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Museumsdorf-Direktorin spricht über Erfolge und "geplatzte Träume"

Dr. Julia Schulte to Bühne hat den "Machern" einen letzten Besuch abgestattet. Die scheidende Direktorin des Freilichtmuseums zog beim Frühstückstreff eine Bilanz ihrer Wirkenszeit.

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Sprach ein letztes Mal bei den "Machern": Die scheidende Museumsdorf-Direktorin Dr. Julia Schulte to Bühne (links) besuchte den Frühstückstreff.    Foto: Kessens

Sprach ein letztes Mal bei den "Machern": Die scheidende Museumsdorf-Direktorin Dr. Julia Schulte to Bühne (links) besuchte den Frühstückstreff.    Foto: Kessens

Die "Macher" hatten Besuch: Zum ersten Frühstückstreff nach Corona hielt die scheidende Direktorin des Museumsdorfes Cloppenburg ihren wohl letzten Vortrag in Cloppenburg. Vor coronabedingt "vollem Haus" sprach Dr. Schulte to Bühne über die jüngste Vergangenheit und voraussichtliche Zukunft des Museums, das sie nach 3,5 Jahren  Tätigkeit in Kürze verlassen wird.

Zu Coronazeiten war es auch im Museumsdorf still geworden. "Social Media musste auch von uns bedient werden. Dafür wurde sogar eine Volontärin neu eingestellt."

Sie berichtete über die Schwerpunkte ihrer Arbeit vor und nach Corona: die sich wandelnde Alltagskultur der ländlichen Räume im Zeichen von Konsum, Freizeitkultur und zunehmender Mobilität. Dazu gehöre auch die jüngst erfolgte Eröffnung der Disko sowie die schon im Februar letzten Jahres zwangsläufig erfolgte Verlegung des Eingangs.

Lebendiges Museum: sowohl Praxis als auch Theorie

Weiter sprach sie davon, dass das Museumsdorf Cloppenburg ein lebendiges Museum sein solle. Alte historische Haustierrassen würden das Museum beleben, Veranstaltungen, die alte Handwerke präsentieren oder auf denen nach alten Rezepten über dem Herdfeuer gekocht oder gebacken wird, präsentierten ein Museum zum Anfassen. "Das kommt bei den Besuchern sehr gut an", so die Direktorin.

Die Wissenschaftler erarbeiteten zudem Ausstellungen zu bestimmten Themen, um die Ereignisse und Erzeugnisse der Vergangenheit in die Jetztzeit zu transportieren – so die jüngst eröffneten Ausstellungen zum Thema Feiern: "Mit mehr Freizeit kam auch mehr Lust zum Feiern."

Direktorin bemängelt nur zäh fließende Gelder fürs Museum

Schulte to Bühne sprach auch von ihren geplatzten Träumen, die letztlich zu ihrer Kündigung geführt hätten. Das stete Betteln um Gelder, die im Vergleich mit anderen Museen der Republik im Land Niedersachsen nur spärlich flössen, der Brand des Depots in Varrelbusch, bei dem unwiederbringliche Ausstellungsprojekte verloren und viele ihrer Zukunftsträume in den Flammen aufgegangen seien, die vielen Sanierungen, die ein im nächsten Jahr 100-jähriges Museum tätigen müsse, um wenigstens den Status quo zu erhalten - das alles habe sie zermürbt und ihre Zukunftsvisionen zerstört. Der Nachfolger könne zumindest mit den jetzt noch eingeworbenen 6 Millionen Euro die Häuser des Museums weiter restaurieren.

Die Zuhörer bedankten sich mit Applaus für die Ausführungen der Museumsdirektorin und brachten gleichzeitig ihr Bedauern über deren Abschied zum Ausdruck. Nun gelte es für alle Cloppenburger und Menschen im Oldenburger Münsterland, "ihr Museum" weiter zu unterstützen, zum Beispiel durch Beitritt in den Freundeskreis. Zudem: Wer noch etwas aus seiner Erinnerung zum Museumsdorf Cloppenburg zu erzählen habe, solle sich gern melden. Denn zur 100-Jahr-Feier in 2022 solle diese Thematik aufgegriffen werden.

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