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„Musica Alta Ripa“ tritt in der Klosterkirche auf

Junges Publikum, alte Musik: Bei dem Konzert in Vechta begeistert das Ensemble mit Musik aus dem 17. Jahrhundert.

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Fantastisch aufeinander eingespielt: (von links) Anne Röhrig, Ulla Bundies, Bernward Lohr, Danya Segal und Andreas Vetter. Foto: Stilkenböhmer

Fantastisch aufeinander eingespielt: (von links) Anne Röhrig, Ulla Bundies, Bernward Lohr, Danya Segal und Andreas Vetter. Foto: Stilkenböhmer

Die Künstler des Ensembles „Musica Alta Ripa“ hauchten am Mittwochabend in der Klosterkirche Vechta der Musik aus dem 17. Jahrhundert frischen Atem ein und überzeugten das begeisterte Publikum von der Stilepoche.

Unter der Überschrift „Wonne“ wurde die Kirche mit Barock-Klängen erfüllt. „Wir haben als einzigartig konstantes Ensemble immer neue Ideen und Projekte, die wir den Menschen gerne zeigen möchten“, erklärt Gründungsmitglied und Flötenspielerin Danya Segal.

Seit 12 Jahren engagiert sie sich innerhalb und außerhalb der Künstlergruppe. Das Ziel: Ein junges Publikum auf die alte Musik aufmerksam zu machen und neues Interesse zu wecken. Dabei werden oftmals interkulturelle Projektideen verwirklicht, erzählt die Flötistin. Auch die Kombination mit szenischer Aktion oder Lichtkunst sei den Musikern nicht fremd. 2019 etwa arbeiteten sie Genre übergreifend mit der syrischen Sängerin Dima Orsho unter dem Stichwort „Songs of Love“ zusammen.

Konzentriertes Lauschen: Das Publikum hört den einzigartigen Klängen der mittelalterlichen Instrumente in der passenden Atmosphäre der Klosterkirche zu. Foto: StilkenböhmerKonzentriertes Lauschen: Das Publikum hört den einzigartigen Klängen der mittelalterlichen Instrumente in der passenden Atmosphäre der Klosterkirche zu. Foto: Stilkenböhmer

„Ich liebe Vechta“, sagt Segal. Sie sei mit ihrer Gruppe fast jedes Jahr dort und freue sich immer über das stets begeisterte Publikum. Dieses Jahr wolle sich das Ensemble nun wieder auf seine Wurzeln besinnen und konzentriere sich musikalisch auf die Zeit der europäischen Kammermusik-Kultur um 1700.

Die richtige Location sei dabei wichtig. Sie hebe die Stimmung der Aufführung passend hervor. Die Klosterkirche sei dafür ein gutes Beispiel. Sie lasse die Zuschauer bereits am Eingang völlig in die perfekte Atmosphäre eintauchen. „Uns ist es wichtig, auch Musik von bis jetzt unbekannteren Künstlern aufzuführen“, ergänzt Segal. Auf diese Weise bleibe ein wichtiger Teil des europäischen Kulturschatzes erhalten.

Applaus will nicht enden

Zwei Violinen (Ulla Bundies und Anne Röhrig, das Cembalo (Bernward Lohr), ein Cello (Andreas Vetter) sowie die Blockflöte (Danya Segal) erfüllen in Vechta dann den ganzen Kirchen-Raum bei Stücken von Georg Phillip Telemann, Giuseppe Sammartini und Michel Corette. Am Ende will das Publikum gar nicht mehr aufhören zu applaudieren. Zur Zugabe serviert "Musica Alta Ripa" dann einen Walzer.

Überhaupt spielen alle Musikerinnen und Musiker mit viel Leidenschaft. Der Schwerpunkt der gewählten Stücke ist individuell und präsentiert die einzelnen Instrumente. „Ich könnte nicht sagen, welches Stück mir am besten gefällt. Sie sind alle auf ihre Weise wundervoll“, fasst Segal zusammen. Sie verrät eine Besonderheit ihrer Instrumente: Diese sind jeweils einen halben Ton tiefer als gewöhnlich gestimmt. Als Dankeschön erhalten die Musiker zum Abschluss ein Blumenpräsent.

Die nächsten Haltestellen der Gruppe sind Berlin und Hannover

Dass das Ensemble „Musica Alta Ripa“ zum wiederholten Male Vechta besucht, sei nicht zuletzt der Organisation von Petra Huckemeyer, stellvertretende Leiterin der JVA für Frauen, zu verdanken, hieß es abschließend. Die nächsten Anlaufstellen der Tour sind Berlin und Hannover.

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