entdecken einlädt. „Das wird noch spektakulärer. Die Ausstattung wird sich noch weiterentwickeln“, so Tellmann. Was noch an Gegenständen hinzu kommt, liege in der Hand der Mitglieder und sei so eine Überraschung für die anderen. „Dabei kommt es uns auf die leisen Töne an“, betont Dirigentin Ingrid Sieve. Um Druck und Konsum gehe es dabei nicht. „Das Ganze soll wachsen, weil unsere Mitglieder Bock drauf haben.“

Wer auf einen roten Buzzer an der Hütte drückt, bekommt festliche Musik von vergangenen Konzerten zu hören. In der Hütte gibt es aber noch mehr zu entdecken. „Wir wollen Neugier schaffen“, so Tellmann – und das ist offenbar gelungen: „Die Leute wollen wissen, was da los ist. Ab und zu trifft man da jemanden und schnackt. Das ist spannend.“

Hier gibt‘s was auf die Ohren: Wer auf den Buzzer drückt, bekommt Musik zu hören.Hier gibt‘s was auf die Ohren: Wer auf den Buzzer drückt, bekommt Musik zu hören.

Die aktuelle Stimmung im Verein beschreibt Tellmann als „seltsam gedämpft“. Das knapp 100-köpfige Stammorchester und auch die zwei Jugendorchester mit insgesamt rund 35 Mitgliedern hätten in diesem Jahr coronabedingt nicht einen einzigen Auftritt gehabt. Proben seien nur im Sommer – unter freiem Himmel und auf Abstand – einige Male möglich gewesen. Ihr selbst fehle das Vereinsleben sehr, sagte Tellmann. Dank der MVM-Bude komme die Gemeinschaft wieder zusammen – nur eben anders.

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