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Luzie Uptmoors Liebesleben wird  musikalisch interpretiert

Der Freundeskreis Luzie Uptmoor präsentierte bei seinem Chansonabend die Sängerin Ellen Gottschlich sowie Jörg Niederer am Flügel. Dabei ging es um die Lohner Malerin und ihre Beziehungen.

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Ergänzten sich hervorragend: Sängerin Ellen Gottschlich und Jörg Niederer am Flügel begeisterten ihr Publikum.   Foto: Steinke

Ergänzten sich hervorragend: Sängerin Ellen Gottschlich und Jörg Niederer am Flügel begeisterten ihr Publikum.   Foto: Steinke

Seit 8 Jahren hat es sich der Freundeskreis Luzie Uptmoor zur Tradition gemacht, im Rahmen von Ausstellungen eine Chansonveranstaltung anzubieten. „Künstlerpaare aus dem Oldenburger Land“ lautet die Thematik der neuesten Ausstellung. Was dazu die Osnabrücker Künstler Ellen Gottschlich (Gesang) und Jörg Niederer (Klavier) am Sonntagabend zu Gehör brachten, erfüllte feinsinnig die Ansprüche der gut 40 Besucher im Industriemuseum, sodass die Vorsitzende Mechthild Beckermann trefflich zusammenfasste: „Ein wirklich tolles Programm!“

Im Mittelpunkt der meist musikalischen Reise standen die Beziehungen der Lohner Malerin Luzie Uptmoor mit Peter Ludwigs und Colin Norris. Die verbindenden Zwischentexte aus dem Leben der Künstlerin in dieser Zeit schufen Brücken zwischen den Liedern, die mit Marlene Dietrichs „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ eine thematische Überschrift zu Beginn fanden. Auch wenn die Beziehung Uptmoor-Ludwigs ähnlich wie beim ebenfalls ausgestellten Jader Paar, Jan und Elsa Oeltjen (zu Oskar Kokoschka), Dreierbeziehungen zu überstehen hatte, war die Antwort mit Zarah Leander: „Liebe kann nicht Sünde sein.“

Doch das „Vie en rose“, das rosarote Leben der Liebenden, endete jäh: Ludwigs verstarb bei einem Gestapo-Verhör. Uptmoor verfiel in Depressionen. „Vielleicht sind depressive Stimmungen bei Künstlern raumgreifender als bei anderen“, mutmaßte Gottschlich, um mit Don McLeans „Vincent“, in dem er sich mit van Goghs psychischen Problemen befasst, diese Gefühlslage zu erklären.

Stadt Paris wirkt gegen Uptmoors Depressionen

Die Depressionen lösten sich bei Uptmoor vor allem durch die Aufenthalte in dem von ihr so geliebten „Paris, der Königin der Städte“, wie sie es ausdrückte. Dabei fiel ihr Blick auf die Garderobe. Die „Pariserin trägt Schwarz mit unnachahmlichem Charme“. Auf Neumodisches ganz anderer Art übertrugen die Interpreten das vielleicht ein wenig kokett mit Hylands „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strandbikini“ und ironisch mit der „Frau Annett Meyer“ (Ralf Benatzky).

Uptmoors 2. Liebesbeziehung und Ehe mit Collin Norris war die einer gereiften Frau, die gemäß Udo Jürgens weiß, was sie will: „Ich will, dass endlich etwas Neues beginnt.“ Der Freiraum in der Beziehung spielte eine große Rolle, dargestellt mit zwei Liedern der Kölnerin Trude Herr, ehe Edith Piaf das Fazit für die Liebende zog: „Non, je ne regrette rien . . . ça commence avec toi.“ Kein Bedauern, denn alles beginnt ja mit dir. Punktum!

Ellen Gottschlich überzeugte bei ihrem Erstauftritt in Lohne sowohl durch die gesanglichen Interpretationen als auch durch die gestisch-mimische Untermalung als Symbiose von Schauspielerin und Sängerin. Ihr kongenialer Partner am Flügel, Jörg Niederer, der ebenfalls für die Textauswahl verantwortlich war, begleitete sie, je nach thematischem Schwerpunkt, mal einfühlsam, mal virtuos. Seine Solo-Improvisationen waren eine besondere musikalische Würze.

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