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"Moving Shadows" begeistern in Lohne: Schattentheater auf höchstem Niveau

Mobilés & Magnetic Music verzaubert mit ihrem Programm „Moving Shadows“ 250 Zuschauer in der Aula des Gymnasiums Lohne. Die Requisiten waren spärlich: eine Leinwand, farbiges Licht und etwas Schrift.

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Breite Palette perfekter Körperbeherrschung: In „Moving Shadows“ werden Scherenschnitte lebendig. Foto: Steinke

Breite Palette perfekter Körperbeherrschung: In „Moving Shadows“ werden Scherenschnitte lebendig. Foto: Steinke

Fließende Körper, verschmolzen zu Tieren, zu Gegenständen, zu Gebäuden oder gar zu Landschaften, harmonisch, artistisch, tänzerisch, um kleine Geschichten zu erzählen – zur Begeisterung der Besucher anlässlich der 16. Lohner Kulturtage. Die Mobilés & Magnetic Music aus Köln verzauberte mit ihrem Programm „Moving Shadows“ die 250 Zuschauer in der Aula des Lohner Gymnasiums.

Die Kugel flog rund um die Erde

Die sieben Akteure aus Köln unter Leitung des aus Lohne stammenden Stefan Südkamp boten Schattentheater auf höchstem Niveau. Die Requisiten waren spärlich: eine Leinwand, farbiges Licht, etwas Schrift. Durch die breite Palette perfekter Körperbeherrschung wurden Scherenschnitte lebendig. Sie bewegten sich, mal poetisch romantisch, mal wild, temperamentvoll wirbelnd. So entstanden kleine Geschichten, meist untermalt von bekannten Popsongs oder Schlagern.

Profane Tagesabläufe wurden authentisch dargestellt. Schattenmenschen spielten in einem imaginären Orchester auf Instrumenten, von verwrungenen Schattenmenschen dargestellt – oder einfach als Grammofon. Da fehlten auch nicht die Silhouetten von Jimmy Hendrix, den Beatles, Abba, Helene Fischer oder Bläck Fööss. Sportliches stand auf dem weiteren Programm, mal real, mal surrealistisch wie ein Kampf gegen umstürzende Balken. Es wurde gejoggt, geschwommen, gesurft, Fußball und Tischtennis gespielt, Wintersport betrieben. Die wohlverdiente Massage nach diesem Fitnessprogramm begann angenehm und endete in einer schmerzhaften Tortur. Trotzdem ging es noch zum Golf. Der Abschlag der Golfspielerin hatte eine einzigartige Folge: Die Kugel flog rund um die Erde, von den Tulpen aus Amsterdam über London in die USA und durch Afrika und Asien.

Die Betrachter versenkten sich in Hollywoods Filmwelten

Die Schattenverwandlungsakrobaten auf der Bühne stellten die Umrisse der Sehenswürdigkeiten, ob Tower Bridge, ob New-York-Silhouette dar, um mit dem Geständnis „Berlin, du bist wunderbar“ zurückzukehren. Eine sich anbahnende Liebesbeziehung nach dem Song „Something stupid“ von Robbie Williams stand im Mittelpunkt des zweiten Teils. Das Paar hatte es sich auf der Schattencouch gemütlich gemacht. Die Betrachter versenkten sich in Hollywoods Filmwelten, um schließlich im Museum bei Rodins „Denker“ zu landen. Es blieb nicht lange bei der darstellenden Kunst. Eine Zeitmaschine raste zurück an den Ursprung der Erde. In der Folge wurde die menschliche Entwicklung in beispielhaften Ausschnitten dargestellt.

Vor allem technische Errungenschaften der letzten 200 Jahre hatten es den Darstellern angetan. Am Ende fand auch das Liebespaar in einem Restaurant wieder zueinander, ganz nach Elton John nach der das Leben ganz einfach wundervoll ist, wenn man sich zusammenfindet.

Bevor Stefan Südkamp sein herausragendes Ensemble vorstellte, gestand er: „Ich war schon ein wenig nervös, weil hier einige Leute sitzen, die ich kenne.“ Augenzwinkernd ergänzte er: „Sie haben das ganz toll gemacht, doch wohl einige Splitter im Hintern“ - aufgrund des nicht mehr ganz glatten Holzbodens der Bühne.

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