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Museumsdorf stellt seine neue Ausstellung "Konsum(t)räume" vor

Gezeigt werden Gegenstände, die typisch waren für die Jahre zwischen 1949 und 1989. Um 3 Themenkomplexe geht es: Konsum – Mobilität – Freizeit.

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Die ersten Ausstellungsbesucher: Bettina Kalkhoff-Schafmeyer, Josef Anneken, Malte Schafmeyer, Torben Volkmann, Maren Böhm, Dr. Julia Schulte to Bühne, Olaf Meenen und Lukas Aufgebauer (von links). Foto: Hahn

Die ersten Ausstellungsbesucher: Bettina Kalkhoff-Schafmeyer, Josef Anneken, Malte Schafmeyer, Torben Volkmann, Maren Böhm, Dr. Julia Schulte to Bühne, Olaf Meenen und Lukas Aufgebauer (von links). Foto: Hahn

Wer kennt das HB-Männchen, ist einem Renault 4 gefahren oder war im Tante-Emma-Laden einkaufen? Das sind Fragen, die die Besucher der neuen Ausstellung des Museumsdorfs Cloppenburg miteinander ins Gespräch bringen sollen. Das Motto "Konsum(t)räume – Zwischen Acker und Asphalt". Beleuchtet wird der Alltag zwischen 1949 und 1989.  Freitag war der Auftakt.

7 Monate dauerte die Corona-Pause. Vor einer Woche stand der Restart an. Nun also eine neue Ausstellung: Museumsdirektorin Dr. Julia Schulte to Bühne erklärte, dass die Schau ein Auftakt sei: Neben der Disco "Sonnenstein" soll das "Neu-Land" entstehen. "Die Zeit geht weiter, deswegen muss sich ein Museum weiterentwickeln und Umbrüche zeigen", erläuterte Schulte to Bühne. In Zukunft soll eine typische Siedlung der 50er- und 60er-Jahre auf einem ehemaligen Teil des Parkplatzes entstehen.

Der Tante-Frieda-Laden ist Teil der Ausstellung. Die Einrichtung ist original. Foto: HahnDer "Tante-Frieda-Laden" ist Teil der Ausstellung. Die Einrichtung ist original. Foto: Hahn

"Das alte Dorf bildet durch den Kontrast eine Einheit mit der neuen Ausstellung", sagte die Museumsdirektorin. Das werde auch durch die Farbgestaltung deutlich: "Während im alten Dorf alles dunkel ist, kommt hier Farbe ins Leben", erklärte der Leiter der Museumspädagogik, Lukas Aufgebauer.  Bei der Entwicklung der "Konsum(t)räume" haben die 3 Grundthemen schnell fest gestanden, berichtet er:  "Konsum – Mobilität – Freizeit. Diese Themen stehen immer in Verbindung miteinander."

3 Themenbereiche: Konsum – Mobilität – Freizeit

Konsum: Die Menschen hatten durch das "Wirtschaftswunder" mehr Geld. Ein Teil der Ausstellung ist der "Tante-Frieda-Laden" – die Besitzerin Frieda gründete ihn 1929. Bis 2019 gab es den Laden noch in Blersum (ein Ortsteil von Wittmund), die Dorfgemeinschaft gab die Einrichtung danach an das Museumsdorf weiter, wusste die wissenschaftliche Volontärin Maren Böhm zu berichten. Der Laden sei eine Kombination: Produkte der Zeit sind hinter Glas ausgestellt und regionale, nachhaltige Produkte können gekauft werden.

Mobilität: Durch die moderne Berufswelt mussten die Menschen mobiler werden, erklärte Aufgebauer. Das Rad habe an Bedeutung verloren und das Auto wurde zum Lifestyle-Objekt für junge, hippe Familien. Neben dem alten Renault 4, der vor dem Gebäude steht, ist ein DKW Junior aus dem Baujahr 1961 ausgestellt. Vorher wurden in der Dr. Helmut-Ottenjann-Halle Landwirtschaftsmaschinen präsentiert, die neueren durften stehenbleiben.

Freizeit: Spielzeuge, Puppen, Bücher, Kino... die Objekte der Ausstellung zum Thema Freizeit und Hobbys sind vielfältig. Neben einem alten Computer steht die He-Man Figur, die Barbie oder eine besondere Ausgabe des Buchs "Die unendliche Geschichte". "Es gibt für alles eine DIN-Norm, danach hatte 1967 ein Kinderzimmer noch 8 Quadratmeter, heute ist es das Doppelte", berichtete Museologe Torben Volkmann.

Gäste können eigene Erinnerungen teilen

Die Besucher sind (wenn sie vor 1989 geboren sind) selbst Zeitzeugen. Und genau das mache die Idee der "Konsum(t)räume" aus, erläuterte Schulte to Bühne: "Man unterhält sich über seine eigenen Erinnerungen. Das bringt Lebendigkeit." Und dieser Plan ging auf: Die ersten Besucher plauderten über die Vergangenheit. Die Gäste können ihre Erinnerungen über ein Buch oder eine Pinnwand teilen.

Ein Oldtimer von 1961: Olaf Meenen von der Stiftung Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg saß in dem DKW Junior Probe. Foto: HahnEin Oldtimer von 1961: Olaf Meenen von der Stiftung "Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg" saß in dem DKW Junior Probe. Foto: Hahn

Als Erstes durften die Förderer der Ausstellung diese erleben. Olaf Meenen von der Stiftung "Kunst und Kultur der Landessparkasse zu Oldenburg" saß begeistert in dem DKW-Oldtimer. Und auch Bettina Kalkhoff-Schafmeyer und Malte Schafmeyer von der "Kalkhoff-Stiftung" hatten sichtlich Spaß, als sie sich mit einer alten Kamera von 1950 fotografieren ließen. Josef Anneken von der "Carl-Leiber-Stiftung" schaute sich interessiert die Auslage des Ladens an.

  • Info: Ein Besuch des Museumsdorfs ist aktuell ohne Test und Anmeldung möglich, Maske muss nur in den Innenräumen getragen werden. In die neue Ausstellung dürfen 18 Menschen gleichzeitig.

Der OM online Podcast. Thema  der neuen Ausgabe sind Kunstrasenplätze im Oldenburger Münsterland. Welche Halme sind die besten, wie steht es um Ökologie und Nachhaltigkeit? Und was haben geschredderte Olivenkerne mit dem Thema zu tun?  Jetzt reinhören! 

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