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Mehr Krach als Klang

Am 10. Januar ist Tag der Blockflöte. Kaum ein Instrument gerät in so viele Kinderhände wie das leichte Holzblasinstrument. Musikalisch nicht immer ein Gewinn.

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Am 10. Januar huldigen wir einem ganz besonderen Musikinstrument: Es ist der Tag der Blockflöte. Hach, wie viele Kinder quälen wohl bis heute ihre menschlichen wie tierischen Mitbewohner mit den lieblich quietschenden Tönen dieses Holzblasinstruments. Denn sind wir ehrlich: Nur die wenigsten Grundschülerinnen und Grundschüler schaffen es, dass man sich ernsthaft für den Klang ihres Spiels erwärmen kann. Aber das würden wir nie zugeben. Niemals. Alle spielen selbstverständlich wunderschön.

In der Musikpädagogik ist die Blockflöte recht beliebt, da Anfänger beim Erlernen des Instruments ziemlich schnell Erfolge vorweisen können. Quasi jeder kann stante pede „Alle meine Entchen“ auf der Flöte spielen, nicht wahr?

So startete auch ich meine unrühmliche Musik-Karriere damals in der Blockflöten-AG der Grundschule. Das Ganze währte nicht lang, vielleicht ein oder zwei Jahre. Ich wechselte dann zwar das Instrument, aber eine echte Künstlerin wurde aus mir nie. Wie heißt es so schön: Man kann nicht alles können.

Nun gut, ich spielte recht schnell die Blockflöte – oder wie man das, was ich hervorbrachte, auch immer nennen mag. Meine Brüder hatten für das Ergebnis zumindest nicht viel übrig, wenn ich daheim Tonleitern und einfache Lieder übte. Ich kann mich insgesamt nicht mehr an viel aus meiner Blockflötistinnen-Karriere erinnern, aber es gab tatsächlich ein Konzert in der Schule. Und das vergesse ich vermutlich nie.

Unsere Blockflöten-AG versammelte sich in der Pausenhalle der Schule. Vor uns nahmen Mitschüler, Lehrer, Eltern und jene, die sich sonst noch mit uns verbunden fühlten, Platz. Das Konzert verlief ohne Probleme. Wir spielten unser Repertoire herunter, unsere Zuhörer spendeten angemessenen Applaus. Stolz verbeugten wir uns nach dem kurzen Konzert und packten unsere Sachen. Da überkam mich die Erkenntnis, die meine Eingangsthese bis heute untermauert. In meinem Instrument steckte die ganze Zeit über - also auch während des Konzerts - die Reinigungsbürste. Es fiel niemandem auf.

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