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Lucy van Kuhl alias Corinna Fuhrmann lebt "Dazwischen"

Die Kabarettistin gibt im Kulturbahnhof Cloppenburg einen musikalischen Einblick in ihre Gedankenwelt – und kommt dabei auf die unmöglichsten Ideen.

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Mal charmant, mal bissig: Lucy van Kuhl verarbeitet Alltagserfahrungen zu einem Musikprogramm. Foto: Heidkamp

Mal charmant, mal bissig: Lucy van Kuhl verarbeitet Alltagserfahrungen zu einem Musikprogramm. Foto: Heidkamp

Mit ihrem Klavier und nur mit sich selbst hat die Kabarettistin Lucy van Kuhl alias Corinna Fuhrmann kürzlich im Kulturbahnhof Cloppenburg rund 50 Gäste begeistert. Mit ihrem Programm „Dazwischen“ gab sie dabei einen musikalischen Einblick in ihre Gedankenwelt und faszinierte ihr Publikum.

„Wir sind immer noch im Abstand zu unseren Mitmenschen, es gibt immer noch Raum dazwischen. Aber wir wollen Gesichter sehen und keine Masken, küssen, ohne hinterher zum Arzt zu müssen“, philosophierte Lucy van Kuhl und war damit gleich beim Thema. Interessanterweise habe man gerade seit Beginn der Pandemie viel mit „Dazwischen“-Zuständen zu tun gehabt. Zwischen dem 1., 2. oder 3. Lockdown sei man dazwischen, bei der Frage, ob das 5-lagige Markenklopapier reicht oder doch das 2-lagige vom Discounter, müsse man sich entscheiden.

Freche und amüsante Texte animieren zum Nachdenken

In ihren sensiblen Chansons und knackig-pointierten Kabarett-Liedern bringt sie es auf den Punkt – und das eine oder andere steht auch zwischen den Zeilen. Sie liebt es, dazwischen zu leben, zwischen zu Hause und Auftritt oder Auftritt und Auftritt. Als wichtigsten Punkt mit Heimatgefühl bezeichnete sie den Berliner Funkturm, mit dem sie zudem eine nonverbale Kommunikation pflegt. Verarbeitet hat sie ihre Reiseerlebnisse in dem Song „Nirgendwo ist Hamm“, eine kleine Persiflage auf die Deutsche Bahn. Freche und amüsante Texte, bei denen sich ein mit Selbstmordgedanken spielendes Smartphone über den nervigen Justin-Bieber-Klingelton oder über Karaoke-Apps beklagt, um kurz darauf festzustellen, dass ein Selbstmord nichts bringt. Denn die Sim-Karte existiert ja im neuen Handy weiter.

Statt Freundschaften in den sozialen Medien zu finden, sucht sie lieber den direkten Kontakt zu ihren Mitmenschen. Auf dem Kuhdamm in Berlin ist sie dabei direkt auf Passanten zugegangen. „Ich habe sie gefragt, ob sie mit mir befreundet sein wollen“, berichtete sie. Sie habe ihnen erzählt, wie es ihr geht, was sie so alles vorhat und Bilder aus der Kindheit gezeigt. Den Antworten der Passanten folgend hob sie den Finger „Gefällt mir“ und in kürzester Zeit habe sie 5 Follower gehabt. „2 Polizisten, 1 Psychotherapeuten, 1 Psychiater und 1 Pfleger“, sagte sie lachend. Küsse ohne Kaviar und Lachstartar als Lösungsansatz zur Bewältigung von Eheproblemen, wie in dem Song „Frühstück bei Tiffany“ – oder die Frage „Liebe geht durch den Magen, aber wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?“ animierten das Publikum zum Schmunzeln und Nachdenken.

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