Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

"Man fliegt nicht so über die Geschichte hinweg"

Doris Ostendorf gibt erstmals eine Lesung im Kulturbahnhof. Die ehemalige Leiterin der Volkshochschule Cloppenburg lädt am 17. November  unter dem Motto "Literarische Fundstücke" ein.

Artikel teilen:
Foto: Ostendorf

Foto: Ostendorf

Unter dem Motto "Literarische Fundstücke" bietet Doris Ostendorf am Mittwoch (17. November) erstmals eine Lesung in Cloppenburg an. Beginn ist um 20.15 Uhr im Theatersaal des Kulturbahnhofs. Die Leidenschaft für Literatur besteht schon lange bei Ostendorf, die von 1984 bis 2016 die VHS Cloppenburg mit aufgebaut und geleitet hat.

Zuvor hatte sie Literaturwissenschaften und Philosophie studiert, zudem war sie für kurze Zeit als Lehrerin tätig: "Mir war die Erwachsenenbildung aber lieber. Es war ein interessantes Angebot, zur VHS zu wechseln", sagt Ostendorf im Gespräch mit der Redaktion. Auch wenn sie sich in dieser arbeitsintensiven Zeit kaum mit früheren Studieninhalten beschäftigen konnte, habe sie zum Beispiel an der Volkshochschule regelmäßig einen Literaturkurs geleitet. 

„Wir haben viele neue Bücher gelesen, aber auch preisgekrönte Exemplare und uns anschließend darüber ausgetauscht.“Doris Ostendorf

"Wir haben viele neue Bücher gelesen, aber auch preisgekrönte Exemplare und uns anschließend darüber ausgetauscht", erzählt sie. Ihre Leidenschaft ging aber immer noch tiefer. Ostendorf interessierte, was literarische Werke dem Leser an Mehrwert geben können, im Vergleich zum Beispiel zu Filmen oder Theaterstücken. "Man liest Satz für Satz und fliegt nicht so über die Geschichte hinweg."

Für die Lesung hat Ostendorf verschiedene Texte und Werke ausgesucht. "Sie präsentiert Passagen aus Romanen und Texten, frei der Prämisse folgend, wer gern liest, möchte sich gut unterhalten, ist jedoch immer auch auf der Suche nach Erkenntnissen", heißt es dazu in der Ankündigung der Veranstaltung. Literatur, abseits der Klischees erzählt, setze Fantasie und Denken in Gang.

Persönlich liest sie gerne Romane oder auch Werke von früheren Schriftstellern wie Heinrich Heine. Krimis und Heimatbücher stehen eher nicht auf ihrer Liste. "Mich interessiert, wie Literatur die jeweilige Zeitgeschichte abbildet", erklärt Ostendorf. Ihr Lieblingsplatz zum Lesen ist das Sofa in absoluter Ruhe, oft wird aber auch der Schreibtisch dafür in Beschlag genommen. Immer dabei: ein Stift und ein Heft für Notizen. "Meine Bücher sehen immer sehr zerkritzelt aus", sagt sie mit einem Lachen.

Ostendorf engagiert sich im Theaterforum

Neben der Literaturleidenschaft engagiert sich Ostendorf im Theaterforum. Zudem reist sie gerne und besucht zum Beispiel die Familie ihrer Tochter in Wien. „Im Sommer verbringe ich meine Zeit gerne am Meer“, erzählt sie. 

Ob ihre erste Lesung eine einmalige Veranstaltung bleibt oder fortgeführt wird, ist noch offen: "Wir schauen mal, was daraus wird. Ich hoffe, dass die Menschen einen kleinen Erkenntnisgewinn haben und sehen, wie man Literatur erleben kann." Themen und Ideen habe sie jedenfalls genug. So gebe es viele spannende Nobelpreisträgerinnen wie Herta Müller oder Elfriede Jelinek, über die man sprechen könne. Auch ein historischer Literaturabend sei denkbar.

  • Info: Tickets für die Lesung gibt es für 7 Euro (plus 1 Euro Vorverkaufsgebühr).

Zeit für ein Update! Mit der jüngsten Überarbeitung unserer App haben wir das Nachrichten-Erlebnis auf dem Smartphone weiter verbessert und ausgebaut. Jetzt im Google-Playstore und im  Apple App-Store updaten oder downloaden.

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

"Man fliegt nicht so über die Geschichte hinweg" - OM online