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Museumsdorf räumt den Tante-Emma-Laden ein

Auch wenn die Tore derzeit noch geschlossen sind, herrscht im Cloppenburger Museumsdorf reger Betrieb. Unter anderem wird eine neue Ausstellung vorbereitet.

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„Konsum – Mobilität – Freizeit“: Unter diesem Titel plant Lukas Aufgebauer derzeit eine neue Schau im Museumsdorf.  Foto: Maren Böhm

„Konsum – Mobilität – Freizeit“: Unter diesem Titel plant Lukas Aufgebauer derzeit eine neue Schau im Museumsdorf. Foto: Maren Böhm

Im Moment ist das Museumsdorf für Besucher geschlossen. Aber was heißt das? Haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Dauerurlaub? „Nein, natürlich nicht“, sagt Susanne Kaiser, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Denn es fielen Arbeiten konzeptioneller Art an, also Planung von Ausstellungen und Veranstaltungen, Bereitstellung digitaler Angebote, Baumaßnahmen und Restaurierungsmaßnahmen, Pflege des Freigeländes und der Gärten oder auch Fütterung und Betreuung der im Dorf lebenden Tiere. Um einen Einblick in die Aufgaben zu verschaffen, sprach Susanne Kaiser mit Lukas Aufgebauer, Historiker und Leiter der museumspädagogischen Abteilung.

Was gibt es zu tun, wenn keine Besucher und auch keine Schulklassen ins Museumsdorf kommen dürfen?
Unsere Abteilung ist ohne Besucher natürlich etwas unglücklich. Wir planen schon mal die Saison und bereiten möglichst viel vor. Da der Hof Haake grundsaniert wird, ziehen mit dem Kochprogramm um. Unsere Kochangebote werden vorerst im Hof Quatmann stattfinden. Ab Februar gibt es außerdem für Besucher eine Museums-App, mit der man das Museum spielerisch erforschen und erleben kann.

Woran arbeiten Sie aktuell?
Meine wichtigste Aufgabe ist aktuell, eine neue Dauerausstellung in der Dr.-Helmut-Ottenjann-Halle zu gestalten. Sie soll „Konsum(t)räume – Zwischen Acker und Asphalt“ heißen und Aspekte des Alltagslebens im Nordwesten zwischen 1945 und 1989 zeigen. Das wird eine tolle Vorschau auf all das, was unter den Stichworten „Konsum – Mobilität – Freizeit“ im neuen Gelände rund um die Disco in den nächsten Jahren entstehen wird. Wir zeigen Teile unserer Fahrradsammlung, einen kompletten Tante-Emma-Laden und noch mehr Dinge. Und ich freue mich, dass die Landmaschinen zu einem großen Teil weiterhin stehen bleiben, denn die Mechanisierung der Landwirtschaft gehört schließlich auch dazu.

Analog statt digital: Auch die klassische Einrichtung samt Warenangebot werden zu sehen sein.  Foto: Maren BöhmAnalog statt digital: Auch die klassische Einrichtung samt Warenangebot werden zu sehen sein. Foto: Maren Böhm

Außerdem produziere ich in Kooperation mit der Uni Vechta, dem Landesarchiv Oldenburg und der Oldenburgischen Landschaft einen Podcast „Auf der Spur des Verbrechens“ zu historischen Kriminalfällen im Oldenburger Land. Wir präsentieren echte Fälle, die die Studierenden selber erforscht und dann als Audiobeitrag aufgenommen haben.

Gibt es während des Lockdowns auch etwas Erfreuliches oder Überraschendes?
Durchaus erfreulich ist, dass wir bereits Buchungsanfragen für Frühjahr und Sommer bekommen, was uns natürlich freut und Hoffnung auf ein gutes Jahr macht.

Hereinspaziert: Auch ein guter alter“ Tante-Emma-Laden wird im Museumsdorf aufgebaut.   Foto: Susanne KaiserHereinspaziert: Auch ein „guter alter“ Tante-Emma-Laden wird im Museumsdorf aufgebaut.  Foto: Susanne Kaiser

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn das Museum endlich wieder öffnen darf?
Ganz klar: Menschen, Kontakte und mal wieder richtig Leben in der Bude. So völlig leer ist das Gelände auch schön, aber nur mit den Besuchern wird daraus auch etwas rundum Tolles.

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