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Musikalische Lesung der Emsteker Bücherei begeistert Zuhörer

Etwa 50 Zuhörer waren am Donnerstagabend im Saal des Pfarrheims zu Gast. Autor Jan Steinbach las unter Begleitung der "Humphreys Swingers" aus seinem Roman "Die Schwestern von Marienfehn" vor.

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War nach 2018 das 2. Mal zur Lesung in Emstek zu Gast: der Berliner Autor Stefan Holtkötter alias Jan Steinbach.   Foto: Thomes

War nach 2018 das 2. Mal zur Lesung in Emstek zu Gast: der Berliner Autor Stefan Holtkötter alias Jan Steinbach.   Foto: Thomes

Es ist 19.30 Uhr am Donnerstagabend. Der Saal des Pfarrheims in Emstek ist seit langer Zeit wieder gut besucht. Etwa 50 Frauen und Männer sitzen bei Wein und Wasser an mehreren Gruppentischen. Die Stimmung ist ausgelassen, es wird gelacht und diskutiert. Dann ertönt Musik. Der Raum füllt sich mit Saxophonklängen, Schlagzeug und Keyboards begleiten. Die Besucherinnen und Besucher lauschen dem Einstieg der "Humphreys Swingers" unter Vokalbegleitung von Stephanie Eilers. Die Musiker bilden den künstlerischen Rahmen für den Berliner Autor Jan Steinbach, der an diesem Abend aus seinem Roman "Die Schwestern von Marienfehn" vorlesen soll.

„Vielen Dank, dass Sie da sind. Ich freue mich sehr auf diesen Abend und bin froh, dass wir wieder Veranstaltungen stattfinden lassen können“, begrüßt Initiatorin Ulla Moormann das Publikum. Den Zuhörern ist anzumerken, dass derartige Kulturabende in jüngster Vergangenheit schmerzlich vermisst wurden.

"Heute bin ich als Jan Steinbach hier", erklärt der Autor, der mit bürgerlichem Namen Stefan Holtkötter heißt. Das Pseudonym sei entstanden, da Holtkötter durch seine Münsterland-Krimis bereits Bekanntheit erlangte, nun aber als Jan Steinbach "Romanzen" schreibe. Nachdem der Berliner bereits 2018 aus seinem Werk "Willems letzte Reise" vorgelesen hatte, sei es nun sein 2. Besuch in der Emsteker Bücherei.

Genossen die erste größere Kulturveranstaltung im Pfarrheim seit der Corona-Pandemie: die Gäste der musikalischen Lesung.  Foto: ThomesGenossen die erste größere Kulturveranstaltung im Pfarrheim seit der Corona-Pandemie: die Gäste der musikalischen Lesung.  Foto: Thomes

Aus dem Münsterland stammend, wuchs Steinbach in der Nähe zur niederländischen Grenze auf einem Bauernhof auf. In seinen Büchern fließe daher das Lokalkolorit seiner früheren Heimat mit ein. Dies spiegelt sich auch in einzelnen Charakteren, da sie beispielsweise eine typisch norddeutsche Sprache verwenden. So auch in dem Roman "Die Schwestern von Marienfehn". Die Geschichte spielt im Jahr 1968 in einem fiktiven Dorf im Emsland. Marienfehn sei dabei – so Steinbach – aus vielen, ihm bekannten Orten zusammengemischt worden.

Fiktion mit Nähe zur historischen Wirklichkeit

Die junge Hannah Brook will eigentlich in Berlin als Journalistin durchstarten, muss aber nun ihren erkrankten Vater in der Heimat pflegen. Sie übernimmt nach anfänglicher Gegenwehr das Familienunternehmen Brook, eine Schnapsbrennerei. Hannah rettet das Familienunternehmen durch eine Rückbesinnung auf die traditionelle Handwerkskunst. Doch plötzlich steht die große Liebe ihres Lebens wieder vor ihr. Es ist Carl, den sie nie vergessen hatte und der ihre Halbschwester Rosie heiratete. Nun befindet sich Hannah im Zwiespalt zwischen alter Handwerkskunst und neuem Glück.

Obwohl es sich um eine Fiktion handelt, wird die Nähe zur historischen Wirklichkeit deutlich. Die bildhaften und detaillierten Darstellungen lassen Marienfehn wie einen Nachbarort wirken. Die spannungsgeladene Stimmung wird zwischenzeitlich durch die musikalische Begleitung der "Humphreys Swingers" um Miriam (Keyboard), Arndt (Saxophon) und den jungen Julian Humphreys (Schlagzeug) mit gesanglicher Begleitung durch Stephanie Eilers aufgelockert.

Nach rund 2 Stunden bot sich den Zuhörerinnen und Zuhörern dann noch Gelegenheit, sich Bücher signieren zu lassen und mit Jan Steinbach ins Gespräch zu kommen. Ulla Moormann als Initiatorin zog ein positives Fazit: "Ich habe bereits sehr positive Rückmeldungen erhalten. Viele haben sogar gebeten, dass ein solcher Abend schnellstmöglich wiederholt werden soll."

Sorgten für Unterhaltung: (von links) Julian Humphreys, Miriam Humphreys, Stephanie Eilers, Arndt Humphreys und Autor Jan Steinbach. Foto: ThomesSorgten für Unterhaltung: (von links) Julian Humphreys, Miriam Humphreys, Stephanie Eilers, Arndt Humphreys und Autor Jan Steinbach. Foto: Thomes

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