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Max Uhlig – Die Faszination von Strichen und Linien

Eine neue Serie auf OM online: Mitglieder des Lohner Kunstvereins "Die Wassermühle" stellen frühere Ausstellungen vor, die für sie unvergesslich bleiben.

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Kunstgespräch: Der Dinklager Künstler Markus Tepe, Schüler von Max Uhlig, fachsimpelt mit der Hamburger Galeristin Gabriele Siemers-von Loeper. Foto: Landwehr

Kunstgespräch: Der Dinklager Künstler Markus Tepe, Schüler von Max Uhlig, fachsimpelt mit der Hamburger Galeristin Gabriele Siemers-von Loeper. Foto: Landwehr

Das kulturelle Leben steht still. Nahrung für Geist und Seele fehlt. OM Online hat Mitglieder des Lohner Kunstvereins "Die Wassermühle" dazu aufgerufen, einen Blick auf eine für sie unvergessliche Ausstellung zu werfen, die im vergangenen Jahrzehnt in dem historischen Baudenkmal gezeigt wurde. So soll Kultur in Corona-Zeiten eine Bühne erhalten. Den Anfang macht Dr. Cäcilia Klaus mit ihren persönlichen Gedanken zur Schau "Malerei und Arbeiten auf Papier" des Künstlers Max Uhlig.

Ein scheinbares Gewirr aus Linien und Pinselstrichen – dies ist charakteristisch für die Kunst des Dresdener Malers Max Uhlig und übt eine ganz besondere Faszination aus. Jedenfalls erging es mir so, als ich im Frühling 2012 die Vernissage zu seiner Ausstellung in der Lohner Wassermühle besuchte, in der "Malerei und Arbeiten auf Papier" präsentiert wurden.

Bei einigen der häufig von Erd- und Feuertönen dominierten Exponaten fügen sich die schwarzen Strichbündel verdichtend zu einer Form, dies gilt vor allem für die Porträts, den zentralen Sujets der Lohner Ausstellung. Bei manchen Werken jedoch überlagern die Pinselstriche das dargestellte Objekt. Diese wie Zweigwerk anmutenden Linien machen neugierig und laden zu einer genaueren Betrachtung ein. Es entsteht der Eindruck, als spähe man durch eine Hecke, um etwas Besonderes zu entdecken und damit quasi in die Tiefe des Bildwerks einzutauchen.

"In seinem Werk entfaltet er eine Dynamik, die auf mich nach wie vor eine ungebrochene Faszination ausübt."Dr. Cäcilia Klaus

Und je intensiver der Betrachter sich mit dem Bild auseinandersetzt, desto stärker ziehen die Formen ihn in ihren Bann, bringen ihn zum Zweifeln und laden ihn zur nochmaligen Reflexion ein. "Für mich wird eine Sache interessant, wenn sie durch langes Anschauen fremd wird", so formulierte es Max Uhlig, der neben seinem freien künstlerischen Schaffen auch als Professor für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden tätig war, einmal selbst.

Das - so wurde es in der Lohner Ausstellung ganz deutlich - gelingt dem Künstler. In seinem Œuvre entfremdet Uhlig vermeintlich Bekanntes und offenbart neue Facetten. Fast immer ist dabei seine künstlerische Entwicklung spürbar. Konzentrierte Uhlig sich zunächst auf grafische Techniken wie Lithografie und Radierung, so wandte er sich im Laufe der Zeit zunehmend auch der Malerei zu. In seinem Werk entfaltet er eine Dynamik, die auf mich nach wie vor eine ungebrochene Faszination ausübt.

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