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Lohner möchte ein Stück Heimat retten

Bernd Averbeck setzt sich für die Natur ein. 40 Porträts, 40 Gedanken zur Heimat, das ist die Idee der OV-Serie Heimat.Los.

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Bernd Averbeck (69) ist Sonderschullehrer a.D. aus Lohne.

„Als alter Lateiner weiß ich noch: Ubi bene, ibi patria (Wo es mir gut geht, da ist meine Heimat). Auf mich trifft das zu, auch wenn sich meine Heimatlandschaft zusehends und nicht immer zum Positiven verändert.

Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, bin aufgewachsen auf einem Bauernhof mit acht Kindern und vielen Tieren. Alles lief draußen ab. Wir Kinder mussten früh mithelfen. Kühe mussten eingefangen, Küken mussten vor dem Habicht in Sicherheit gebracht werden.

Wir wurden gebraucht, konnten helfen und hatten anschließend frei, um dummes Zeug zu machen. Das war schön. Es war die totale Freiheit, fast Anarchie.

Schon in ganz jungen Jahren kannte ich die gesamte heimische Vogelwelt. Mit 13 Jahren kannte ich die ganze Region – vom Dümmer bis zur Nordsee. Erkundet per Fahrrad, alleine oder mit Freunden.

Gerne erinnere ich mich noch an einen Moment aus dem dritten Schuljahr. Wir lernten das Gedicht ,Mien Ollenborger Land’ von Hubert Burwinkel auswendig. Das kann ich heute noch. ,Wor Appelböm’ up Taug un Twiegen, dei witten Blaumenschleier wäwt’. Obstgärten mit weißen Blütenschleiern: Er beschreibt genau die Landschaft, die damals existierte. Und ich wusste: Das ist meine Landschaft, die kleinflächige und schonende Landwirtschaft, in der der Mensch mit der Natur im Einklang lebt. Während des Pädagogik-Studiums dokumentierte ich in einer Arbeit die Zerstörung dieser Natur. Mein Professor sagte dazu: ,Natur ist Gottes Schöpfung, also ist Naturschutz ein Gottesdienst.’ Das hat mich tief beeindruckt.

Heute sehe ich meine Heimat mehr denn je bedroht. Wir plündern die Natur und nennen es Wachstum. Wenn wir so weitermachen, ist im Jahr 2100 alles zubetoniert. Mein Ziel dagegen ist, dass ich 2045 noch die Nachtigall hören kann. Dann bin ich 100.

Bis dahin schreiben wir vom Naturschutzzentrum Dammer Berge und der Nabu-Gruppe Dümmer weiter an unserer eigenen Heimatgeschichte. Wir betreuen und beweiden 300 Hektar Land, vernässen Moore und legen Obstwiesen an. Für mich ist es auch ein Versuch, ein Stück Heimat zu retten."

  • Das Projekt Heimat.Los der Oldenburgischen Volkszeitung und der Katholischen Akademie Stapelfeld wird von den Volksbanken, den HGVs Vechta/Damme und der Firma Cewe unterstützt.

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