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Museum Vechta zeigt Urnen aus der Bronzezeit

Im früheren Zeughaus gibt es jetzt eine ganz besondere Vitrine Marke Eigenbau. Und: Es gibt einen "smarten" Ausstellungsführer – ein neues Angebot für Besucherinnen und Besucher mit Smartphone.

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Fundstücke aus der Zeit von 2200 bis 800 v. Chr. Foto: Stilkenböhmer

Fundstücke aus der Zeit von 2200 bis 800 v. Chr. Foto: Stilkenböhmer

Ein Metall prägte damals das Leben; daher hat die Bronzezeit (2200 bis 800 vor Christus) ihren Namen. Urnen aus der jüngeren Bronzezeit sind nun im Museum Vechta zu sehen. Für sie hat Ausstellungstechniker Wolfgang Siemer neue Entdecker-Vitrinen gebaut.

„Sie sind der modellierte Nachbau von einem Schlüssellochgrab“, erklärt Museumsleitung Kai Jansen. Schlüssellochgrab? Diese Bestattungen waren damals typisch. Sie haben eine Grabenumfassung in Form eines Schlüssellochs mit zumeist trapezförmigem Vorhof und dem kreisförmigen Haupthof, in dessen Zentrum die Urne beigesetzt wurde. Genau deshalb ahmen die Fenster der Vitrine nun ein Schlüsselloch nach, sagt Jansen.

Mit der Taschenlampe auf Entdeckertour

Das Vitrinen-Licht kann der Betrachter aus- und einschalten. Das mache den Blick auf das Exponat noch spannender. Nutzen lasse sie der Effekt vielleicht auch bei Führungen für Kinder, findet Jansen: Mit der Taschenlampe in der Hand könnten sie auf Entdeckertour gehen. Der Lichtstrahl in die Vitrine würde dann das jüngste Objekt der Ausstellung zur Bronzezeit in Szene setzen. 

Es gibt weitere Urnen zu entdecken, dazu Gipsabdrücke von denjenigen Funden, die von 1995 bis 1998 da ausgegraben wurden, wo heute in Vechta das Kreishaus steht, erzählt Jansen. Insgesamt handele es sich hierbei um 128 Stück.

Dank archäologischer Expertisen könne zu einigen Urnen und deren Inhalt eine Geschichte erzählt werden. Moderne Forschungsmethoden machen es möglich zu bestimmen, ob etwa ein Mann oder eine Frau einst bestattet wurde, erklärt Jansen. Auch ob er oder sie krank war, lasse sich sagen. All das finde sich nun auf einem Steckbrief in den Vitrinen. Seltener seien Grabbeilagen zu finden: Im Museum aber könne eine alte Pinzette betrachtet werden.

Durch das Fenster können Besucher einen Blick in die Vitrine werfen: Der Erfinder der Konstruktion, Wolfgang Siemer (links), und Museumsleiter Kai Jansen machen es vor. Foto: StilkenböhmerDurch das Fenster können Besucher einen Blick in die Vitrine werfen: Der Erfinder der Konstruktion, Wolfgang Siemer (links), und Museumsleiter Kai Jansen machen es vor. Foto: Stilkenböhmer

Außerdem neu: „Wir haben einen smarten Museumsführer entwickelt“, sagt Jansen. Das Prinzip sei simpel: Der Besucher logge sich mittels eines QR-Codes oder eines Zahlencodes vor Ort in die museums-interne Website ein. So bekomme er zusätzliche Texte und Bilder. Das Ganze erfolge für gewöhnlich über das eigene Smartphone. Aber auch Leihgeräte gebe es. 

Das Museum hat die Corona-Pause genutzt

Die Zeit, in der das Museum Corona-bedingt haben schließen müssen, sei produktiv genutzt worden, findet der Museumsleiter. Man habe sich nicht nur mit der Pflege der bereits bestehenden Ausstellungsobjekte beschäftigt. Die Monate seien genauso für Organisation und Koordination genutzt worden: „Für das kommende Jahr sind bereits Sonderausstellungen geplant“, führt Jansen aus.


Fakten:

  • Nach Voranmeldung sind kleine Gruppen sowie Einzelpersonen (ohne Anmeldung) wieder im Zeughaus willkommen.
  • Das Museum im Zeughaus erzählt neben der Bronzezeit auch die mittelalterliche Geschichte Vechtas und die Zeit der Zitadelle.
  • Die Öffnungszeiten erstrecken sich wieder regulär von Dienstag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.
  • Über Eintrittspreise und Hygieneregeln sowie die Öffnungszeiten des „Castrum Vechtense“ gibt die Website www.museum-vechta.de weitere Auskunft.

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