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„Marina and the Kats“ versprechen eine vor Energie berstende Show

Moderner Indie-Swing aus Wien: Das Quartett tritt am Freitag (12. November) ab 20 Uhr bei „Jazz im Gulfhaus“ auf.

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Dem Groove kann sich niemand entziehen: „Marina and the Kats“ kommen in die Kreisstadt. Foto: Cavadini

Dem Groove kann sich niemand entziehen: „Marina and the Kats“ kommen in die Kreisstadt. Foto: Cavadini

Die beliebte und erfolgreiche Reihe „Jazz im Gulfhaus“ geht weiter. Am Freitag (12. November) treten „Marina and the Kats“ ab 20 Uhr in Vechta auf. „Marina and the Kats“: Das ist moderner Indie-Swing aus Wien. Die Band, die ursprünglich zu dritt erste Schritte unternommen hat und zwischenzeitlich zum Quartett angewachsen ist, zählt seit Jahren zu den spannendsten und aufregendsten Bands des Landes, wenn nicht Europas. Wer je in den Genuss einer ihrer zahlreichen, vor Energie berstenden Shows gekommen ist, wird das bestätigen. Gleich drei der vier Bandmitglieder spielen aktiv Schlagzeug. „Shared Drums macht es zwar nicht leichter“, sagt die Band selbst dazu, „dafür aber fetter“.

Rau, direkt, ungehobelt

Denn das ist die „Marina & The Kats“ Trademark, ein völlig eigenständiger Sound, der die Songs gnadenlos vorantreibt und dafür sorgt, dass sich bei den Konzerten niemand dem Groove entziehen kann. Wovon allerdings besonders die Songs des neuen Albums profitieren, das die Gang rund um die Bandleader Marina und Thomas in den letzten Monaten aufgenommen hat. Denn auf der einen Seite präsentiert sich „Different“, so der Titel der neuen Platte, als rau, direkt und als herrlich ungehobelt. Andererseits aber sind die Songs am Album natürlich auch eine musikalische Reflexion des letzten Jahres.

Einer Berg- und Talfahrt, die zunächst zwar mit Konzerten in Israel, Deutschland und Österreich noch vielversprechend begann, dann aber umso abrupter gestoppt wurde. So wie die Band selbst sich von einem Moment auf den anderen in ihrem Drang auf die Bühne beschnitten sah und sich plötzlich mit Stillstand und Langsamkeit abfinden musste, wo zuvor purer Tatendrang und Enthusiasmus waren. Zurückgeworfen auf sich selbst begann das, was „Marina & The Kats“ selbst als „Grundlagenforschung“ bezeichnen. Wie können, wie wollen wir 2021 und darüber hinaus klingen? Erlauben wir uns den Luxus, die Dinge anders zu machen? Einfach Musik schreiben, die uns gefällt und herausfinden, wohin uns das führt? Wird es reichen, wenn es auch nur uns gefällt?

Kompromisslose Musik direkt aus dem Herzen

Das Ergebnis dieses Selbstfindungs-Prozesses wurde von der Band live eingespielt – ganz dem Klischee entsprechend sind auf „Different“ vier VollblutmusikerInnen zu hören, die aufeinander eingehen und reagieren, die sich – wenn es dem Song und dem Feeling, das er vermitteln soll, dienlich ist – auch einmal kleinere Fehler verzeihen und kompromisslos Musik direkt aus dem Herzen machen. Dass es im Titelsong klarerweise ums Anders-Sein geht, liegt auf der Hand.

Für Marina geht es dabei auch darum zu wissen, wer man ist und wer man sein möchte. Und um die Schwierigkeit, den eigenen Weg zu gehen, ohne stets auf andere zu hören. Auch „Pressure“ behandelt ein allgegenwärtiges Phänomen. Während die einen sich dem Druck beugen oder an ihm zerbrechen, lebt Marina daran auf. Je enger die Deadline, je größer der Druck, desto besser und lebendiger. Marina selbst nennt Deadlines ihre „Schulter zum Anlehnen“.

Wer am lautesten schreit, hat nicht automatisch Recht

In „Sorry“ dreht sich alles darum, wie schwer es sein kann, das Wort „Entschuldigung“ über die Lippen zu bringen, während „Speak Softly“ sich damit auseinandersetzt, dass nicht notwendigerweise diejenigen automatisch Recht haben, die am lautesten schreien. In Zeiten wie diesen ist das natürlich ein Thema von größter Aktualität. Und mit „Just Like You“ verneigen sich „Marina & The Kats“ vor den Eltern. Vor ihren eigenen genauso wie vor Eltern im Allgemeinen – wie man es nämlich dreht und wendet: Am Ende des Tages tragen wir mehr von ihnen in uns, als wir zugeben wollen.

Mit „Different“ stellen „Marina & The Kats“ erneut ihre Ausnahmestellung in der österreichischen Musikszene unter Beweis. Es ist ein Album zum Durchhören, zum Tanzen und Feiern wie die Alben früher auch. Aber zugleich ist es aktuell wie nie und mutiger denn je. Eintrittskarten kosten 15 Euro, Ermäßigungsberechtigte zahlen zehn Euro. Diese sind bei bauXpert Gr. Beilage, bei Juwelen/Uhren/Optik Weiss, bei Floristik Maria Böske sowie unter www.jazz-gulfhaus.de zu haben.

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