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Lohner Kulturtage: Spitzenklasse am Marimbaphon

Die "Percussion Zentrale" der Musikschule Lohne beweist ihre Vielseitigkeit beim Konzert in der Kleinkunstbühne Chaméleon. Im Mittelpunkt stand dabei das Marimbaphon.

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Zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“: Laura Deters (von links), Elisa Nordlohne und Lea Olberding am Instrument.   Foto: Steinke

Zu Vivaldis „Vier Jahreszeiten“: Laura Deters (von links), Elisa Nordlohne und Lea Olberding am Instrument.   Foto: Steinke

Selbst bei Experten herrschte staunendes Kopfschütteln über den gelungenen Auftritt der „Percussion Zentrale“ in der Kleinkunstbühne Chaméleon anlässlich der 16. Lohner Kulturtage. „Wir sind hier in der Kleinstadt Lohne – und dann so ein Niveau“, freute sich Silke Büscherhoff, selbst eine Marimbaphon-Spielerin. Mit leuchtenden Augen verfolgte auch Gerhard Stengert, Lehrer für Percussion-Instrumente an der Musikschule Lohne, das Konzert seiner Schüler und Schülerinnen.

Was Lea Olberding, Elisa Nordlohne, Laura Deters, Michel Deters, Jakob Lesch und Franz Diekmann in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal darboten, war Spitzenklasse. Dabei handelte es sich „nur“ um die Generalproben eines wohl noch größeren Auftritts. Mit dem fast gleichen Programm werden die drei Jungen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Oldenburg auftreten. Eigentlich ist das für sie Routine, denn längst sind alle in den Vorjahren bereits bundesweit, Michel Deters gar international geehrt worden.

Im Mittelpunkt stand am Dienstag das Marimbaphon. Hinzu kamen Auftritte am Schlagzeug und – eher gaghaft, doch äußerst präzise –  eine „Kleine Tischmusik“ mit Kochlöffeln, quasi als Einstieg in die Pause.

Repertoire geht quer durch die Musikgeschichte

Das Repertoire ging quer durch die Musikgeschichte, wobei modernere Werke überwogen. Nachdem das Damentrio mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ für einen stimmungsvollen Einstieg gesorgt hatte, gab es im Folgenden auch Kompositionen aus Lohner Federn. So interpretierte Franz Diekmann die „Good World?“ in ihren vielen Stimmungen von Felix Schlarmann. Eine Besonderheit bot etwas später Jakob Lesch dar, als er die „Ballade“ seines Lehrers Gerhard Stengert mit sechs anstelle der sonst üblichen vier Schlägel äußerst harmonisch spielte.

Michel Deters bewies, dass er den Tango Nuevo des Bandoneon-Spielers Astor Piazzolla genauso beherrschte wie Ennio Morricones Filmusik „La Califa“. Vier Teile aus Leonard Bernsteins „West Side Story“, dargeboten im Quartett, rundeten den ersten Teil den Konzerts ab, wobei sich die "Percussion Zentrale" noch lächelnd entschuldigte, als sie ihre Bandbreite mit der Invention in F-Dur von Johann Sebastian Bach bewies: „Keine Bange, das ist nicht lang.“

Echter Könner am Marimbaphon: Michel Deters beherrscht den Tango Nuevo äußerst eindrucksvoll. Foto: SteinkeEchter Könner am Marimbaphon: Michel Deters beherrscht den Tango Nuevo äußerst eindrucksvoll. Foto: Steinke

Der 2. Teil offenbarte Literarisches mit der kleinen Fabel von Franz Kafka, die Franz Diekmann solo am Schlagzeug darbot. Nachdenklich stimmte, übertragen auf die derzeitige Situation in der Ukraine, Michel Deters, als er „Ilijas“ von Nebojsa Jovan Zivkovic interpretierte. Es geht dabei um eine im Balkankrieg zerstörte Ortschaft.

Am Ende nahm das Konzert wieder Fahrt auf, geradezu als „Geschwindigkeitsdämon“ und setzte den Schlussstrich mit einer Eigenbearbeitung Diekmanns des „Green Mambo“, nunmehr als „Pink Mambo“, der in der Zugabe noch einmal an Power und Lautstärke gewann. Es war der musikalische Schlussstrich unter ein enorm vielseitiges Konzert.

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