Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Marienschüler sprayen ein neues Altarbild für die Kirche St. Josef

Die 9a beschäftigt sich in ihrem Religionsunterricht mit der Schöpfungsgeschichte. In diesem Rahmen wurde nun das Bild "Schöpfung" von Sieger Köder als Graffiti gestaltet.

Artikel teilen:
Lisa und Emil sind im Team "Adam und Eva" und haben Schablonen zum Sprayen benutzt.  Foto: Heinzel

Lisa und Emil sind im Team "Adam und Eva" und haben Schablonen zum Sprayen benutzt.  Foto: Heinzel

„Take my Hand“, ein Stück von Jerome, schallt über das Gelände der Marienschule in Cloppenburg. Hintergrundmusik für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a, die sich gerade von dem Vechtaer Graffiti-Künstler Nils Freye Tipps geben lassen. „Schnipsen oder werfen“, sagt er. Mit dieser Technik – erst die gelbe Farbe auf die Finger, dann diese auf die blaue Leinwand schütteln – könne man schnell und problemlos einen Sternenhimmel schaffen. 

26 Schülerinnen und Schüler sind an diesem Tag damit beschäftigt das Bild „Schöpfung“ von Sieger Köder auf eine XXL-Leinwand zu übertragen. Die soll später in der Kirche St. Josef einen Platz finden.  „Ich versuche den Arbeitsprozess zu begleiten und Hilfestellung bei der Umsetzung zu geben“, schildert Freye, selbstständiger Bildungsreferent für Jugendkultur und differenzsensible Didaktik, seine Aufgabe.

Die ist an ein Projekt im Rahmen des Religionsunterrichtes gebunden. Seit Schuljahresbeginn beschäftigt sich die 9a hierfür mit der Schöpfungsgeschichte.  2 Schulstunden haben die Jugendlichen dafür pro Woche Zeit. Lehrerin Theresa Nienaber und Schulseelsorger Manfred Quatmann planten und bereiteten den Aktionstag gemeinsam vor. Letzterer hat das Bild „Schöpfung“ von Sieger Köder während des Unterrichtes vorgestellt und eine Bildbesprechung durchgeführt.

Künstler und Kunstwerk mit einer bewegten Geschichte

Hintergrund: Der 2015 verstorbene Künstler und Theologe Sieger Köder wurde nach seinem Kunst- und Anglistikstudium in Stuttgart und Tübingen „Zeichenlehrer und Lehrer für Schwäbisch-English“ (Selbstaussage) am Aalener Schubartgymnasium. Mit 40 Jahren quittierte der Oberstudienrat den baden-württembergischen Schuldienst und studierte Katholische Theologie in Tübingen und München. 1971 wurde Sieger Köder zum Priester geweiht. Nach 4 Vikarsjahren in Ulm kehrte er 1975 auf die Ostalb zurück und war 20 Jahre lang Pfarrer in den beiden katholischen Kirchengemeinden Hohenberg und Rosenberg.

Schnipsen oder werfen: Mit dieser Technik entstehen die Sterne für den Abendhimmel. Foto: HeinzelSchnipsen oder werfen: Mit dieser Technik entstehen die Sterne für den Abendhimmel. Foto: Heinzel

Die Biografie des Künstlers? Spannend. Das Bild des Künstlers? Interessant. Entsprechend gut kommt das Projekt bei den jungen Cloppenburgern an. 

„Das ist schon etwas Besonderes“, weiß auch Lehrerin Theresa Niemann. „Unsere Schulleitung ist immer offen für solche Projekte.“ Es gehe bei der Veranstaltung unter anderem darum, gemeinsam als Klasse etwas zu schaffen. Und: „Durch die Arbeit an dem Bild wird das Thema Schöpfung vertieft.“ Manfred Quatmann sagt: „Das Projekt entspricht dem Ansatz des ganzheitlichen Lernens, welchen die Marienschule verfolgt.“

Das Projekt selbst gliedert sich in 2 Abschnitte. In einem ersten Schritt stellen die Schüler die Schöpfung auf der XXL-Leinwand als Glaubensaussage dar. Dafür sei das Werk von Sieger Köder  gut geeignet, meint Manfred Quatmann. „Das Bild sagt: 'Gott ist der Schöpfer.'“ In einem 2. Schritt sollen sich die Schüler weiter mit dem Bild auseinandersetzen. Gilt die Aussage noch? Und: Wie können wir die Welt retten, die Schöpfung bewahren? Die Antworten auf diese Fragen soll in einem weiteren Bild verarbeitet werden. Eine Art Gegenentwurf, so Manfred Quatmann. Dazu würden er und Theresa Nienaber gerne im Januar oder Februar einen weiteren Projekttag veranstalten.

Bild wird am Montag in der Kirche angebracht

Das jetzt gesprayte Bild ist 3 Meter hoch und 1,5 Meter breit. In 4 Arbeitsgruppen wurden die Schüler eingeteilt. Ihr erster Auftrag: Die Schablonen müssen ausgeschnitten und vorbereitet werden.

„Es macht sehr viel Spaß“, sagen Lisa und Emil vom Team „Adam und Eva“. „Ich finde sprayen sehr interessant. Es ist so frei und Fehler können einfach ausgebessert werden“, findet die 14-Jährige. Die Idee an sich sei einfach cool. Mitschülerin Lea mag vor allem die Teamarbeit. Aber auch über den Inhalt des Werkes machen sich die Jugendlichen Gedanken: Die Menschen müssten mehr für Umwelt- und Klimaschutz machen, finden sie.

Am Ende des Projekttages an der Oberschule Marienschule ist das Gemälde fertig. Am Montag wird es während des Religionsunterrichtes in der St. Josefs-Kirche angebracht. Später soll es um das 2. Werk ergänzt werden. 

Das Bild bekommt einen Platz in der Kirche St. Josef. Foto: Heinzel Das Bild bekommt einen Platz in der Kirche St. Josef. Foto: Heinzel 

Sie wollen nichts verpassen, worüber das Oldenburger Münsterland spricht? Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter „Moin, OM!“. Er fasst für Sie das Wichtigste für den Tag auf einen Blick zusammen – immer montags bis freitags zum Start in den Tag.  Hier geht es zur Anmeldung

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Marienschüler sprayen ein neues Altarbild für die Kirche St. Josef - OM online