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Manfred Quatmann ist der neue Gograf

Am 25. Juni soll er nach alter Väter Sitte auf dem Desum Recht sprechen. Organisiert wird das Event in diesem Jahr von einer Interessengemeinschaft und dem Heimatverein Langförden.

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Gograf Manfred Quatmann (links) mit dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ Georg Meyer (rechts). Foto: privat

Gograf Manfred Quatmann (links) mit dem Vorsitzenden der Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum“ Georg Meyer (rechts). Foto: privat

Sein Name: Manfred Quatmann. Sein (Ehren-)Amt: Gograf. Seine Aufgabe: Recht zu sprechen; und zwar konkret am 25. Juni 2022 (Samstag) ab 11 Uhr.

2 Stunden wird der "Gogerichtstag" auf dem Desum – einer Anhöhe in der Nähe von Emstek – dauern. Dabei werden ein aktueller und ein historischer Fall verhandelt. Veranstalter ist die Interessengemeinschaft (IG) „Altes Gogericht auf dem Desum.“ Bis 13 Uhr wird der offizielle Teil dauern; im Anschluss reicht der Verein Speis und Trank.

"Das Amt des Gografen empfinde ich als eine Auszeichnung, die mich mit Stolz erfüllt."Manfred Quatmann

Erinnert wird damit an eine alte Praxis: Die erste urkundliche Erwähnung des Desumgerichts ist auf Januar 1322 datiert. Bis ins 17. Jahrhundert wurde fortan die Landesgerichtsbarkeit für die ehemaligen Ämter Cloppenburg und Vechta ausgeübt. Ersetzt wurde es schließlich durch herzoglich-oldenburgische Gerichte.

Der Partner der Interessengemeinschaft bei der Durchführung des Events nach historischem Vorbild ist stets ein Heimatverein aus der Nähe. Diese Aufgabe wechselt jährlich. 2022 ist nun der Heimatverein Langförden an der Reihe. Mit Manfred Quatmann stellt dieser den Richter des Gogerichts. Die Insignien seiner Macht – Hut und blaues Gewand samt weißem Kragen – erhielt er bereits von Georg Meyer-Nutteln, dem Vorsitzenden der IG. „Ich habe mich darüber gefreut“, sagt Manfred Quatmann. „Das Amt des Gografen empfinde ich als eine Auszeichnung, die mich mit Stolz erfüllt“, sagt der Pastoralreferent.

„Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr den historischen Fall vorstellen dürfen“, sagt Benno Arlinghaus vom Heimatverein Langförden. Manfred Quatmann bekommt 20 bis 25 Schöffen an die Seite gestellt. Benannt werden diese Helfer von anderen Heimatvereinen. Benno Arlinghaus hofft auf zahlreiche Besucher. Beim letzten Mal seien zwischen 300 und 400 Gäste vor Ort gewesen. Mitglieder der IG und Kinder hätten freien Eintritt, Erwachsene zahlen 3 Euro, schreibt die IG auf ihrer Homepage.

Drost und Burgmannen streiten mit Langfördener Gutsherren van Häcke

Die Anwesenden werden einen Streit zwischen dem Drost und seinen drei Burgmannen mit dem Gutsherrn van Häcke aus Langförden erleben. Thematisch geht es um Beleidigungen und Verleumdungen sowie das Ansinnen des Gutsherren einen Wegezoll zu erheben. Van Häcke ist es Leid, dass er für den Unterhalt seiner Straßen sorgt, während andere diese benutzen ohne dafür zu zahlen.

Manfred Quatmann (Mitte, blaues Kostüm) zusammen mit seinen Mitdarstellern. Foto: privatManfred Quatmann (Mitte, blaues Kostüm) zusammen mit seinen Mitdarstellern. Foto: privat

Den Drost spielt Berthold Knipper, die Burgmannen geben Reinhold Willenborg, Stephan Siemer und Andreas Ostendorf. Die Rolle des Gutsherren van Häcke übernimmt Benno Arlinghaus. Darüber hinaus sind die Häuslingsfrauen Gabi Bothe und Irmgard Quatmann mit vier Kindern der Grundschule Langförden beteiligt.

Einige Mitwirkende seien in der Theatergruppe der örtlichen Kolping-Familie aktiv, berichtet Manfred Quatmann. Er selbst werde sich in der nächsten Woche das Drehbuch ansehen und sich auf seinen Auftritt vorbereiten. Er sei mehr der „spontane Typ“ und liebe es zu improvisieren. „In dem Moment, in dem ich das Kostüm anlege, verwandele ich mich in einen anderen Menschen.“

  • Info: Mehr zum Gogericht findet sich hier.

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